Fleischloses Festmenü zu Ostern von Susanne Breit-Keßler

Fleischlos glücklich
Spargel - für ein fleischloses Ostermenü

Susanne Breit-Keßler

Spargel - für ein fleischloses Ostermenü

Spargel - für ein fleischloses Ostermenü

Gerade der Ostersonntag, der Tag der Auferstehung, eignet sich dazu, auf Fleisch zu verzichten - damit auch Tiere das Leben feiern können

Am Ostersonntag ist die Passionszeit, die Fastenzeit vorüber. Kalendarisch zumindest. Über alles andere in diesen düsteren Zeiten wollen wir hier für einen Moment schweigen.

Wir müssen essen, um bei Kräften zu bleiben und dort zu helfen, wo unser Beistand nötig ist. Selbst Jünger und Jüngerinnen Jesu haben, so erzählen es Evangelisten, sich nach der Kreuzigung niedergesetzt, um zu speisen. Und wir - wir glauben und hoffen doch, dass diese elenden Passionen ein Ende haben und uns die Ewigkeit blüht.

Also ist es geistvoll, Ostern festlich zu gestalten. Ich habe allerdings nach Luft gejapst, als ich im Internet eine inhaltlich eigentlich sehr ansprechende Food-Seite entdeckte. Das Fest der Auferstehung, wird dort gesagt, ist ein fröhlicher Tag, weil es mehr verspricht als ein trauriges Ende. Soweit richtig und fein formuliert. Und jetzt kommt’s: „Traditionelles Osterlamm, zarter Hasenbraten, feine Osterschinken und deftige Pasteten – am Ostersonntag darf endlich wieder Fleisch gegessen werden.“ Ups.

Weiß und Grün - Licht und Hoffnung an Ostern

Ich bin mit einem bekennenden Nicht-Vegetarier verheiratet. Mein Mann isst - anders als ich - gerne Fleisch, aber nicht im Übermaß. Ich achte beim Einkauf darauf, dass das, was zuhause auf den Tisch kommt, aus artgerechter Tierhaltung stammt. Der höhere und „anständige“ Preis wird bei uns durch niedrigeren Konsum wettgemacht. Insgesamt sinkt der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch in Deutschland. Letztes Jahr lag er bei rund 55 Kilo. (Ich frage mich trotzdem immer, wer meinen Anteil isst, der mehr wiegt als ich selbst).

Und jetzt, sehen Sie es mir nach, kommt pure Emotion. Muss man echt am Tag der Auferstehung, an einem Fest, an dem das Leben gefeiert wird, Hasen und Lämmer in die Pfanne hauen? Ersatzweise anderes Getier? Darf ich bitte zu diesen alten Traditionen eine Alternative vorschlagen?

Vospeise Riesling-Creme-Suppe:
Dazu braucht man gekochte und in Gemüsebrühe pürierte Kartoffeln, in Butter gedünstete und sehr fein geschnittene Möhren, Lauch und Zwiebeln. Vermischen, Crème fraîche und Sahne dazu.

Kurz aufkochen, Bio-Streichkäse in der Suppe schmelzen lassen, abschmecken. Riesling einrühren und gleich servieren. Die Suppe kann man prima einen Tag vorher herstellen. Aber auch dann den Riesling erst kurz vor dem Servieren in die Suppe geben!

Hauptgang Frikassee aus Jackfruit mit grünem Gemüse- oder Spargelreis:
Die Frucht aus der Dose nehmen, abspülen und zart ausdrücken. Mit Öl, Gemüsebrühe und Gewürzen vermischen. Den Reis wie gewohnt mit Erbsen und/oder Spargel zubereiten.

Jackfruit mit Champignons und kleingehackten Zwiebeln anbraten. Eine Mehlschwitze dazu oder einfach Frischkäse und Sahne. Hauptsache, es wird cremig.

Dessert: Nashi-Birnen-Creme

Nashi-Birnen gibt es wie Jackfruit im Supermarkt – allerdings frisch, nicht eingedost. Ich schäle, entkerne und püriere sie, gebe Joghurt und geschlagene Sahne mit einem Hauch Vanille dazu, zusätzlich aufgelöste Gelatine.  Zwei Stunden kaltstellen und mit in Butter gerösteten Mandeln verzieren.

Das ganze Menü in österlichen Farben … Licht und Hoffnung! Nur so eine Idee.

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Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Bis 2019 war sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD. Sie war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt".

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