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Tempolimit auf Autobahnen - eigentlich ein alter Hut, an dem wieder die deutsche Welt genesen soll. Leider ist die Wirklichkeit etwas komplexer.

- Einsparungen im Benzinverbrauch werden i.w. durch einen stetigen Verkehrsfluss (und dessen Steuerung) sowie durch Reduzierung des spezifischen Verbrauchs erreicht. Hier sind in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte zu verzeichnen. Das wird allerdings überlagert durch den steten Anstieg des Frachtverkehrs auf der Straße.

- Ungeachtet von Tempolimit - die meisten Autofahrer nutzen die Höchstgeschwindigkeit ihres Wagens nicht aus. Die individuelle `Vernunft` sollte nicht unterschätzt werden.

- Auch die Werbung als sicheres Indiz für neue Werte hat sich geändert. Sicherheit, Komfort, sparsamer Verbrauch haben längst Beschleunigungs- und Höchstgeschwindigkeitswerte ersetzt. `Freie Fahrt für freie Bürger` ist ein Argument von vorgestern. 

-  Die Unfallschwerpunkte liegen in Baustellen oder jenseits der Autobahnen, wo unübersichtliche Strecken, Witterung und subjektive Fehler fatale Folgen haben. Trotz örtlicher Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Und wenn die Argumente ausgehen, dann ist der Griff zur redaktionellen Rhetorik ein schlechter Ersatz. Ob es die Einordnung Deutschlands in eine Ländergruppe zusammen mit Bhutan und Co ist, die Beschreibung subjektiver Ängste von überzeugten Bahnfahrern oder vermeintliche finstere Strukturen der Autolobby im Hintergrund.