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Nun habe ich die Zuschrift unseres Lesers Herrn Wilmsen im Wortlaut - vielen Dank dafür! "Es schmälert die Güte des begrüßenswerten Artikels nicht, dass in ihm der Aspekt des internationalen Ansehens Deutschlands fehlt. Nach meinen Erfahrungen leistet sich unser Staat keinen Gefallen, weltweit die einzige Industrienation ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Autobahnen zu sein. Mir wurde dies entgegen gehalten, als ich 1987 im Auftrag des Auswärtigen Amts mit leitenden brasilianischen Diplomaten sprechen musste. Hintergrund war die Bitte von Bundeskanzler Kohl, u.a. in den Ländern Brasilien und Indonesien vorzufühlen, ob die dortigen Regierungen bereit wären, ein Pilotvorhaben zum Schutz tropischer Regenwälder zu beginnen, zu dessen Finanzierung Deutschland nennenswert beitragen würde. In den Verhandlungen erklärte mein brasilianischer Gesprächspartner, er wisse die Sorge von Bundeskanzler Kohl sehr zu würdigen, doch Brasilien besäße hinsichtlich seiner Entwicklungsplanung durchaus klare Prioritäten. In einer Pause sagte ein anderer brasilianischer Diplomat, er bewundere die Gründlichkeit der Deutschen bei z.B. der Nutzung unterschiedlich farbiger Mülltonnen sehr, in Brasilien würde dies nie klappen. Doch dann fragte er schmunzelnd und in rhetorischer Form, ob wir nicht das einzige Land der Welt ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen auf den Autobahnen wären. (Gleichwohl: 1992 begann ein Pilotvorhaben zum Schutz tropischer Regenwälder in Brasilien, das genannte Land identifizierte sich damit und es entwickelte sich zum umfangreichsten Umweltschutzvorhaben, das Deutschland bislang in seiner Entwicklungszusammenarbeit förderte, d.h. bis 2009 mit gut 300 Mio. €."