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Als langjähriger Mitarbeiter des Prof. Bechert-Infodienstes (1975-1981) bin ich dankbar für diese Erinnerung - 31 Jahre nach dem plötzlichen Tode des aufrechten und kompromisslosen Widerständlers und Kämpfers gegen die Verlogenheit der damaligen Energiepolitik.
Gerade das letzte Motiv verbindet ihn mit dem Gründer des Tübinger Bundes für Umweltschutz, Hartmut Gründler, der - nicht zuletzt wegen der regierungsamtlichen Lüge über das angebliche Atommüll-Endlager Asse 2 und der diesbezüglichen Dialogverweigerung des Kanzlers Helmut Schmidt - sich während des entscheidenden SPD-Parteitages Mitte November 1977 in Hamburg demonstrativ selbst verbrannte. Bechert hatte noch seinen Infodienst zur Verfügung gestellt, um Gründlers letzten Mahnruf "Ab 5. November unbefristeter Hungerstreik!" an fast 2000 Adressaten zu versenden.
Der sogenannte "Vater der Anti Atom Bewegung" hat sechs Jahre lang seine Warnungen, zusammen mit denen anderer Atomenergiekritiker an Bürgerinitiativen und zahlreiche einzelne Persönlichkeiten und Multiplikatoren verschicken lassen.
Seine nicht zu unterschätzende Wirksamkeit als früher Grüner, der jedoch treu sein SPD-Parteibuch nicht zurückgab, wird von interessierter Seite gerne heruntergespielt. Im Archiv der Friedrich-Ebert-Stiftung ist aus der Zeit bis zu seinem Ausscheiden aus dem Bundestag 1972 viel aus seinem Nachlass erhalten, die vollständige Dokumentation seiner Versendungen in seinen letzten sieben Lebensjahren findet sich wohl nur in Reutlingen.
Wilfried Hüfler, Reutlingen