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Vielen Dank für diesen sehr einfühlsamen Appell zu Interesse an der eigenen Familiengeschichte im Nationalsozialismus. Ich glaube dieser persönliche Zugang ist gerade für nachgeborenen Generationen wichtig. Als "Geschichte von unten" bekommt man so einen individuelleren Zugang zu dieser Zeit.
Aus beruflicher und persönlicher Erfahrung darf ich mir eine Ergänzung und auch Korrektur erlauben: Die Entnazifizierungsakten erscheinen mir als guter archivalischer Zugang zu Biographien aus dieser Zeit. Sie bieten nicht nur bruchstückhafte Informationen, sondern geben gleich einen guten Überblick über den Gesamtzeitraum - natürlich mit der entsprechenden Vorsicht. In Ihrem Beitrag ergibt sich der Eindruck, dass es nur für die verhafteten mutmaßlichen Haupttäter solche Akten gibt. Tatsächlich sind aber Millionen von Deutschen entnazifiziert worden. Man sollte also auf jeden Fall nachforschen.
Der Lagerort dieser Akten ist etwas anders als von Ihnen angegeben: Ich glaube, dass nur die Akten der obersten Spruchgerichte der britischen Zone im Bundesarchiv Koblenz lagern. Die Masse der Entnazifizierungsakten aber lagert auch für die britische Zone sicherlich in den Staatsarchiven der Bundesländer - zumindest für Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist das so.