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Widersprüchlich finde ich nicht das Verhalten der CDU, sondern Ihren Kommentar, dessen Tendenz unverkennbar ist. Zu Hause bleiben beim Kleinkind heißt Faulenzen statt Arbeiten und darf nicht auch noch belohnt werden. Sie behaupten ganz zutreffend, eine gute Familienpolitik ermögliche die freie Entscheidung, dann meinen Sie aber, da 1.800, - Euro im Jahr dazu nicht ausreichen, sollte man besser gar nichts zahlen. Und wer sein Kind aus Überzeugung nicht in die Krippe gäbe, würde es auch ohne Betreuungsgeld zu Hause behalten. Also, kein Problem.
Eine "Respektable" Entscheidung, fügen Sie noch hinzu, was im Folgenden dann wie Ironie klingt. Gutverdienende Ehepaare würden es ohnehin mit dem Ehegattensplitting subventioniert bekommen. Glückliches Land, dass nur gut verdienende Ehepaare und ein paar Sozialhilfeempfänger hat! Wo bleibt der ganze Mittelstand, und die untere Mittelschicht. Und auch bei den Wenigerverdienenden, würde ich nicht pauschal annehmen, dass die alle glücklich wären, wenn sie ihr einjähriges Kind in der Krippe abgeben könnten. Glauben Sie vielleicht diese alle würden gut und gerne auf 1.800,- Euro im Jahr verzichten können, während andere durch den staatlich mit ca. 1.000,- Euro monatlich subventionierten Krippenplatz entlastet werden? Gut dass wiedermal die eigentliche Problematik, und zwar die Normalverdienenden betreffend, mit einem Seitenhieb auf die doch geringe Anzahl der Gutverdienenden vertuscht wird.
Immerhin drücken Sie noch die Hoffnung aus, die Wirtschaftsverbände würden bei ihrer Kampagne gegen das Betreuungsgeld nicht nur das betriebswirtschaftliche Humankapital im Sinn haben, mit Hinweis auf einen jüngst erschienenen Bericht bezüglich der Präferenzen von Vätern wie Müttern. Allerdings meinen Sie damit wohl nur eine flexiblere Gestaltung des Arbeitsverhältnisses. Das heißt, wer ein geringeres Einkommen in Kauf nimmt, um beim Kind zu bleiben, ist selber schuld. Der Staat hat dafür kein Geld, weil er diese Art der Kinderbetreuung mißbilligt.