EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus über Christian Lindners Hochzeit

Die wirklich wichtige Frage
Annette Kurschus

EKvW / Barbara Frommanns

Christian Lindners und Franca Lehfeldts Hochzeit empörte viele Kirchenmitglieder, weil beide aus der Kirche ausgetreten sind. Hier antwortet Kirchenchefin Annette Kurschus.

Selten haben mir so viele zornige Kirchenmitglieder geschrieben wie nach der kirchlichen Trauung von Christian Lindner und Franca Lehfeldt auf Sylt. Angestauter Frust, tief sitzende Aggressionen und lange nagende Enttäuschungen fanden hier ihren Ausbruch. Inzwischen ist der Dampf abgezogen – Zeit also, mit kühlerem Kopf nachzudenken.

Annette Kurschus

Annette Kurschus wurde 1963 geboren und ist seit November 2021 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Seit 2012 ist die Theologin zudem Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen mit Sitz in Bielefeld. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt in der Landeskirche bekleidet. Von 2015 bis 2021 war sie stellvertretende Ratsvorsitzende der EKD. Seit 2014 fungiert sie außerdem als Mitherausgeberin von chrismon.
Barbara FrommannPräses der ev. Kirche Westfalen, Annette Kurschus

Braut und Bräutigam bewusst aus der Kirche ausgetreten! Aber das war es nicht allein, was die Gemüter erhitzte. Es war das Gesamtensemble dieser Hochzeit. Wie wenn man ein kleines Bild in einen prunkvollen, gänzlich überdimensionierten Rahmen steckt, so war die Wirkung dieser Trauung: Man sieht nur noch den Rahmen und kaum noch das Bild.

Die mediale Sensationslust setzte mit viel Hui und zugleich Pfui Brautkleid, Privatjet, Porsche in Szene, garniert mit Spekulationen, Schmachtstorys, Comedynummern und Halbwissen. Das alles hat die schlichte Zeremonie, die in der Kirche stattfand, opulent gerahmt. Und den Rahmen des Rahmens gaben die politischen Pläne ab, die der Bundesfinanzminister zulasten von Langzeitarbeitslosen veröffentlicht hatte, während der Bräutigam sich von der Pfarrerin segnen ließ. In den Augen vieler geriet dieser Segen fälschlich zur kirchlichen "Absegnung" einer Politik, die sie unchristlich finden. So umwehte der Geruch des Geldes die Trauung, und darum konnte eine Spende oder auch eine Nichtspende an die Kirchengemeinde so oder so nur anrüchig sein. Das Eine roch nach Käuflichkeit, das Andere nach Knickrigkeit.

Viele Kirchenmitglieder lassen sich nicht trauen

Christian Lindner sagte im chrismon-Interview: "Wenn zwei Seelen um Segen bitten, sollte man nicht die finanziellen Gegenleistungen thematisieren." Das stimmt grundsätzlich, funktioniert aber nicht, wenn der Bräutigam Finanzminister ist. Mitglieder der evangelischen Kirche reagierten ungehalten, denn sie unterschieden hier nicht scharf zwischen dem politischen und dem privaten Menschen Christian Lindner. Wie auch, sahen sie doch Bundeskanzler und Oppositionsführer unter den Gästen.

Viele evangelische Kirchenmitglieder finden es ungerecht, dass die Kirche ihr Recht bis an die Schmerzgrenze strapaziert und dieses Paar in den Genuss einer Leistung kommen lässt, die sie mit ihrer Kirchensteuer finanzieren, zumal der Name Christian Lindner gerade nicht für Alimentierung ohne Gegenleistung steht. Ist das kleinlich? Nein, das ist das normale Gerechtigkeitsempfinden von Menschen, die jahrzehntelang Kirchensteuern gezahlt haben und oft die spöttische Frage aushalten müssen, warum sie eigentlich "noch in dem Laden" sind.

Die eigentlich wichtige Frage ist eine andere

Aber irgendwann muss auch Schluss sein mit der Aufregung. Wer Ohren hatte zu hören, konnte vernehmen, wie hoch der Anteil der Trauungen ohne Kirchenmitgliedschaft ist: circa vier von tausend Trauungen. Nichtmitglieder fragen kaum noch nach Gottes Segen; sie bevorzugen kommerzielle private Dienstleister. Der Größe der Aufregung steht also die zahlenmäßige Winzigkeit des Problems gegenüber.

Ein echtes Problem ist allerdings, dass auch viele Kirchenmitglieder sich nicht mehr kirchlich trauen lassen. Die Frage, wie wir auf getaufte Menschen reagieren, die sich von der Kirche abwenden oder sie bereits verlassen haben, darf uns weder egal sein noch lässt sie sich stumpf mit Kirchenrecht klären. Daher rührt die Idee der Nordkirche, sich in einer Erprobungsphase mehr für Menschen zu öffnen, die sich der Kirche entfremdet haben – auch für Nichtmitglieder. Gibt es noch etwas jenseits der binären Unterscheidung von Mitgliedern (von denen der geringere Anteil Kirchensteuern zahlt) und Nichtmitgliedern? Das ist die eigentliche, die wirklich wichtige Frage.

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Lesermeinungen

Hallo Chrismon-Team,
ich schließe mich den zornigen Kirchenmitgliedern an und deren Meinung zur kirchlichen Trauung von Politiker Lindner und Frau.
Die Antwort auf diese im Artikel speziel hervorgehobene Frage ist klar zu beantworten: Nein, es gibt sie nicht. ein Nichtmitglied ist selbstverständlich auch kein Kandidat für solche Zeremonien. Das wäre nur eine hübsche Kulisse, so wie es auch Frau Käsmann
bereits formuliert hat. Es gilt ein frei Geständnis... ,kein frommer Schein , Frau Kurschus ! Die ganze Geschichte wird die Talfahrt der Institution Kirche nur noch beschleunigen. Umdenken ist angesagt.
Gruß Elisabeth Fischer ( Leipzig )

Der Artikel von der Ratsvorsitzenden der EKD zu der Duldung der Trauung Lindners hat mich sehr verwundert. Meine Fragen lauten nur: Was würde zu diesem Verhalten heute ein Martin Luther sagen? Ist das nicht vergleichbar mit dem damaligen Freikaufen der Seelen im Fegefeuer ? Und um welche Beträge kann man sich jetzt freikaufen? Unabhängig von der allgemeinen Meinung ist das nicht alles ein Affront gegenüber den normalen Kirchensteuer zahlenden, sich noch zur Kirche bekennenden Mitgliedern ?
Mit Grüßen,
Ihr
Werner Götz
Ingelheim/Rhein

Sehr geehrte Frau Ott,

fürchterlich das Nachdenken „mit kühlerem Kopf" von Frau Kurschaus und ihre „eigentliche, die wirklich wichtige" Frage nach der Unterscheidung von Mitgliedern und Nichtmitgliedern.

Fürchterlich, weil bräsig und bequem. Frau Kurschus hat sich die kecke Aussage von Herrn Lindner von der Bitte zweier Seelen um Segen ohne die Thematisierung finanzieller Gegenleistungen zu eigen gemacht. „Irgendwann muss auch Schluss sein mit der Aufregung“. Anstatt sich über die Irritationen zu freuen und wirkliche Perspektiven für eine Zukunft der Kirche aufzuzeichnen, bleibt Frau Kurschus abwiegelnd und belehrend.

Wo ich auch reinhöre. Familie, Freunde, Kollegen. Wo sind die Pastoren, was treibt sie um, wo bleibt die persönliche Ansprache ihrer Schafe? Keiner guckt mal vorbei. Wo sind die geöffneten Kirchen? Landauf landab bleiben sie verrammelt, überall verschlossene Kirchen- und Kulturräume. Wo bleiben zusammengehörigkeitswirksame Erlebnisse, Konzerte, Lesungen, Diskussionen und und und? All das bleibt Fernsehen und Internet überlassen, Synergien null. Wo versickern all die Beiträge und Spenden? Dabei gibt es in Deutschland, in den direkten Nachbarschaften unmittelbar vor Ort gerade in diesen Zeiten so viel anzupacken.

Als ZEIT Abonnent habe ich mich diesmal richtig über die Beilage Chrismon geärgert.

Aber eigentlich muss ich dankbar sein: Ich werde aus der Kirche austreten. Denn: Gott - wie war das bei Frau Kurschus - liebt jeden Menschen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jan Esche

Frau Kurschus hat schon Recht: Die Aufregung um die kirchliche Hochzeit des Ehepaars Lindner sei zwar verständlich, ist aber marginal im Vergleich zu den drängenden Problemen der christlichen Kirchen und den Kirchenaustritten.Tatsache ist aber, dass Herr Lindner mit 18 Jahren aus der Kirche ausgetreten ist und dadurch bis zum heutigen Tag Kirchensteuer im hohen 5stelligen Eurobereich gespart hat. Da man aber kirchliche Leistungen auch kostenlos erhalten kann, hat er (vielleicht unbewusst) ein deutliches Signal gegen die Kirchenmitgliedschaft gesetzt, Gerade bei den Jüngeren dürfte ein solches Verhalten, spätestens beim Eintritt ins Erwerbsleben, auf fruchtbaren Boden fallen.
Für mich bleibt die Kernfrage für die Zukunft der christlichen Kirchen: Warum wird die Diskussion um eine Kultur- oder Ethiksteuer, die für alle der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Personen, die aus der Kirche ausgetreten sind, verbindlich ist, nicht lauter geführt. Nur selten wird dieseses Thema, wie kürzlich von Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt, angesprochen. Ernsthaft diskutiert wird darüber aber seit Jahrzehnten nicht, vielleicht aus Angst der Kirchenoffiziellen, dass dann das gesamte Kirchensteuersystem in Frage gestellt wird und es dadurch zu stärkeren finanziellen Einbußen als durch die Kirchenaustritte kommen könnte?.
So aber bleiben die steuerlichen Vorteile des Kirchenaustritts, die auch Herr Lindner seit vielen Jahren trefflich zum eigenen finanziellen Vorteil ausnutzt. Schade!
Dr. Klaus Weichtmann, Frankfurt

Annette Kurschus’ „Auf ein Wort“ ist wohl gründlich daneben gegangen, wie man der Leserpost durchgehend entnehmen kann. Die Meisten befürchten das Abdriften in die Beliebigkeit, so wie Papst Franziskus für die Katholiken mit dem Hinweis, eine gute evangelische Kirche reiche. Viele kritisieren die fehlenden Antwort auf die Frage, was jenseits der Unterscheidung Mitglied oder Nichtmitglied in der Kirche von Bedeutung sei.

Für mich hat unsere Kirche ihr Alleinstellungsmerkmal verloren angesichts der Fülle von weiteren Angeboten auf dem Markt für Moral, Politik, Soziales, erste, letzte und besondere Feiern zwischendurch (z.B. Hochzeit), Unterhaltung, etwa auf Basis von biblischen und quasi-biblischen Geschichten über Mord, Macht und Magie, aber natürlich auch über Hoffnung auf bessere Zeiten. Bliebe also nur der Glaube, der offensichtlich auch außerhalb einer Kirche möglich ist. Dieser Interpretation ist Frau Kurschus in ihrem Beitrag als evangelische Kirchenobere nicht deutlich entgegen getreten.

Warum nicht daraus die Konsequenzen ziehen?

"Die eigentliche, die wirklich wichtige Frage", Frau Präses, ist doch die, ob die Evangelische Kirche nicht schon längst wie ein innerlich hohler und morscher Baum nur noch in der gesellschaftlichen Landschaft herumsteht, der zwar noch einige Blätter trägt und nur wenige neue Triebe aufweist, aber dessen Zusammenbruch nur noch eine Frage der Zeit ist.
Aus der inneren Emigration grüßt
Ulrich Wagner , Pfarrer i.R

Die Hochzeit von Herrn Lindner und Frau Lehfeldt auf Sylt: Alles nicht so schlimm, vieles
aufgebauscht, Sensationslust der Medien. Es gehe doch einzig nur um den Segen für zwei
Menschen, den sie von der Evangelischen Kirche erbitten, obwohl sie ausgetreten sind. Außerdem
sei so etwas sowieso ganz selten, nur vier Promille der „evangelisch“ Getrauten seien keine
Kirchenmitglieder. Das ist die Meinung von Annette Kurschus, der Ratsvorsitzenden der
Evangelischen Kirche in Deutschland, im letzten Magazin chrismon, dessen Herausgeberin sie auch
ist. Und sie lässt den Leser ohne Antwort auf die Frage zurück, ob es eigentlich nicht doch „noch
etwas“ gibt, was jenseits der Unterscheidung Mitglied oder Nichtmitglied von Bedeutung ist.
Ja, man muss die Kirche vielleicht im Dorf lassen oder sich, wie viele, überhaupt nach deren Sinn
fragen. Man kommt nicht umhin, die Bewertung von Frau Kurschus zu verstehen, als wäre Kirche
vielleicht – drastisch ausgedrückt - eher ein Dienstleister für Soziales, erste, letzte und besondere
Feiern zwischendurch (Hochzeit!), sowie für Unterhaltung, etwa auf Basis von biblischen
Geschichten über Mord, Macht und Magie, aber natürlich auch über Hoffnung auf bessere Zeiten.
Der wirkliche Kern des Ganzen ist ausschließlich, wie wir seit Luther wissen, der Glaube, und der
wird bei der Mitgliedschaft in der Kirche nicht abgeprüft – wie auch.
Ja, Frau Kurschus, einfach, aber konsequent: Man braucht keine Kirche für seinen Glauben, schon
gar nicht, wenn man das aktuelle Scheitern der christlichen Botschaft sieht, indem etwa auf Christus
gegründete Kirchen sich nach zweitausend Jahren immer noch für Krieg oder gegen Frauen
positionieren. Und um auf Ihre Frage zu antworten: Nicht nur etwas, sondern das Meiste gibt es
jenseits der Kirchen, auch der evangelischen.
Dirk Ellinger

Ach was sind wir doch alle so locker, weltoffen und permanent auf Schmusekurs.
Klare Kante, genaue Zielsetzung und auch Wertschöpfung ist für Vergeistigte niemals realisierbar oder doch wenn sie bemerken, dass sie der Gemeinschaft mit ihrem Gebaren einen Bärendienst erweisen, ja sogar den Ast absägen auf dem sie selbst sitzen?
Offen für JEDEN zu sein, Halt anbieten zu können bedeutet doch auch Festigkeit nach außen zu demonstrieren. Überall gilt es Regeln zu beachten. Eine Gemeinschaft funktioniert, wenn Regeln befolgt werden. Regelverstöße werden geahndet; von wem und wann auch immer. Austritte, der Rückzug vieler aus unserer Gemeinschaft, ist doch eine Reaktion.
Bin ich denn völlig auf dem falschen Dampfer wenn ich mir wünsche, dass die ordinierte Geistlichkeit Flagge zeigt und sich darum bemüht die Zuversicht vieler zu stärken. Hängt die Seeligkeit davon ab, alle naselang das Rad neu zu erfinden? Eine Familie mit weitestgehender Gleichmäßigkeit vermittelt Geborgenheit, ist die Quelle aus der Kraft fließt.
Sind große Gedanken, Leitsätze, Losungen etc. für ein gut funktionierendes Zusammenleben von christlich gesinnten Menschen lebensnotwendig?
Die, die sich von uns abwendeten, sich nicht angenommen fühlen oder/und ihr Kreuz nur auf der Zunge tragen, also die Menschen an der Basis, verloren das Vertrauen und die Gewissheit Geborgenheit zu finden, wenn sie gebraucht wird.
Wer etwas bewegen will fängt ganz unten an. Solide Handwerker sind jetzt gefragt, sie gilt es zu unterstützen ...
Hans-Georg Lerche

Sehr geehrte Frau Kurschus,
in Ihrer Einlassung "Trau,schau,wen" in chrismon, liegt Ihr Fokus hauptsächlich auf Geld - Kirchensteuer.
Vielmehr wäre es doch angebracht auf den Sinn einer christlichen, kirchlichen Trauung einzugehen, ob es einem
Paar, das sich bewusst von der Kirche - dem Glauben - abgewandt hat, eine solche Zeremonie einzuräumen.
Sollte man doch eigentlich an die Verse Paulus denken:
" DasMysterium ist groß
ich sage es aber im Hinblick auf
Christus und seine Kirche "
So steht es im Ephesusbrief (5,32) des Paulus von der ehelichen,liebenden Einheit von Mann und Frau.
In der Stunde der Trauung beginnt dieses große Geheimnis. Da wird der Anfang durch das Jawort zum
gegenseitigen sich Schenken und Empfangen unter dem Segen Christi für ein einziges Leben der Liebe
und der Treue gemacht.
Es ist ein einmaliges Geheimnis, das auf die Ehe zugeht, nur einer kennt es: Gott!
Darum verstummt hier alle Weisheit der Menschen, Ehe und Liebe sind ein Geheimnis. Es kann nur
durch das noch größere Geheimnis gelöst werden : durch Gott.
Wenn das Ehepaar stets Gott anvertraut ist, wird das Geheimnis der Ehe, das große Mysterium ,von dem
Paulus spricht, eine geheimnisvolle Seligkeit und Größe .
Es beginnt ein Geheimnis der Einheit, das noch nie war. Es soll die Herrlichkeit Gottes widerspiegeln,
so wie dieses einmalige, gemeinsame Leben in dieser endlichen Welt dargestellt werden kann.
Es sollte dieses Leben, das mit dem Hochzeitstag beginnt, die gegenseitige Liebe und Hingabe stetig
steigern. Das wäre der Segenswunsch für die beiden an ihrem Freudentag.
Mit einem herzlichen Gruß
Georg Meurer

Wenn die Grenzen zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern verschwimmen, muss man sich auch die Frage nach einer Notwendigkeit einer Mitgliedschaft stellen. Ich finde das sehr Problematisch.
Den Grundgedanken sich Nichtmitgliedern zu öffnen finde ich prinzipiell gut, nur muss das an der Richtigen Stelle passieren und mit der Zielsetzung, eine Längerfristige Verbindung zur Kirche herzustellen. Genau hier sehe ich aber das Problem bei der Trauung von Herr Lindner und Frau Lehfeld. Ein „Reinschnuppern“ in die Kirchenwelt sollte nicht gleich auf dem Niveau einer Trauung passieren. Es wird sich zeigen, ob einer der Beiden den Kontakt zur Kirche hält. Wenn dem so ist, wäre es eine schöne Story für alle Beteiligten.

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchte ich mein Apo der Zeitschrift christmon zum nächsten möglichen Termin kündigen.
Meine Gründe:
Sie veröffentlichen zur Trauung Christian Lindner zwei Artikel, einmal die Stellungnahme von Annette Kurschus und zum Zweiten nachgefragt Christian Lindner.
Ja, ich gehöre zu den Aufgebrachten. Nachdem Frau Koschus auch meine Gefühle dargelegt hat, „befiehlt“ sie irgendwann das Schluss sein muss. Sie belehrt mich, dass ich ja Ohren habe zum Hören, also längst wissen müsste, dass Trauungen auch ohne Kirchenmitgliedschaft möglich sind. Will sie mir jetzt ein schlechtes Gewissen einjagen wegen meiner rückständigen, wenig christlichen Ansichten? Und jetzt wird aus der Trauung eine Erprobungsphase. Dabei kommen der Ort und die Art der Erprobung nicht zur Sprache. Der besondere Ort und all das Drumherum werden unter den Tisch fallen gelassen. Da hätte ich mir doch auch das Urteil von Frau Margot Käßmann hierher gewünscht, einfach auch noch eine andere Meinung. Oder untersagt das Frau Koschus? Ich bleibe dabei, die Trauung war ein Event der besonderen Art mit Hilfe der evangelischen Kirche. Eine ernst gemeinte Trauung hätte an einem unbedeutenden Ort stattfinden können. Dann hätte auch Herr Lindner meine Achtung gehabt. So war es ein Schauspiel und das wird von Frau Koschus verteidigt als Erprobung und der Leser ermahnt jetzt Schluss zu machen. Deshalb glaube ich auch Herrn Lindner nicht. Jemand, der den Segen Gottes haben will, braucht nicht diesen pompösen Rahmen. Da hätte sich ein Pfarrhaus oder eine sonstige, einfache Umgebung als richtig gezeigt. Ich hoffe es kommen jetzt viele, einfache Menschen auf die Idee auch auf Sylt die Trauung in der Erprobung zu erhalten. Die dürfen doch jetzt Alle, oder?
Sonst gibt es keine Stellungnahme hier. Eine sehr einseitige Sicht der Dinge. Es spricht nicht für breite Meinungsfreiheit dieser Zeitschrift und ihrer Leitung. Ich will sie unter dieser Führung nicht mehr lesen.
Mit freundlichem Gruß
Christel Schitkowski

„Aber irgendwann muss auch Schluss sein mit der Aufregung“, fordert die Verfasserin dieser Kolumne. Bei Formulierungen dieser Art ist höchste Vorsicht geboten. Oft sollen damit unliebsame Diskussionen „abgewürgt“ werden.
Christian Lindners Trauung auf Sylt war bewusst als öffentlichkeitswirksames und mediales Ereignis angelegt. Warum die evangelische Kirche hier „mitgespielt“ hat, ist zweifelsohne eine wichtige Frage. Die Autorin versucht - statt einer Antwort - diese Frage mit Abschweifungen in allgemeine kirchliche Fragen zu umgehen, zu beschönigen. Das es Probleme wie die angeführten in der evangelische Kirche gibt, ist unbestritten. Nun kommt leider ein weiteres hinzu.
Werner Koschorreck, Essen

Sehr geehrte Damen und Herren,
„Aber irgendwann muss auch Schluss sein mit der Aufregung.“ Eine Ratsvorsitzende, ein Wort.
Und das klingt nach Beschwichtigen anstatt offener Debatte in der Kirche der Reformation.
Nicht einmal der um Offenheit bemühte Papst hätte gewagt, ein solches Machtwort zu einem Kirchenskandal auszusprechen.
Dass er einer ist, liegt an den Kirchenverantwortlichen. Es lag doch bar auf der Hand, dass die beliebte Sylter Kirche als Traumkulisse für eine glamouröse Traumhochzeit eines kirchenfernen Traumpaars herhalten sollte. Eine ihrer sakramentalen Bedeutung bewusste Eheschließung unter dem Zeichen des Kreuzes, des Lammes Gottes, Christus, konnte nicht im Ernst die Intention von zwei erklärtermaßen der Kirche Distanzierten sein. Und alleine darin hätte die Wirkkraft dieses heiligen Sakraments gelegen, der Trauung als bekenntnistreue Glieder der Kirche in der Mitte der „Versammlung der Gläubigen“, wie sie Luther als „Kirche“ definierte. Und die sich als solche nun vom falschen Schein pseudochristlichen Wollens missbraucht sieht.
Darin liegt auch das „echte Problem“, nämlich der Kirchenoberen, diesen Skandal in gewohnter Weise herunterzuspielen und zu verdrängen. Was nur noch mehr Verdruss unter den Kirchenmitgliedern und weitere Austritte aus der Kirche bewirkt. Wenn es keine „Aufregung“ in der Kirche des Aufstands und der Erregung gegen die einstmals römisch-päpstliche Bevormundung mehr geben darf, kann sie als in der Nachfolge Luthers stehende Kirche dichtmachen. So weit mit kühlem Kopf nachgedacht.
Mit freundlichen Grüßen
Axel Spellenberg
Worpswede

Sehr geehrte Frau Kurschus,
Ihre Beiträge sind immer fundiert, umso mehr wundere ich mich über Ihren Artikel zur Trauung von Herrn Lindner.
Vielleicht hat es Sie genervt, dass dieses „ Event „ solche Beachtung fand. Da bin ich vollkommen d‘accord mit Ihnen. Deshalb bezieht sich weder dieser Text noch mein , ja Ärger, auf diese Hochzeit.
Dass ein Seelsorger Beistand gibt- quasi für jeden - sollte erwartbar sein. Aber eine beliebigkeit von Verträgen, von Zusammenschlüssen, bedeutete das Ende dieser.
Die Kirche hat Austritte zu verkraften, die eine Gefährdung darstellen, also sollten alle Anstrengungen unternommen werden, das zu stoppen und Rekrutierungen das Ziel sein.
Es ist ein Zeichen unserer Zeit alles, wirklich alles, „ mitzunehmen „ , was möglich ist ( besser gesagt, eigentlich eben nicht möglich ist ohne entsprechender Engagement). Und, auffällig, besonders viele von diesen Zeitgenossen leben in eher privilegierten Verhältnissen.
Die christliche Kultur bildet für fast alle Bürger ein wesentliches Element, was bedeutet, es wird in Anspruch genommen ( Orgel Konzerte, Kirchen Architektur, etc), Sie brauchen keine Erklärung. Da scheint mir, dass die Kirche zu nachlässig mit Aufklärung ist.
Weshalb vor einer Trauung, die mir kirchlich wichtig ist, nicht wieder eintreten mit der Bindung über 10 Jahre bzw Nachzahlung für die letzten 10?
Klar, es ist ein Alarm- oder Signal Zeichen, wenn viele Mitglieder auf die kirchliche Trauung verzichten. Aber, 1. vermischen Sie unzulässigerweise hier die Probleme und 2 . verschärfen Sie diese durch Ihre Haltung.
In diesen Problemkreisen stecken derart viele Aspekte, dass ich diese jetzt nicht skizzieren kann, hoffe jedoch, Sie verstehen die Einwände.
Beste Grüße
Sabine Heuber, Hannover

Sehr geehrte Damen und Herren,
über die Frage, ob man einem Paar, das aus der Kirche ausgetreten ist, den kirchlichen Segen geben kann oder ihn zu verweigern, kann man unterschiedlicher Meinung sein. Wenn das Ehepaar Lindner dieses als kleine Zeremonie im engsten Familienkreis gemacht hätte, hätte ich es den beiden noch abgekauft, dass sie es ernst gemeint hätten.
Aber die Trauung der Lindners in Sylt ist zu einem „Event“ für die große Öffentlichkeit ausgeartet und die Kirche hat sich ohne Not zu einem wesentlichen Bestandteil diese „Events“ gemacht.
Sie verfehlt damit ihre eigentliche Aufgabe und droht zu einer „Event Location“ zu verkommen.
Mit freundlichen Grüßen
Gabriele ten Haaf, Montabaur

Sehr geehrte Frau Kurschus
Ihr Artikel zu Lindners Hochzeit hat mein Interesse geweckt , aber leider bin ich mit dem Inhalt nicht schlauer geworden. Ich hab keinerlei Problem mit kirchlichen Veranstaltungen für Nichtmitglieder. Finde es auch gut , vielleicht findet auf diesen Weg ein Mensch zurück zum Glauben. Aber ich hoffe, und erwarte , dass ein Nichtmitglied dann für diese Leistung eine entsprechende „ Gebühr“ entrichtet.
Dazu haben sie in ihrem Artikel eine sehr undifferenzierte Aussage getroffen.
Überall sonst muss ich in einem Verein eine höhere Gebühr entrichten als ein Mitglied. Warum in der Kirche nicht?
Ich glaube wenn hier eine klare Linie festgelegt wird gibt es keine Verstimmungen.
So ist es überall im Leben und beim Tod(Beerdigung) Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Günthert, München

Sehr geehrte Frau Kurschus,
am 1.8.22 bin ich 65 Jahre nach meiner Taufe und ca. 50 Jahre nach meiner Konfirmation und Zahlung eines 6-stelligen Betrages an Kirchensteuern aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Eigentlich hätte ich erwartet, dass sich irgendjemand aus der Kirche für die Gründe interessiert. Dies war nicht der Fall und da es schön zu ihrem Artikel passt, möchte ich diese jetzt mit Ihnen teilen.
Ja, es war die kirchliche Trauung auf Sylt. Dabei geht es mir aber nicht um die Person eines Promis. Wenn ich Sie richtig in den 2 recht kompliziert geschriebenen letzten Absätzen verstehe, gibt es 4 Promille gleichartiger Trauungen. Für mich 4 Promille zu viel. Ich finde es grundsätzlich falsch, wenn man ein Gotteshaus zu einem Veranstaltungsobjekt herabwürdigt. Wenn dabei noch Spenden fließen sollten, erinnert es mich, ohne Bibelfest zu sein, an das Gleichnis der Pharisäer, die ihren Handel im Tempel betreiben.
Unmöglich fand ich danach den Umgang der evangelischen Kirche mit dem Vorgang, Während Frau Käsmann sich aus meiner Sicht noch richtig geäußert hat, wird ihr von hoher Stelle widersprochen, da sie beim Traugespräch nicht dabei war. Was soll denn da besprochen worden sein, was die Einschätzung ändert? Alles was man sich vorstellen kann, macht die Sache nur noch schlimmer. Nein, es war einfach der Versuch die Thematik mal wieder (das kann Kirche gut) von sich abgleiten zu lassen und genau das Gleiche empfinde ich nun bei Ihrem Artikel. Sie bauen erst den Rahmen auf, der ja das Ganze nur so hochgespielt hat, wie Medien, Politiker usw. Dass da das Traupaar mächtig zu beigetragen hat und es ja so wollte (ganz im Sinne von Jesus) verschwiegen Sie. Nachdem Sie damit den Fehltritt von ihrer Kirche weggeschoben haben und auf alle verteilt haben, wischen Sie es in den letzten 2 Absätzen ganz vom Tisch: das sind ja nur ganz wenige und "Gibt es noch etwas jenseits der binären Unterscheidung von Mitgliedern und Nichtmitgliedern? Das ist die eigentliche, die wirklich wichtige Frage." Nein, das ist sie nicht! Sie sollten sich diesem Fehltritt der Kirche stellen und Reue zeigen. Vielleicht schafft das ja verlorenes Vertrauen wieder zurück.
Mit freundlichen Grüßen
Ein schwer enttäuschtes Ex-Mitglied (auch ein interessanter Ausdruck),
Jörg Baerbock
Pattensen

Liebe Frau Ott,
die Überschrift von Frau Kurschus läßt hoffen, aber der Kommentar ist eine einzige Enttäuschung, weil er nur Nebelbomben wirft. Es geht ausschließlich um die Frage, warum die Kirche ein Paar traut, das sich nicht zum christlichen Glauben bekennt, aus der Kirche ausgetreten ist und beide sich als Atheisten sehen.
Dass die Kirche eine solche Show zu ihren Lasten zuläßt und dabei mitspielt, ist schlicht unbegreiflich. In meinen Augen auch eine Form der Gotteslästerung. Das Paar möge Hochzeit feiern in Saus und Braus, aber nicht mit einem christlichen Segen.
Wie kann sich die ev. Kirche nur so mißbrauchen lassen? Unbegreiflich und die Aufregung mehr als berechtigt.
Das allein, verehrte Frau Kuschus, ist das Thema. Der Hinweis auf die Statistik ist völlig irrelevant, lenkt vom Thema ab und ist ein untauglicher Versuch der Verharmlosung.
Die Kirche hat auch noch viele andere Sorgen, aber hier geht es nur um eine klare Haltung zu diesem Sachverhalt und die fehlt - leider.
Warum noch in der Kirche bleiben, wenn selbst Atheisten gesegnet werden?
Heinrich Alt

Wenn Frau Präses Kurschus die "Lindner-Trauung" In der Keitumer Kirche als "zahlenmäßige Winzigkeit" der so vorkommenden Fälle
betrachtet und die Größe der Aufregung ihr dagegen unverhältnismäßig erscheint, so ist das schon sehr bedenklich, zumal in der Kirche
ein Herr Sloterdijk sprechen durfte, der der sich bisher als ausgemachter Kirchenfeind und Christusverhöhner hervorgetan hat, was Herrn
Lindner nicht unbekannt gewesen sein dürfte. Das hat Frau Kurschus nun wohl auch als übersehrbar erachtet. Kann Frau Kurschus nicht erkennen, dass Kirche sich selbst zur Kulisse herabwürdigt wie Margot Käßmann zu Recht feststellt und zum Markt der Möglichkeiten, auf dem alles möglich ist?
Wieso dann noch Kirchenmitglied sein und Kirchensteuer zahlen? Hat Frau Kurschus vergessen, wer ihre ordentliche Besoldung ermöglicht?
Dr. Robert Fischer, Oberlandeskirchenrat i.R.

Sehr geehrte Frau Kurschus,
eigentlich wollte ich die „Causa Lindner“ vergessen – aber Ihr Beitrag hat leider das Gegenteil erzeugt.
Über die private Eheschließung bzw. Hochzeit des Ehepaares Lindner habe ich mich sehr gefreut. Über die Rolle, die die Evangelisch-Luth. Kirche hier spielte, habe ich mich – wie viele andere - maßlos geärgert.
Das hätte die katholische Kirche, die unter den gleichen Problemen wie wir – hier ihr letzter Absatz in ihrem Beitrag auf Seite 8 - zurecht vehement abgelehnt. Es ist nicht die „zahlenmäßige Winzigkeit des Problems“ – sondern die generelle Frage, wofür sich die Evang. Luth. Kirche noch weiter hergibt und wofür sie steht und wofür sie eben nicht steht.

Generell: Es geht mir hier nicht um das „liebe Geld“ und die Kirchensteuer. Das zweite grundlegende Problem (weiterhin sinkende kirchliche Trauungsquote) und damit der weitere Rückgang der Volkskirchen zu Minderheitskirchen lässt sich leider nicht in einem Absatz abhandeln lassen.
Konkret: Zwei Menschen, die sich bewusst von der Kirche getrennt haben, die mit Glauben, Bibel und Jesus bewusst keinerlei Bezug haben wollen, die können- ja die sollen – oder noch besser müssen - lieber den „kommerziellen privaten Dienstleister“ engagieren und bezahlen.

Das dient der Klarheit und Wahrheit unseres Glaubens und damit letztlich unserer Kirche.

Besten Gruß aus Augsburg
Ihr Wolfgang Leiner

Sehr geehrte Frau Kurschus
In Ihrem Artikel zur Trauung von Christian Lindner im Magazin Chrismon rufen sie dazu auf, „mit kühlerem Kopf nachzudenken“, weil sich ja jetzt der „Dampf“ verzogen hätte. Und – machen gleich selbst gehörig Dampf: den Kirchenmitgliedern, die Ihnen zu diesem Thema geschrieben haben, unterstellen Sie Zorn, angestauten Frust, tiefsitzende Aggressionen und lang nagende Enttäuschungen. So fertigt man unliebsame Kritiker ab, wer unter dem Eindruck solch negativer Gefühle schreibt, kann ja nichts Sinnvolles schreiben. Aber nehmen wir mal an, Ihre bös formulierte Diagnose stimmt! Da sollte sich die Ratsvorsitzende der EKD doch fragen, was die Kirche zu dieser negativen Haltung beigetragen hat. Stattdessen regen Sie sich auf über die mediale Sensationslust, die diese Trauung begleitete. Wer war auf der kirchlichen Seite so naiv, dass man eine faire Berichterstattung über eine „schlichte“ Zeremonie erwartete?

Im Gegensatz dazu gehen Sie erstaunlich gelassen mit Herrn Lindner um. Es braucht aber schon eine ordentliche Portion Chuzpe oder Frechheit bei einem Paar mit diesem Bekanntheitsgrad, nach dem Kirchenaustritt sich an die Kirche zu erinnern, weil man deren Segen haben will. War vielleicht auch Herr Lindner so naiv, die mediale Reaktion auf diesen Segen zu unterschätzen?

Gott sei Dank (oder eher Luther sei Dank) ist die Trauung kein Sakrament, nichts Heiliges also. Aber ganz provokant gefragt: was bewirkt ein kirchlicher Segen bei Menschen, die der Kirche den Rücken gekehrt haben und offenbar das auch so gut finden? Da hätte mich sehr interessiert, was die wissenschaftliche Theologie dazu sagt. Hat sich jemand über den kirchlichen Segen habilitiert? Bitte melden!

Zum Schluss erwähnen Sie den Entschluss der Nordkirche, sich mehr um Menschen zu kümmern, die sich der Kirche entfremdet haben und die damit nach Ihrer Einschätzung einer wirklich wichtigen Frage nachgeht. Ich empfehle, sich zuerst denen zu widmen, bei denen Zorn, angestauter Frust, tiefsitzende Aggression und Enttäuschung im Verhältnis zur Kirche da sind. Das werden ganz überwiegend Kirchenmitglieder sein - aber die wollen noch was von der Kirche. Es gibt viel zu tun!!

Mit freundlichen Grüßen
Joachim Braun

- Christliche Trauung von Paaren -
Sehr geehrte Frau Kurschus,
eigentlich wollte ich diesen ganzen Schmunzes über dieses Lindner-Spektakel an mir vorübergehen lassen — nun hat mich aber doch interessiert, was Sie dazu zu sagen haben und ich habe Ihren Artikel — ich gebe zu: nicht vollständig — gelesen. Nicht vollständig deshalb, weil auch Sie zu meinem großen Bedauern das Für und Wider dieser Handlung auf Beitragszahlung ja oder nein reduzieren („… und dieses Paar in den Genuss einer Leistung kommen lässt, …). Nein, darum geht es ganz und gar nicht allein! Wenn ich Menschen höre, die ihrer Kirche den Rücken kehren, so liegt es nicht allein an der „Leistung“, die ab sofort nicht mehr erbracht wird, sondern es ist ein Weg, der zum Austritt führt, und diese Entscheidung ist nicht allein getragen von steuerlichen Entlastungen, sondern überwiegend von Lustlosigkeit, Ferne, „was soll ich da?“, „ich finde den Lieben Gott auch im Wald“,… Wenn jetzt dieser Herr Linder, oder wer auch immer, in diesem Zusammenhang wieder einmal den Begriff „Freiheit“ anführt, dann gähne ich!
Es wäre meines Erachtens die Frage zu stellen, warum der Weg aus der Kirche heraus gemacht wurde. Und wenn diese Entscheidung „frei“ getroffen wurde: gegen die Mitgliedschaft in der Kirche, dann sollte dieser freie Mensch auch so frei sein, ein Hochzeitsfest ohne eine Pfarrerin/einen Pfarrer hinzubekommen, und zu seiner Entscheidung stehen und sie auch vertreten.

„Eure Rede aber sei: Ja! Ja! Nein! Nein! Was darüber ist, ist von Übel“. Rumgewurschtel haben wir satt und genug in unserer Welt. Da möchte ich gerne ehrliche und klare Worte aus meiner Kirche hören.

Freundliche Grüße
Goda Höffner

In ihrem Kommentar "Trau, schau, wen" erwähnt Annette Kurschus die "binäre Unterscheidung von Mitgliedern und Nichtmitgliedern" und verweist auf die "wirklich wichtige Frage". Beides interessiert mich. Leider ist der Kommentar an dieser Stelle zu Ende, sodass ich ratlos zurückbleibe, was binär in diesem Zusammenhang bedeutet und wie die wirklich wichtige Frage lautet. Schön wäre natürlich auch eine Antwort. Ich rege daher einen weiteren Kommentar an, der dort ansetzt, wo dieser aufhört.

Hallo Chrismon-Team,
gelegentlich lese ich Ihre Zeitschrift,weil sie Beilage der von mir abonnierten SZ ist.
Obwohl kein gläubiger Christ, sei mir folgende Anmerkung erlaubt:
Anscheinend hält Christian Linder die Kirche für eine Art Dienstleistungsanbieter. Wahrscheinlich wollte er keine Kirchensteuer mehr zahlen und ist deshalb ausgetreten. Bei dieser Betrachtungswiese muss man sich auch nicht schämen, wenn man gegen einen entsprechend großzügigen Obolus dann eine Einzelleistung in Anspruch nimmt. Das problematische an der Sache ist, dass so jemand unser aller Finanzminister ist.
Ich bin aus der (Katholischen) Kirche ausgetreten, weil mir der (damalige) Glaube an eine ewige Verdammnis als zutiefst unverhältnismäßig erschien. Da kann man dann niemals auf die Idee kommen, sich von einer solchen Gemeinschaft den „Segen“ für eine bedeutende Entscheidung im Leben zu holen. - Die ersparte Kirchensteuer wird durch Unterstützung von "Kindernothilfe", SOS-Kinderdorf" und "Ärzte ohne Grenzen" mehr als ausgeglichen.
mit freundlichen Grüßen
Helmut Knett

Bei der Lindner-Trauung geht es weniger darum, ob eine Trauung von Konfessionslosen aus „Barmherzigkeit“ mit Kirchensteuermitteln oder durch angemessene Spende seitens der Betroffenen honoriert wird und sich im Übrigen auch Kirchenmitglieder zunehmend weniger kirchlich trauen lassen. Vielmehr steht zur Diskussion, ob eine mitgliedschaftlich organisierte Körperschaft ihre Dienstleistungen mit Außenstehenden teilen soll. Wenn – wie hier – die Kirchengemeinde von der Ausnahmeregelung (0.3-0,4% Trauungen ohne evangelische Partner seit 2015!) aus besonderem Anlass Gebrauch gemacht hat, wäre hierfür zumindest eine andere Form (z.B. Trauung in kleinstem Kreis mit anschließender „Show“) zu finden gewesen, aber das war ja gerade nicht gewollt,
wobei man sich damit keinen Gefallen getan hat.
Dr. Eberhard Keller

Der Artikel von Annette Kurschus über die Kritik an der kirchlichen Trauung von Nichtmitgliedern, im Besonderen Christian Lindner und France Lehfeldt, möchte ich um einen Punkt erweitern. Im Artikel geht es ja auch um den finanziellen Aspekt: Kirchensteuer, Spenden, Nichtspenden und "der Geruch des Geldes". Wie wäre es, wenn die Kirche die Mitgliedschaft finanziell entkoppelt, sprich auf die Kirchensteuer verzichtet und sich auf Spenden konzentriert. Mehr Freiwilligkeit wäre auch hier förderlich, förderlich, um sich auf den wahren Kern einer Glaubensgemeinschaft zu besinnen. Kirchenaustritte können nicht mehr finanziell motiviert sein, die Kirchenleitung würde auf einen Blick erkennen, ob ihr Tun und Lassen im Sinne ihrer Mitglieder ist. Die Mitglieder und Nichtmitglieder könnten durch Spenden und Klingelbeutel gezielt Projekte und Apparat finanzieren oder eben auch nicht. Glauben und Finanzen wären transparent getrennt.

Die wirklich wichtige Frage ist, was hat wieviel gekostet, wieviele wollen künftig in Sylt und anderswo (Traumschiff, Zugspitze?) trotz Austritt gesegnet werden, was wurde gespendet und wie lassen sich nach diesem Probeelauf künftig noch besser GELB (bei ROT u. GRÜN ist das ja kein Problem mehr) und Politik mit einem nicht binären Zustand verbinden?

Die Stellungnahme der Kirchenchefin hat die Bedeutung des tradierten Begriffs "abkanzeln" bei mir wieder lebhaft in Erinnerung gerufen. Wenn es auch keines Tröpfchens mehr bedurft hätte, wäre allein der verbale Schlag ins Gesicht der u. a. angeblich aufgestaut Zornigen und Winzigkeiten Übersehenden geeignet gewesen, ade zu sagen. Aber schon die Sylter Entscheidung und die nachfolgenden Begründungen der Nordkirche und mein Schriftverkehr mit der EKD haben ausgereicht, das zuständige Amtsgericht Mitte September mit meiner Austrittserklärung zu bemühen. Die rote Linie ist für mich persönlich jetzt eindeutig überschritten.

Ja Ja, der seidene Faden. Mit unzähligen Sprüchen und Vergleichen geübt, wir auch auch in diesem Promi "Sylter-Segen-Fall" mit einer virtuosen Verbal-Akrobatik rechts zu links und oben zu unten gemacht. The show must go on. Es ist angerichtet. Wohl bekomm es Euch.

Da ist ja wohl im Eifer und Mitteilungsbedürfnis untergegangen, dass es Kr. Kurschuss "binär" um Mitglieder und Nichtmitglieder und nicht um Glaubensinhalte bzw. Glaubensebenen geht. Die Quintessenz ist aber ähnlich. Wenn man aus Verzweiflung über die mangelnde Anerkennung "MIT und NICHT" (in oder draussen) akzeptiert und krampfhaft zwischen den binären Zugehörigkeitspolen nach einem Ausweg zur Erhaltung der eigenen Bedeutung sucht, wird auch aus jedem Glauben eine X-beliebige Glaubenswelt. Damit besteht dann auch die Gefahr, dass zwischen den Polen in einem Dunkelfeld nichts mehr erkennbar ist.

Ich habe die binäre Gedankenwelt diskutiert. Antworten: "Die wirklich wichtige Frage" ist, ob es überhaupt das Ziel ist, verstanden werden zu wollen. Ziel könnte ja auch sein, dass die nicht multi(bi)när "Eingeweihten" mangels Verständnis und Überzeugung glauben sollen. Diese Funktionen hatten weiland das Latein, die Geheimbünde und haben immer noch die beruflichen Spezialsprachen der Ärtze, auf Vernissagen, akademische Kunst- u. Theaterkritiken und Weindegustationen bzw. -Verkostungen. Diese Burg- oder Fortsprachen sind doch von den Kanzeln gang und gäbe und die Erkennungsprache von Sekten. Von wegen "binäre" Glaubensebenen.

Irgendwann muss auch Schluss sein mit der unchristlichen Möglichkeit von nichtbinären Glaubensphantasien. Die "Nordelbigen" waren schon immer sehr kreativ im Umgang mit einer liberalen Exegese von Märchen. Letztlich bleibt dann denen und der EKD nur noch der Glaube an ein göttliches Schwarzes Loch, das alles, selbst den Glauben verschlingt.

Also 4 v. 1000 wird die Chance zur Show nicht verwehrt. Sind das nur 4 Paare denen nach Prüfung der Segen erteilt wird, ist das so viel wie nichts und nicht der Rede wert. Eine nichtbinäre Glaubenswelt soll es geben, der EKD ist nur noch nicht bekannt, was sich dahinter verbirgt. Zwischen Paradies und Hölle gibt es demnach noch eine weitere unbegreifbare Ebene zur Auswahl, die im AT + NT vergessen wurde zu erwähnen. Sie wird nur intellektuell diskutiert, ist aber da. Deren Anhänger sind noch zu finden. Pure Ohnmacht. Macht den "Laden" zu bevor Ihr aus dem Tempel gejagt werdet. Eine solche Akademisierung als Weiterung der 10 Gebote und des Vaterunsers führt zielsicher mit Hilfe der EKD in den Untergang

Was passiert denn hier? Beiträge weit weg vom Thema, zudem noch teilweise beleidigend und mehr als obskur aus den tiefsten Winkeln von Politik und persönlichen Glaubenswelten. Verirrt sich einer in die Kirche und schon wird ihm angeboten, was sein Image fördern soll und er läßt sich mit dem Segen "impfen". Allein der Anspruch von Spiritualität ist auseichend und wird mit einem Schwall guter Wort von der höchstens Instanz verbrämt. Was ist denn das für eine Posse mit dem Segen der EKD? H. Lindner hätte ja auch vor einem Jahr zu Zweit auf Baltrum amtlich heiraten, es jetzt der BILD verraten und die ganze Insel nach einjähriger Erfahrung einladen können. Aber es mußte mit großem Medien- und Prominentaufwand SYLT (seit 40 Jahren bin ich dort Gast) sein. Mit privatem Vorwand eine kirchliche Politshow unter Security-Bedingungen. Deutschland sucht und feiert in der Kirche den Superstar. Royals kann man das verzeihen, aber als Politiker so aufdringlich sein Privatleben zu zelebrieren, ist unerträglich. Der Zweck heiligt jedes Mittel. War auch der Boulevard dabei?

Viele der Argumente von Annette Kurschus klingen plausibel. Aber es bleibt ein übler Schwefelgeruch zurück wenn ein ausgetretener Herr Lindner sich kirchlich trauen lässt. Jener kirchensteuersparende Lindner, der immer wieder und in unterschiedlichen Funktionen viel dafür tut, dass die Menschen an den Hecken und Zäunen unseres reichen Landes kurz gehalten werden, dass die Bemühungen der Diakonie um arme Menschen durch Mittelkürzungen erschwert werden. So wird das nix! Ich kann jeden verstehen, der nun den Austritt vollzieht, weil ihm so viel Verständnis für Herrn Lindners Segenswunsch als ehrlichem Kirchensteuerzahler dann doch zu viel Verständnis ist.

Ein weiteres Mal enttäuscht mich Frau Kurschus als Ratsvorsitzende der EKD. Eine so profillose und sich selbst verleugnende Stellungnahme ist der Evangelischen Kirche nicht würdig. Ein Glück ist es, dass sich zumindest die ehemalige Ratsvorsitzende Frau Käßmann immer wieder mit starken und orientierungbietenden Worten an die Öffentlichkeit wendet!

...für Ihre klare Meinung, Frau Henningsen.
Die einzig frohe Botschaft, die ich der Stellungnahme unserer „Kirchenchefin“ entnehmen kann, ist die Tatsache, dass es viele Kirchenmitglieder mit einem funktionierenden moralischen Kompass gibt, die ihr offensichtlich mit Engagement „Dampf“ gemacht haben.

Dem stimme ich zu, es ist enttäuschend und frustrierend, wie die offizielle Kirche sich verläuft und kaufen lässt.

Ich stimmt Frau Kurschus zu, bis auf letzten Absatz. Es ist ein bekannter rhetorischer Trick, vom Thema abzulenken und zu behaupten, dass etwas anderes viel wichtiger sei. Natürlich benennt sie im letzten Absatz ein wichtiges Problem. Nur das war halt nicht das Thema. Dieses hat sie richtig benannt. Es ging darum, dass die KirchensteuerzahlerInnen Lindners Hochzeit mitfinanziert haben. Es geht auch darum, dass die Nordkirche eine Rechtsverordnung erlassen, in der drinsteht, dass man davon abweichen kann, die sich also selbst für überflüssig erklärt. Es geht auch darum, wie man z.B. als Kirchenvorsteher noch glaubhaft für die Kirchenmitgliedschaft werben kann, wenn Leute, wie der Herr Finanzminister die Leistungen der Kirche mitnehmen, ohne Mitglied zu sein.
Von diesen Fragen sollte Frau Kurschus nicht ablenken, indem sie ein „neues Fass aufmacht“.

...der Stellungnahme, Herr Rathgeber!
Mich macht es traurig, dass unserer „Kirchenchefin“ nach so vielen Briefen, Beiträgen und ausreichend langer Zeit zum Nachdenken nichts Klärendes zum eigentlichen Thema einfällt.

Hier, finde ich, wird die Argumentation ein wenig schräg.
Ja vier von tausend scheint wenig - aber doch eben darum, weil nicht Kirchenmitglieder eben nicht einfach kirchlich getraut werden. Zum bewußten Kirchenaustritt von beiden Ehepartnern gehören auch die Konsequenzen, dass man oder frau sich damit auch ausdrücklich von kirchlichen Amtshandlungen verabschiedet.
Und dann sind vier von tausend plötzlich schon wieder eine ganze Menge!

... mir hat einmal eine evangelische Krankenhauspfarrerin erklärt, dass es Ausgetretenen erlaubt ist, einen Gottesdienst zu besuchen. Und sie fügte dem hinzu, sie wisse nicht, wie vielen Ausgetretenen sie in ihrer Amtspraxis schon Brot und Wein zum Abendmahl gereicht hätte. Im Übrigen war die gute Frau die erste und bislang einzige Person, die meinen Weg gekreuzt hat, die den zarten Versuch einer Unterscheidung vornahm: "Hat Ihr Austritt was mit der Kirche zu tun oder mit Gott?" - IMHO eine für evangelische Verhältnisse geradezu sensationell anmutende kluge Frage!
Freundliche Grüße
GE

Von GE ein gutes Bild.
Uns auch passiert. Wir kath./ev.. Nur Standesamt. Zum 25 Jahre Ehejubiläum mit Segen eine Einladung von der Diezöse und der Ortspfarrei. Man hat das Dilemma gewusst. Vorher ein Anruf im Ort um Eklat zu vermeiden. Den Segen offiziell einzeln (kein Gruppensegen) erhalten. Den Priester nachher informiert. AW: "Das hätte ihn auch vorher nicht interessiert". Nur hätten wir das vorher nicht dem Bischof mitteilen dürfen. Der hätte dann Schwierigkeiten bekommen, obwohl der inoffiziell auch vorher einverstanden war. Im übrigen ist der Segen ein Segen und einen Segen 2. Klasse gibt es nicht. Jetzt haben wir auch die Einladung zum 30Jährigen erhalten. Rom und Wölki können zappeln wie wild, Kirche und Gemeinden machen weiter.

Von GE ein gutes Bild.
Uns auch passiert. Wir kath./ev.. Nur Standesamt. Zum 25 Jahre Ehejubiläum mit Segen eine Einladung von der Diezöse und der Ortspfarrei. Man hat das Dilemma gewusst. Vorher ein Anruf im Ort um Eklat zu vermeiden. Den Segen offiziell einzeln (kein Gruppensegen) erhalten. Den Priester nachher informiert. AW: "Das hätte ihn auch vorher nicht interessiert". Nur hätten wir das vorher nicht dem Bischof mitteilen dürfen. Der hätte dann Schwierigkeiten bekommen, obwohl der inoffiziell auch vorher einverstanden war. Im übrigen ist der Segen ein Segen und einen Segen 2. Klasse gibt es nicht. Jetzt haben wir auch die Einladung zum 30Jährigen erhalten. Rom und Wölki können zappeln wie wild, Kirche und Gemeinden machen weiter.

Für Dich als Katholik, und weil die Protestanten das auch nicht sagen:
Gott ist die Metapher für die Vernunft des Geistes der uns alle mit Seele im selben Maße der "göttlichen/vernünftigen Sicherung" vor dem Freien Willen durchströmt, damit wir GANZHEITLICH Mensch werden können/sollen, um mit der ganzen Kraft des Geistes eine neue/weitere Seele für ... - Matthäus 21,18-22

... dieser Gott, den Sie beschreiben, ist dermaßen langweilig, dass ich nicht mal bereit bin, darüber nachzudenken, ob einzelne Glaubensartikel vielleicht OK wären.

... was ich mit meiner letzten Äußerung sagen will: Rede von Gott (= Theo-logie), so wie ich sie verstehe und deshalb auch zu verantworten suche, macht mit der Grablegung Gottes ernst.

Freundliche Grüße
GE

1. Wir sind nicht per Du.
2. Ich bin nicht Katholik. Und habe auch nie und nirgends behauptet, ich sei Katholik. Dieser Befund lässt sich schon durch einen Blick in die chrismon-Foren verifizieren. Also lassen Sie das.

"Gibt es noch etwas jenseits der binären Unterscheidung von Mitgliedern (von denen der geringere Anteil Kirchensteuern zahlt) und Nichtmitgliedern? Das ist die eigentliche, die wirklich wichtige Frage."
--- Ja, Frau Kurschus, das gibt es! Und das hat es immer schon gegeben. Und, so muss ich behaupten, das wissen Sie. ---
Was könnte das sein? Womöglich etwas jenseits der hierarchischen Unterscheidung von "Kirchenchefin" und - wie würde man das auf Evangelisch richtig sagen? - "Kirchenuntergebenen"?

Wie in jedem guten Krimi! Die Autorin fragt: "Gibt es noch etwas ...? Das ist die eigentliche, die wirklich wichtige Frage."

Der Leserkommentator Herr Engel antwortet mit seinem überzeugten "Ja, Frau Kurschus, das gibt es!". Und er schließt die Anschlussfrage an: "Was könnte das sein? Womöglich etwas ..."

Wann wird der aufmerksame Beobachter mit der eigentlichen, wirklich wichtigen Antwort bedacht? Spannung pur!

Fritz Kurz

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