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Die Auffassung von Herrn Husmann mag politisch vertretbar sein, wenngleich ich sie nicht teile. Die Synode der EKD sollte aber politische Standpunkte allenfalls dann beziehen, wenn es nicht aus christlicher Sicht gute Gegenmeinungen gibt.

Ansatzpunkt ist insoweit, dass Tempo 130 generell zwar eine verantwortungsvolle Fahrweise bedeutet. Daher ist es wünschenswert, wenn möglichst viele so fahren. Das Tempolimit ist aber darauf gerichtet, schnelleres Fahren zu verbieten. Denjenigen, die dort schneller fahren wollen, wo dies möglich ist, wird misstraut, dass sie nicht in der Lage seien, davon verantwortungsvoll Gebrauch zu machen.

Nur aus der Freiheit wàchst Einsicht in eigene Verantwortung und Rückbesinnung auf Gewissen und Nächstenliebe. Verbote hingegen können insoweit abstumpfen. Dies zeigen auch die Erfahrungen mit Freiheitsbeschränkungen und sozialem Netz im Kommunismus.

Im übrigen ist zu befürchten, dass Autobahnen nach Einführung des Tempolimits durch Herabsetzung des Sicherheitsstandards aus Kostengründen baulich wie in anderen EU-Ländern unsicherer würden, so dass Verstöße häufiger zugleich höhere Unfallgefahr bedeuten würden.