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"Dann könnte man Frauenärzte ja abschaffen." --

Nein, warum sollte man? Es wird immer Frauen geben, die sich sowohl geschlechtlich als auch gefühlsmäßig als Frauen identifizieren. --

"Da der Gender-Wahnsinn vom Feminismus kommt und selbiger sich lediglich um Leistungsfreie Vorteile für Frauen ohne Nachteile in Kauf zu nehmen bemüht, wird man dann doch einlenken." --

Es gibt keinen "Gender-Wahnsinn"! Von "Rinder-Wahnsinn" habe ich schon einmal gehört und auch darüber gelesen, aber "Gender-Wahnsinn"? Fakt ist, dass es zumeist zwei (und ich betone 'zwei') eindeutig identifizierbare äußerliche Geschlechtsmerkmale gibt (ich lasse sog. Hermaphroditen außen vor). Aber außer dem äußerlich wahrnehmbaren Geschlecht gibt es auch noch das, was sich in der Gefühlswelt abspielt. Wenn Sie als "Ingo1971" darin eine Übereinstimmung sehen, ist es wunderbar. Ihnen sei alles Glück der Erde beschieden. Trotzdem gibt es auch Menschen, die sich mit ihren äußerlich erkennbaren Geschlechtsmerkmalen nicht identifizieren können und denen es eine seelische Pein ist. -
Ihre Ansicht hinsichtlich der Entstehung des "Gender-Wahnsinn(s) vom Feminismus" muss ich selbst als Mann zurück weisen. Ich denke, dass hier vielfältige Ängste Ihrerseits aufeinander treffen. Ihre Intention vernehme ich sehr wohl, allerdings sind es in der weit überwiegenden Mehrzahl "Männer", die mit ihrem angeborenen äußerlichen Geschlecht massive Probleme haben. --

"Da gibt es dann gar keine Möglichkeit mehr zu irgendwelchen Abweichungen ins Uneindeutige. Natürlich gibt es alle möglichen Abweichungen vom Normalen. Die gibt es aber auch in Hautfarbe, Sehkraft, Anzahl der Finger und Zehen, Größe usw. Dennoch behauptet niemand deswegen gäbe es unendlich viele Arten von Menschen. Verschieden Abweichungen sind natürliche Variationen und andere auf Krankheiten oder Alter zurückzuführen. Dennoch geht man von normalen Menschen aus die sich normalerweise in Mann und Frau einteilen lassen." --

Zum einen, und daher habe ich einen ganzen Block von Ihnen hier noch einmal herein gesetzt, gibt es selbstverständlich und "natürlich" (um einen Begriff von Ihnen zu verwenden) auch "Uneindeutige". Es gibt Menschen, die - und das sind keine "Monster" - einen Penis, aber keine Hoden vorweisen, allerdings dafür Eierstöcke mit sich tragen. Es gibt Menschen, die äußerlich eine Vulva vorweisen, allerdings keine Vagina oder andere "weibliche" innere Organe, dafür mit einer Prostata ausgestattet sind. Das sind ebenfalls "Abweichungen vom Normalen". Und, wie ich bereits schrieb: Neben den rein äußerlichen (möglicherweise auch inneren) Merkmalen gibt es auch noch das Empfinden, das Fühlen, dass zwar äußerlich eineindeutig einem "Geschlecht" zugeordnet werden kann, der Mensch sich selbst aber mit diesen äußerlichen Merkmalen nicht identifizieren kann. Im günstigsten Falle unterstützen die Eltern den Wunsch nach einer Angleichung des "inneren" Geschlechts an das äußere, wenn es früh genug geäußert wird, aber in den meisten Fällen spielt dann die auf äußerliche Geschlechtsmerkmale spezifische Erziehung eine Rolle, dass es vom Kind, dem Juvenilen kaum ermöglicht, seinen adäquaten Wunsch - in einem anderen "Geschlecht" leben zu wollen - äußern kann. Wissen Sie: In Deutschland gibt es (leider) nur den Begriff "Geschlecht". Im englischen Sprachraum spricht man von "Sex", also dem äußeren Geschlecht entsprechende Merkmale, sowie "Gender", dem innerlichen Geschlecht entsprechend. Und nur, weil wir Deutschen lediglich einen Begriff haben und diesen zumeist auf die äußeren Merkmale reduzieren und entsprechend benutzen, gibt es nicht den anderen, den innerlichen Aspekt? Öffnen Sie sich bitte für solche Überlegungen! -
Ich will Ihnen ja gar nicht widersprechen, wenn man die Menschen "normalerweise in Mann und Frau" einteilt. Aber genauso, verzeihen Sie bitte, wenn ich mir auch erlaube, von Abweichungen zu schreiben, wie Äpfel nicht immer die gleiche Größe haben, Gurken den gleichen Krümmungsgrad, Bäume die gleiche Höhe, so ist der Mensch auch im "Geschlecht" verschieden. Er ist ein rational und irrational denkendes Wesen mit einer Vielfalt an Vorstellungen, Erfahrungen, Träumen und Wünschen, Hoffnungen und Erwartungen. -
Vielleicht hierzu noch ein letzter Punkt aus christlich-religiöser Sicht, wobei ich mich gerne belehren lasse: In der Schöpfungsgeschichte steht, dass Gott Adam nach seinem Ebenbild erschaffen hat, Eva demnach eine "freie Erfindung" ist. Die Frau vom Äußeren her entspricht also einer Idealvorstellung Gottes. Gott hat aber auch die Vielfalt und den Reichtum an Variationen auf der Erde erschaffen. Ansonsten gäbe es ja nicht - aus rein theologischer Sicht - die Unterschiede hinsichtlich Haar- und Hautfarbe, Augenabstand, Nasenlänge, Wangenknochen, um nur einige wesentliche - äußerlich erkennbare - Dinge zu benennen. Warum sollte es nicht Gottes Wille sein, dass der Mensch als denkendes und fühlendes Wesen einen Unterschied zwischen dem äußerlichen und dem innerlichen Geschlecht macht? Und dieser, von Gott geschaffene Mensch feststellt, dass es dort eine Disparität gibt? --

"Der Mensch ist ein sexuelles Wesen und kein Gender-Wesen." --

Wie ich schon geschrieben und versucht habe, Ihnen deutlich zu machen: Der Mensch ist an erster Stelle ein "Gender-Wesen", erst dann ein sexuelles Wesen. Der Mensch, der fühlt, sich öffnet, andere Dinge außerhalb seiner "Rolle" zulässt, ist ein denkendes Wesen. Eins, das von Gott gewollt ist. Nicht ein Wesen, das sich in eine Rolle hinein pressen lässt, dem "Mainstream" hinterherläuft, das sich von heilsbringenden und wirren Botschaften blenden lässt. -
Ich könnte noch einiges schreiben, aber das würde bei weitem den Rahmen hier sprengen. --

"Respekt und Würde sollte man jedem entgegen bringen." --

Bitte, ich ermuntere Sie dazu! Bringen auch Sie "Respekt und Würde" "jedem" Menschen entgegen, der sich in seinem Körper, als Ausdruck des äußerlichen Geschlechts, gefangen fühlt, da er sich selbst innerlich eines anderen Geschlechts angehörig fühlt! -

Als conclusio non ratio: Gott hat die Welt nicht nur in Schwarz und Weiß geschaffen, noch nicht einmal in den Abstufungen dazwischen mit den verschiedenen Grautönen. Nein, die Welt ist bunt, voller Farben, voller unterschiedlicher Menschen, Tiere und Pflanzen, voller Daseinsformen im Wasser und auf dem Land. Ich bitte Sie sehr herzlich, dieses zu akzeptieren, zumindest zu respektieren.

P.s.Ich entschuldige mich nun bereits dafür, dass alles so erscheint, dass es hintereinander geklatscht ist. In meiner Erwiderung hatte ich Absätze gewählt, die möglicherweise nicht adäquat dargestellt werden. Dort, wo ich einen größeren Abstand gewählt habe, erscheint "--", kürzere Abstände lediglich mit einem "-".