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Irgendwie kann ich die Absicht des Artikel nachvollziehen - und igrenwie bin ich schockiert.
Wie wäre es, wenn wir uns auch einmal auf die Suche nach unseren Vorfahren machten, die klammheimlich, aber in ihrem kleinen Kreis wirksam dem Horrorsystem widerstanden - gleich, ob sie "wirksam" waren, oder nicht. Ihr Leben stand auf dem Spiel! Wer wagt es heute, saturiert und vor der Staatsmacht durch Gesetze geschützt, der Nazi-Generation mangelnde Zivilcourage vorzuwerfen?

Kurzum: Meine Mutter war so eine Heldin. Als Lehrling in einer Bäckerei trug sie morgens mit den Brötchen für eine jüdische Frau Muttermilch aus und die Predigten des Grafen v. Galen. Es hatte natürlich "im Großen" keinen Sinn. Die jüdische Mutter mit ihrem Kind wurde vor ihren Augen deportiert. Sie warf ihr aber vom Wagen als Dank noch Damastservietten zu - eine Reliquie in unserer Familie bis heute.
Aber meine Mutter war offenkundig nicht alleine in ihrer Haltung: Die Nachbarschaft muss von ihrer Zuträgerschaft gewusst haben - schwieg, und zeigte sie nicht an! Geschehen zu Köln in den 40er Jahren. Also: Wer erinenert sich nicht nur an die verbrecherischen Verwandten sondern auch an die unbekannten Helden?