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Von welchem "Buch" sprechen Sie denn genau? Oder meinen Sie den Artikel an sich?
Generell zu Ihrem Post: Ich bin eine der 30Jährigen, die Sie scheinbar meinen. Ich kann Ihnen versichern, dass ich nicht "krankhaft" versuche meine Vorfahren durch den Dreck zu ziehen. Ich bin stolz auf meine Vorfahren, nicht auf alle ihrer Taten oder eben auch Nicht-Taten vielleicht, aber dennoch bin ich stolz. Sonst würde ich Familiengeschichtsforschung nicht betreiben. Es geht doch gerade uns, dieser jungen Generation, darum einfach nur ein wenig mehr zu verstehen und gerade nicht darum zu verurteilen. Ich persönlich möchte "nur" ein möglichst genaues Bild von meine Vorfahren malen können. Und in einem Leben ist eben nicht alles nur Sonnenschein. Das sollte eigentlich jedem klar sein. Ich wehre mich grundsätzlich strikt dagegen, das meine Vorfahren schlecht oder böse waren. Menschen lernen aus Erfahrung. Und gerade die negativen Erfahrungen haben oft den größten Effekt auf Menschen.
Übrigens betreibe ich Familiengeschichtsforschung gerade weil ich meine Familie liebe. Ich persönlich habe damit angefangen, nachdem ich ein Zitat von Kant gefunden habe. (Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern; tot ist nur, wer vergessen wird.) Ich versuche, so viele meiner Vorfahren (und eben so vollständig) wieder ins Gedächtnis meiner Familie zurück zu holen. Und damit können Sie sich sicher sein: Ich ehre meine Vorfahren! Aber eben mit ihren Stärken UND Schwächen. Außerdem ist es eine gute Sache, wenn man sogar nur durch das Beobachten von Fehlschlägen anderer lernt. Das ist einer der Gründe, weshalb der Mensch so "erfolgreich" in seiner Entstehungsgeschichte war.
Und zum Thema Amerika: Oh ja, die haben so einige Flecken auf Ihrer Weste. Von vielen wissen wir hier drüben garnichts, weil bspw. vom Mexikanisch-amerikanischen Krieg hier nix gelehrt wird. Aber auch dort gibt es einige, die sich mit den dunklen Flecken ihrer Vorfahren beschäftigen. Schauen sie sich einfach mal die TV-Reihe "Who do you think you are?" an. Da finden so einige Promis heraus, dass ihre Vorfahren Sklaven hatten. Meinen Sie etwa die würden sich darüber freuen? Natürlich wird so etwas vielleicht gern ignoriert. Es ist eine natürliche Reaktion schlechte Dinge nicht mit sich in Verbindung bringen zu wollen. (Das sehe ich -als Veganerin- auch so oft bei Fleischessern, die sich nicht vorstellen wollen, dass ihr Schnitzel mal gelebt hat. Oder die Wurst nicht mehr als "Fleisch" gelten lassen, damit sie es weiter ohne Schuldgefühle essen können). Das heißt aber noch lange nicht, dass das der richtige Weg ist. Ich bin lieber ehrlich mit mir selbst und meinen Vorfahren, ob im Guten wie im weniger Guten. ;)
Was mich jedoch interessieren würde: Zu welcher Generation gehören Sie denn? Haben sie den Krieg noch erlebt? Haben sie Kinder oder Enkel, die sich auf die Suche machen, und sind sauer darüber?
Beste Grüße