Geht das wieder weg mit dem Gendern?

Leicht, gerecht, elegant – die Suche nach guter Sprache
Muss das sein mit dem Gender-Doppelpunkt? So arbeiten wir bei chrismon an eine Sprache, die allen gerecht wird und auch noch schön ist.

Das hat uns 2021 die meisten Leser­briefe beschert: das Gendern. Von den unflätigen mal ab­gesehen, gab es vor allem Kritik am Doppel­punkt. Stört beim Lesen, verdirbt den Spaß an chrismon, so der Tenor.

Auch wir sind nicht immer glücklich mit den Sonderzeichen. Zum Glück ist Sprache nichts Statisches, sondern immer in Bewegung. So hat sich zum Beispiel die Expertise zum Gender-Doppelpunkt in den letzten Monaten verändert: Einst gut gemeint als Beitrag zur Inklusion – viele Menschen mit Sehbehinderung lassen sich Texte automatisch vorlesen –, rät die Überwachungs­stelle des Bundes für Barrierefreiheit und Informationstechnik jetzt zum Genderstern. Er sei "barrierefreier und gebrauchstauglicher" als der Doppelpunkt. Und er schließt Menschen ein, die sich keinem Geschlecht eindeutig zugeordnet fühlen.

Ursula Ott

Ursula Ott ist Chefredakteurin von chrismon und der digitalen Kommunikation im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik gGmbH. Sie studierte Diplom-Journalistik in München und Paris und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Sie arbeitete als Gerichtsreporterin bei der "Frankfurter Rundschau", als Redakteurin bei "Emma", als Autorin und Kolumnistin bei der "Woche", bei der "Brigitte" und bei "Sonntag aktuell" sowie als freie Autorin für Radio und Fernsehen. 2020  wurde sie unter die 10 besten Chefredakteur*innen des Jahres gewählt. 2019 schrieb sie den Bestseller "Das Haus meiner Eltern hat viele Räume. Vom Loslassen, Ausräumen und Bewahren".
Foto: Lena UphoffUrsula Ott, chrismon Chefredakteurin

Wir haben uns in Workshops weiter­gebildet und informiert, wie andere ­Redaktionen arbeiten. Vorläufiges Fazit: Den Doppelpunkt verabschieden wir, im Zweifels­fall nehmen wir eher den ­Asterisk, also den Stern. Aber unsere Sprache kann viel mehr, das haben uns auch Leser geschrieben. Werner Lorenz aus Aachen: "Statt Anleger:innen schreibt man – wer sein Geld anlegt. Statt Brandenburger ­lieber Menschen aus Brandenburg". Genau. In Komposita werden Sie bei chrismon künftig kein Genderzeichen mehr finden, es bleibt also beim Wort Leserbriefe. Wir wechseln ab: die Ärztin und der Kranken­pfleger.

Das Bemühen, für alle und gerecht zu schreiben – das geht nicht mehr weg

Und bevor wir uns vollends verkrampfen, lassen wir auch mal das generische Maskulinum stehen in Fällen, in denen schon klar ist, dass es nicht nur Kerle sind. Nachbarn. Christen. Was wir mit den Pfarrern machen? Da arbeiten wir noch dran. Und mit einer guten ­Geschichte über Transpersonen in Armenien oder den Transjungen im Pfarrhaus haben wir dem Anliegen vermutlich mehr Gehör verschafft als mit zu vielen Sternen. Puh, das alles macht mehr Arbeit, als Doppelpunkte zu verteilen. Bleibt spannend.

Eins ist klar: Das Bemühen, für alle und gerecht zu schreiben – das geht nicht mehr weg. Eine häufige Frage in Leser­briefen: Habt ihr nichts Wichtigeres zu tun als Gendersprache? Och, da blättern Sie mal durch die letzten Hefte. Jung Verwitwete, alleinerziehende Mütter, Verliebte mit Behinderung, Opfer sexualisierter Gewalt. Den Sprachlosen eine Stimme geben, das ist der Auftrag der evangelischen Publizistik. Diese Stimme soll so klingen, wie es sich für diese Menschen richtig anhört. Respektvoll. Dafür strengen wir uns an. Gerne!

Leseempfehlung

Bäckerinnen, Bäcker*innen, BäckerInnen ... Wie kommen Frauen in der Sprache richtig vor?
Das alte Alphabet verstehen viele Junge nicht mehr. Und eine doofe Geschichte hat es außerdem. Ein neues muss her!
Plötzlich ist einer tot. Vier früh Verwitwete erzählen, was passiert ist und wie es weiterging
Zwei Kinder hat sie fortgegeben. Jetzt ist Tobias da, und sie will alles richtig machen
Sie sind verliebt. Aber übernachten, zusammenziehen - dafür müssen Menschen mit geistiger Beeinträchtigung um Erlaubnis fragen. Sabine Findeisen hat sie begleitet

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.

Lesermeinungen

Sehr geehrte chrismon-Redaktion,
die "Ansage" von Ursula Ott zum Thema Gendern in der Ausgabe 12.2021 möchte ich gerne kommentieren:
Wie Ursula Ott schreibt, ist chrismon auf der Suche nach "guter Sprache". Es werde eine leichte, gerechte und elegante sowie gebrauchstaugliche Lösung anstrebt. Die dazu unterbreiteten Angebote bleiben jedoch diffus, eine Mischung vom Genderstern über umständliche Umschreibungen und Abwechslungen bis zum generischen Maskulinum.

Indes: Alle Versuche dieser Art sind untauglich, denn die selbst gestellte Aufgabe wird nicht zu lösen sein. Insbesondere wenn die Maxime lautet, alle Individuen mögen sich so angesprochen fühlen, dass es sich für sie - also aus ihrer subjektiven Warte - stets "richtig" anhört. Wer diesen Ansatz ernsthaft verfolgen wollte, müsste zig verschiedene Identitäten berücksichtigen, weit über reine Genderaspekte hinaus. Aber bleiben wir bei rein sexuellen Kategorien: Neben Männern und Frauen finden sich nichtbinäre Personengruppen in zahlreichen selbstdefinierten Ausprägungen. Will man diese alle identitätsgerecht ansprechen, ist das kaum gebrauchstauglich. Erwartet man demgegenüber, viele möchten sich doch damit begnügen, durch einen * oder einen : irgendwie mitgemeint zu sein, wäre das kaum „gerecht“ im hier verfolgten Sinne.

All diese angestrengte Bemühtheit nährt in mir den Verdacht, dass hier ein Problem zunächst künstlich erzeugt wird, um dann vermeintlich fortschrittliche Änderungen als dessen Lösung anbieten zu können. In der Wissenschaft stoßen derlei Sprachverformungen mit guten Argumenten auf Ablehnung (z. B. kürzlich Prof. Olav Hackstein, München, in der FAZ vom 18.10.2021, immer wieder auch Dr. Ewa Trutkowski, Frankfurt a.M.).

Ungeachtet dessen wird dieses „Neusprech“ insbesondere in den Medien unverdrossen vorangetrieben. Und leider fühlen sich manche Zeitgenossen und Institutionen bemüßigt, diesem Trend hinterherzulaufen , um nicht rückschrittlich zu wirken.

Diese sog. "gerechte Sprache" führt sprachlich und gesellschaftlich in die Irre. Ich kann nur hoffen, dass dieser Rausch bald verfliegt und unsere Sprache entsprechend ihrem Sinn als eines allgemein verständlichen Kommunikationsmittels und eines Kulturgutes mit ästhetischem Anspruch zu Ehren kommt - auch bei chrismon.

Viele Grüße

Hartmut Beckschäfer

Im letzten Moment - Traurigkeit, Bedauern und Hilflosigkeit

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Jahrzehnten war ich ein begeisterter Leser Ihrer Zeitschrift; zunächst der Beilage in der Sächsischen Zeitung in den 2000er Jahren und ab Februar 2008 als Bezahlabonnement „Chrismon Plus“. Gern habe viele Artikel gelesen, welche mir neue Perspektiven eröffneten sowie von interessanten und vorbildlichen Menschen berichteten. Mein christlicher Glaube wurde oft bereichert und manchmal herausgefordert. Unter diesen Blickwinkeln habe ich zahlreiche Beiträge gern im Sozialkunde- oder Religionsunterricht eingesetzt; meist mit positiver Resonanz bei den Schülern.

Traurigkeit empfinde ich beim Lesen von mehrgeschlechtlichen Schreibweisen sind, welche nicht von den offiziellen Rechtschreibregeln abgedeckt sind, jedoch auch bei Ihren Redakteurinnen und Redakteuren immer zahlreicher wurden. Die Macher Ihrer Zeitschrift sind Profis und tun so etwas bewusst. Ich unterstelle Ihnen eine ehrliche Motivation, zum Abbau gesellschaftlicher Ausgrenzung und Benachteiligung beitragen zu wollen.
Warum versucht man gesellschaftliche Ausgrenzung aufgrund des Geschlechts durch die Betonung des biologischen Geschlechts zu beseitigen? Warum marginalisiert man damit andere Ausgren-zungen, z.B. aufgrund von Herkunft oder sozialem Stand, welche in Deutschland für Beruf und Karriere deutlich negativer wirken?

Bedauern erfasst mich, wenn gebildete Menschen, zumal solche, die im besonderen Maß dem Wort verpflichtet sind, bewusst gegen die Regeln der deutschen Sprache verstoßen. Unnötigerweise werden von Journalistinnen und Journalisten künstlich erfundene Konstruktionen in die Sprache eingebaut. Solche Wortungetüme beeinträchtigen den Lesefluss, schließen viele Menschen aus, wie weniger Sprachreflektierende und Lernende der deutschen Sprache. Außerdem sind sie, wenn nötig, durch bereits vorhandene Formulierungen ersetzbar (z.B. Leserinnen und Leser).
Warum ignorieren viele die gutgemeinten Hinweise aus der Praxis von Lehrern oder Linguisten (vgl. Leserpost „Schrauben mit dem Hammer einschlagen“, Heft 06.2001, S. 74)? Warum erschwert man damit den Einsatz von Artikeln in der Schule, denn dort bin ich qua Gesetz gezwungen, die Regeln der deutschen Rechtschreibung zu beachten?

Hilflosigkeit ist mein vordergründiges Gefühl, wenn mir diese Vergeschlechtlichung (gendern) begegnet. Ich beobachte hilflos diese Tendenz bei einigen Medien und auch in Ihrem Magazin.
Ist Ihnen aufgefallen, dass nahezu ausschließlich Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Formen nutzten, aber nahezu kein „normaler“ Mensch, welcher in den Interviews, Zitaten, Autorenbeiträgen oder der Leserpost zu Wort kam? Was kann ich also anderes tun, als die Notbremse zu ziehen, um dieser Entwicklung irgendetwas entgegen zu setzen?
Ich formuliere seit Monaten an meiner Kündigung des Chrismon-Abos. Im letzten Moment habe ich heute ihre „Ansage“ zur guten Sprache gelesen (Heft 12.2021, S. 9). Bitte beenden Sie diese Sprachexperimente vollständig; auch das Sternchen macht es nicht besser. Ich möchte gern ein treuer Leser bleiben.

Mit freundlichen Grüßen.
Mirko Burghardt

Liebe Chrismon-Redaktion,

ich bin heilfroh, daß Sie das 'gendern' in Ihrer Zeitschrift
wieder aufgegeben haben.

Das bewahrt mich davor, Ihre wertvolle Zeitschrift ungelesen
in den Papierkorb werfen zu müssen.

Unsere einzigartige deutsche Muttersprache ist mir einfach
zu wertvoll für solch einen Quatsch.

Frohe Weihnachten

Sehr geehrte Frau Ott.
Ich bin ein bisschen beschwippst (Sonntag Abend), aber Kinder und Betrunkene sagen ja immer die Wahrheit, sagt der Volksmund. Natürlich ist das überspitzt, ich bin ja nicht allwissend. In meinem Fall muss es natürlich heißen „sagen, was sie WIRKLICH denken“.
Also denn:
Zum Thema Gendern und Ihrem Leitartikel habe ich zwei Anmerkungen:
1. Sie schreiben u.a. „Wir haben uns in Workshops weitergebildet und informiert…“ und „Respektvoll. Dafür strengen wir uns an“. Das klingt nach Arbeit, nach Anstrengung, wie Sie selber sagen. Ihr Leitartikel heißt ja auch „die Suche nach guter Sprache“. Entschuldigung, aber meiner Meinung nach ist das alles selbstgemacht, selbstgerecht, eben menschliche Anstrengung. Menschliche Anstrengung kann nach der „richtigen“ Wortwahl suchen. Denn das ist eine Regel, ein Gesetz, ein WERK! Martin Luther würde sich im Grabe umdrehen, wenn er das läse. Es kommt nicht auf die Einhaltung von Regeln an, sondern auf Liebe. Die kommt aber von Gott. Und hat nichts mit Wortwahl zu tun. Wortwahl ist Krampf. Liebe ist kein Krampf. Wenn ich jemanden liebe, kann ich dann nicht einfach das grammatische Maskulinum benutzen? Ich meine, ja. Denn Krampf ist keine Liebe. Liebe ist etwas natürliches, unverkrampftes, das nicht von Menschen, sondern von Gott kommt.
2. Mit dieser Gender-Theorie wird nicht die Toleranz gefördert, sondern eine neue Sicht auf Sexualität und Geschlecht gefordert. Eine Sicht, die weder christlich/biblisch (sola scriptura) ist, noch wissenschaftlich. Ich gucke von Kindesbeinen an gerne Naturfilme. Ich habe noch nie homosexuelle Tiere gesehen oder Tiere, die mit ihrem Geschlecht unzufrieden waren und gerne das andere Geschlecht gehabt hätten. Nun sind Menschen keine Tiere. Und man soll jeden lieben wie sich selbst. Also liebe ich Menschen, die in ihrem biologischen Geschlecht unglücklich sind, wie mich selbst, und lasse ihnen alle Hilfe zukommen, die sie haben möchten oder brauchen. Aber ich lasse mir von Ihnen nicht Ihren Willen aufzwingen. Und darum geht es hier. Unter dem Deckmantel der Toleranz wird Geschlecht, Sexualität neu definiert. Denn die, die anders sind, sind jetzt nicht ungewöhnlich oder unnormal. Nein, natürlich nicht, sie sind so normal wie ich. Verstehen Sie, was hier passiert? Mit dem Argument der Toleranz wird die biologisch-naturwissenschaftliche Wahrheit ausgehöhlt. Es darf nicht mehr gesagt werden, „normal“ und „unnormal“. Toleranz wird gegen Wahrheit ausgespielt. Aber eine Wissenschaft, eine Universität, die sich von Moralaposteln gängeln lässt, hat sich schon abgeschafft.
MfG
Niels Steppan

Sehr geehrte Frau Ott,

als "old, stupid white man" tue ich mich mit den verkrampften Sternchen,
Punkten, Leser und Leserinnen in Texten schon sehr schwer. Ich hatte da
auch schon die Idee einfach abwechselnd weibliche und männlich Formen zu
benutzen und finde es natürlich klasse, wenn chrismon das in Zukunft so
praktizieren will. Wenn dann gelegentlich die "unwahrscheinliche" Form
benutz wird ("Erzieher und Ingenieurinnen haben gemeinsam...") kann das
mit einem Augenzwinkern vielleicht auch ein Umdenken bewirken.

Schön, wenn nach manchem Streit ein passable Lösung rauskommt.

Dr Ulrich Mors

Hallo Frau Ott,
zuerst herzlichen Glückwunsch für den Mut, Gender anzupacken. Man kommt eben heute nicht daran vorbei. Nur wäre ein Topflappen beim Anfassen dieses heißen Eisens anzuraten. Sie hatten wohl leider keinen „bei der Hand“? Mein Tipp: Wünschen Sie sich doch ein solides Exemplar zum Weihnachtsfest.
„Den Sprachlosen eine Stimme geben“ wird mit der ganzen Genderei wohl nicht beizukommen sein. Sie verkünden einen hohen Anspruch „evangelische Publizistik“, streuen aber Sand ins sprachliche Getriebe.und bereiten den Sprachverhunzern ( in dem Falle Sprachverhunzerinnen) . „SchuhkAHRton“ (Seite 61) freie Bahn. Die Männer können das natürlich auch „KinderZukunftsFonds“ (Seite 29) Das Motto: Jeder macht was er will, keiner macht was er soll aber alle machen mit ist z. B. auf Seite 45 bezüglich Gender vorzüglich realisiert. Ob nun Doppelpunkt, Sternchen, Unterstrich oder BinnenI, die Verbindung mit „innen“ ist zu beachten. Wer „an die Wander*innen“ schreibt, wischt vom Tisch, dass es „Wander“ , jedenfalls bis jetzt , in der deutschen Sprache nicht gibt. Die Wanderinnen lassen sich nicht nur vollständig benennen, sondern annektieren auch noch ein Sternchen. Die Männer sollen dafür auf zwei Buchstaben verzichten. So kann doch Gleichberechtigung nicht sein oder doch?
Ihre Großzügigkeit gegenüber dem generischen Maskulinum entpuppt sich leider als Kompetenzanmaßung. Ich schreibe also an die Gaststätte „die Ober*innen“ und meine das Bedienungspersonal ( wie in jedem Wörterbuch nachzulesen ist, dass das unsinnig ist. Und wenn auf dem Verkehrsschild steht „Nur für Radfahrer“ dann will ich dort keine Frauen sehen. Dabei bleibt offen, ob die Polizei das ebenso interpretiert. Der „Duden“ ist jedenfalls nicht zuständig und die von Ihnen zitierte Überwachungsstelle hat wohl auch Informationsdefizite. Tendenziell ist zu erkennen, das Worte wie Mörder, Säufer, Raser, Spion, Kinderschänder u.ä öfter vom Gendersternchen „verschont“ werden.

Und: „*innen“ „schließt Menschen ein, die sich keinem Geschlecht eindeutig zugeordnet fühlen“. Das scheint mir eine gewagte These. Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, queere Menschen, Frauen unter einem Sternchen?? In Stellenangeboten als “d“ (divers) bezeichnet.

Nun nicht den Mut verlieren. In Sachsen gilt „Keine Gender-Sterne in Schulen“ (DNN 30.08.2021). „Grundlage der deutschen Rechtschreibung ist das vom Rat für deutsche Rechtschreibung 2006 herausgegebene Amtliche Regelwerk. Ansonsten verzichte ich auf weitere Literaturangaben.“ Leicht, gerecht, elegant - die Suche nach guter Sprache“ ist eben schwerer als die Trüffelsuche. Eins haben Sie jedenfalls erreicht: Ich griff zur Feder bzw. zur Tastatur. Die Darstellung ist episodenhaft. Zum Inhalt der Artikel habe ich eine Meinung unterlassen.

Frohe Weihnachten und einen spendablen Weihnachtsmann, eine Weihnachtsfrau, eine Weihnachts*männin.
mit freundlichen Grüßen
Siegfried Scheffler
Nachtrag: Josef war ein Zimmermann. Führt eine Frau diesen Beruf aus, dann ist sie, um der Gleichberechtigung zu folgen und das generische Maskulinum zu diskreditieren wohl eine Zimmerfrau(!) oder gilt dann Zimmermännin? Oder Zimmer*in? Oder Zimmerrer*in

Beim Märchen mit dem Wolf hat bisher keiner gefragt, ob das auch eine Wölfin hätte sein können. Jetzt stünde die Überlegung im Raum: Wolf ist richtig. Ein weibliches Wesen ist zu solcher grausamen Tat nicht fähig. Und wo soll das Sternchen hin bei „Herbei oh Ihr Gläubigen“

Sehr geehrte Damen und Herren,

da wollen Sie nun auch "mal" wieder das generische Maskulinum stehen lassen, wenn klar ist, dass nicht nur "Kerle" (?) gemeint sind, Nachbarn und Christen werden als Beispiele genannt. Aber bei Ärzten ist das wohl eben nicht klar, eine Ärztin sieht man bekanntlich selten, sie muss eigens erwähnt werden, bei Bürgern, Zuschauern ist es genauso: nur Kerle schauen fern, außer, man weist eigens darauf hin, dass es auch 'Mädels' (??) gibt vor dem Bildschirm, Zuschauerinnen halt.?

Ach wie öde; da wären wir dann wieder am Anfang der Unsinnsdiskussion. "Nachbarn", "Christen", "Ärzte", "Bürger" - unübertrefflich präzise, leicht, elegant, versteht man sie richtig als Oberbegriffe: Nachbarn sind (männliche) Nachbarn und Nachbarinnen, Christen (männliche) Christen und Christinnen usw..

Bleibt Ihre Gerechtigkeit. "Ich hab' heute deinen Hund gesehen" - "Kann nicht sein, ich habe eine Hündin" (bei Katzen geht's umgekehrt, wenn man glücklicher Besitzer eines Katers ist.). Irre? Genau. Und kein Beitrag zur Gerechtigkeit.

(Gleichwohl: Ihre "Ansage" gibt doch Hoffnung auf eine Rückkehr zu bewährten Regeln!)

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Lamsfuß

Liebe Redakteur Innen,
es bleibt also alles beim Alten ,wenn es um die Benennung konkreter Menschen geht. Schade.
Mein Nachbar ist mein Nachbar und nicht meine Nachbarin und Christen sind eher die Männer aus den Kirchenvorständen oder diejenigen Männer die meist in der Öffentlichkeit erscheinen und nicht die Christin, die natürlich auch irgendwo vorhanden ist. Eine Ärztin ist eine Ärztin und kein Arzt ebenso wie die Krankenschwester kein Krankenpfleger ist.
Nie ist klar, dass es nicht nur die Kerle sind, die gemeint sind, für die Männer schon gar nicht. Auch wenn es gutwillig gewollt, nett gemeint und nie eine böse Absicht ist - Frauen sind nie mitgemeint. Es ist eine Ausrede der "alten weissen Männer" die natürlich nichts ändern möchten.
Ich möchte als Frau nicht mitgemeint sein. Ich bin eine selbstständige Person und möchte auch als solche angesprochen werden. So viel Zeit muss sein für Wertschätzung, Anerkennung und sichtbar werden.
Warum nicht das generische Femininum? Schließlich stellen die Frauen die Mehrheit der Bevölkerung in diesem Land dar.
Gendersprache ist wichtig, denn Sprache schafft Bewusstsein.Sonst wäre jede Unterhaltung oder jede Diskussion obsolet.
Eine perfekte Lösung habe ich natürlich auch nicht ,zumal die weibliche Form die Transpersonen ja nicht mitmeint. Hier gibt es noch Diskussionsbedarf. Gute Absichten sind schön - wenn sie ernst gemeint sind, sollten auch Taten folgen.
Ich bin gespannt auf die nächsten Ausgaben von Chrismon und den dortigen Formulierungen.
Mit freundlichen Grüßen
Angelika Bohle

Liebe Redakteur Innen,
es bleibt also alles beim Alten ,wenn es um die Benennung konkreter Menschen geht. Schade.
Mein Nachbar ist mein Nachbar und nicht meine Nachbarin und Christen sind eher die Männer aus den Kirchenvorständen oder diejenigen Männer die meist in der Öffentlichkeit erscheinen und nicht die Christin, die natürlich auch irgendwo vorhanden ist. Eine Ärztin ist eine Ärztin und kein Arzt ebenso wie die Krankenschwester kein Krankenpfleger ist.
Nie ist klar, dass es nicht nur die Kerle sind, die gemeint sind, für die Männer schon gar nicht. Auch wenn es gutwillig gewollt, nett gemeint und nie eine böse Absicht ist - Frauen sind nie mitgemeint. Es ist eine Ausrede der "alten weissen Männer" die natürlich nichts ändern möchten.
Ich möchte als Frau nicht mitgemeint sein. Ich bin eine selbstständige Person und möchte auch als solche angesprochen werden. So viel Zeit muss sein für Wertschätzung, Anerkennung und sichtbar werden.
Warum nicht das generische Femininum? Schließlich stellen die Frauen die Mehrheit der Bevölkerung in diesem Land dar.
Gendersprache ist wichtig, denn Sprache schafft Bewusstsein.Sonst wäre jede Unterhaltung oder jede Diskussion obsolet.
Eine perfekte Lösung habe ich natürlich auch nicht ,zumal die weibliche Form die Transpersonen ja nicht mitmeint. Hier gibt es noch Diskussionsbedarf. Gute Absichten sind schön - wenn sie ernst gemeint sind, sollten auch Taten folgen.
Ich bin gespannt auf die nächsten Ausgaben von Chrismon und den dortigen Formulierungen.
Mit freundlichen Grüßen
Angelika Bohle

Sehr geehrte Frau Ott
ich muß Ihnen schreiben um zu danken, das Sie und die Redaktion
beschlossen haben, unsere deutsche Sprache nicht zu verunstalten und
unverständlich zu machen. ich freue mich, dass Sie den Mut haben, wie
bisher zu schreiben.

Der sog. Maskuline Artikel wird im Plural immer Feminin, also DIE
Männer, DIE Kerle, DIE Buben, warum darf das so bleiben, wenn doch DIE
weiblich ist.

Außerdem müßte es von männlicher Seite einen Aufschrei geben, da bei der
sog. gendergerechten Sprache im Akkusativ alle männlichen Formen in ein
Wort gezwängt werden, dass es im Deutschen gar nicht gibt. z.B wir
bitten unsere Expert:Innen , wir empfehlen allen Patient:Innen usw.
Wer ist eigentlich in diesen Beispielen der Erstgenannte ?

Freundliche Grüße

Brigitta Rominski

Sehr geehrte Frau Ott,
Ob aus den meisten Leserbriefen weniger geworden wären, wenn Sie gleich statt des Doppelpunktes einen Stern genommen hätten?
Im letzten Absatz machen Sie den Auftrag evangelischer Publizistik deutlich, nicht dass vor lauter Beschwerde über Gendersprache das Wichtige übersehen wird. Doch sind Sie sicher, dass es die Gendersprache ist, die sich für die Sprachlosen richtig anhört, respektvoll? Insbesondere, wenn sie erfahren, dass die meisten Leserbriefe sich nicht auf ihre Sache, sondern die Sprache beziehen, in der ihre Sache ausgedrückt wurde? Allerdings geht es mir nicht um statistische Mehrheiten - Demokratie ist Minderheitenschutz. Wenn also die wahrscheinlich eher wenigen Leserbriefe der angesprochenen Sprachlosen Ihnen Recht geben und von der Dankbarkeit für den Respekt zeugen, der ihnen durch die Nutzung der Gendersprache gezollt wird, dann ist sie gerechtfertigt und die in ihren Lesegewohnheiten gestörten Leserbriefschreiber dürfen gerne ignoriert werden. Doch fehlt dieses Argument in Ihrem Beitrag. Und so fürchte ich, dass in der verwendeten Sprache doch auf Kosten derer, denen Sie doch eigentlich eine Stimme geben möchten, ein anderer Kampf gefochten wird, der von der zur Sprache kommenden Sache ablenkt. Wenn das die Botschaft der Leserbrief-Statistik ist, sollten Sie Ihr Beachtung schenken, denn dann sagt sie, dass in diesem Fall gut gemeint zu schlecht gemacht wurde. Gerne nehme ich zur Kenntnis, dass Sie auf dem Weg sind, es besser zu machen: Alternativen zu Sternchen, kein Gendern in Komposita, Abwechseln. Bestimmt macht das, wie sie schreiben, puh, Arbeit. Bleibt zu hoffen, dass diese, dem anderen Kampf gewidmete Arbeit die Journalisten (schon klar, dass das nicht nur Kerle sind) nicht von ihren Artikeln ablenkt.

Es grüßt Sie herzlich
Winfried Dressler

Sehr geehrte Frau Ott,

ich sehe, dass Sie in Ihren Printpublikationen den Gender-Doppelpunkt verwenden (siehe z. B. chrismon 11/2021, Seite 10: "Gastgeber:innen").

Dieser lenkt zwar nicht ganz so stark vom Inhalt ab wie der Genderstern, ist aber dennoch problembehaftet.
Außerdem verstößt er gegen die Regeln der deutschen Rechtschreibung und schafft ungrammatische Formen (s. u.).

Deshalb möchte ich Ihnen im Folgenden ein paar der wichtigsten Argumente gegen den Gender-Doppelpunkt ans Herz legen:

Der Gender-Doppelpunkt
- stört den Lesefluss, da er Worte an unüblichen Stellen zerteilt
- macht auch die Texterstellung fehleranfällig
- erschwert die Vorlesbarkeit (z. B. „ein:e andere:r“) oder erschafft unlesbare Konstruktionen (z. B. „dem:der Autor:in“)
- benachteiligt Lese- und Sehbehinderte, weshalb deren Verbände dies auch ablehnen (Lesehilfen können fremde Satzzeichen meist nicht umsetzen) – benachteiligt Menschen mit kognitiven Behinderungen
- benachteiligt Personen mit Lese-/Rechtschreibschwäche (Legasthenie)
- benachteiligt Deutschlernende (Kinder, Ausländer)
- benachteiligt autistische Personen, weil diese sich höchst ungern auf Neues einstellen
- erschwert die Suchbarkeit in digitalen Texten
- ist undemokratisch, die Mehrheit der Bevölkerung lehnt Gendern und insbesondere Gender-Sonderzeichen mit steigender Tendenz ab, dies wird alters- und geschlechtsunabhängig beobachtet (siehe z. B. https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/mdrfragt-umfrage...)
- Viele der mit Gender-Doppelpunkt gebildeten Formen sind grammatikalisch falsch, siehe z. B. „Kolleg:innen“ => hier fehlt die männliche Form, „Ärzt:in“ => hier fehlt „Arzt“ (ohne Umlaut) => diese Formen sind also keineswegs geschlechtergerecht. Dies ist auch einer der Hauptgründe, weshalb sich der Rat für deutsche Rechtschreibung dieses Jahr erneut gegen die Aufnahme von Gender-Sonderzeichen in die Rechtschreibung ausgesprochen hat (https://www.rechtschreibrat.com/DOX/rfdr_PM_2021-03-26_Geschlechtergerec...).
- Außerdem haben Doppelpunkte im Text bekanntlich andere Funktionen als die angebliche Sichtbarmachung des dritten Geschlechts.
- Und schlussendlich sind Gender-Sonderzeichen nutzlos: Als Mittel, um eine diskriminierungsfreie Gesellschaft zu erzwingen, sind sie gescheitert. Alles, was sie erreichen, ist eine Spaltung der Gesellschaft.

Ferner dürfte Ihnen sicherlich bekannt sein, dass grammatisches (Genus) und biologisches Geschlecht (Sexus) voneinander unabhängig sind (vgl. Wörter wie z. B. „Person“, „Individuum“, „Koryphäe“, „Mädchen“). Deshalb ist auch die Argumentation haltlos, dass man für nicht-binärgeschlechtliche Personen zwingend einen Weg der Sichtbarmachung in der Sprache finden muss.

Deshalb meine Bitte an Sie, sich auf flüssig lesbare Texte und auf effiziente, ideologiefreie Kommunikation zu konzentrieren und auf Gender-Sonderzeichen wie den Gender-Doppelpunkt zu verzichten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Richard Fux

Sehr geehrte Frau Ott,
soeben sehe ich auf Ihrer Seite https://chrismon.evangelisch.de/kolumnen/ansage/52078/geht-das-wieder-we..., dass Sie offensichtlich mit Gender-Sonderzeichen transsexuelle Personen sichtbar machen wollen.

Dann erliegen Sie auch dem klassischen und leider sehr häufig auftretenden Missverständnis, indem Sie glauben, Transsexuelle seien divers. Das sind sie aber nicht!

Warum ist das so? Transsexuelle (synonym: Trans-Menschen, Transgender, ...) bekennen sich bekanntlich zu einem der beiden binären Geschlechter (m/w), nämlich zu dem jeweils anderen. Es gibt dementsprechend geschlechtsumwandelnde Operationen und Hormonbehandlungen "Frau zu Mann" und "Mann zu Frau". Es gibt aber kein "Frau zu divers" oder "Mann zu divers".
Aus dem Grund ist es falsch, Transsexuelle in die Debatte um Gender-Sonderzeichen einzubeziehen!

Warum erliegen trotzdem so viele dem Missverständnis, dass der Genderstern auch die Transsexuellen repräsentiere? Der Grund ist, dass Vereinigungen wie der Bundesverband Trans* oder TransInterQueer e. V. den Stern an Wörter wie "Trans" anhängen (manchmal auch bei LSBTIQ* zu sehen). Dieser Stern ist jedoch nicht identisch mit dem Genderstern!
Transsexuelle mit Satzzeichen zu kennzeichnen ist somit ähnlich absurd, wie wenn man zur Darstellung verschiedener Hautfarben verschiedenfarbige Schrift im selben Satz verwenden würde oder hinter jeden Satz ein Rollstuhlsymbol zur Sichtbarmachung von Schwerbehinderten anfügen würde.

Welche Personen zählen also zum Geschlecht "divers"? Es sind ausschließlich die intersexuellen Personen, die beispielsweise mit einem Mischgenitale auf die Welt kommen.
Es gibt in Deutschland etwa 10.000 Intersexuelle, von denen sich jedoch nicht wenige einem der beiden binären Geschlechter zuordnen (https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Intersexualitaet-was-sind-die-mediz...).
Übrig bleiben nach heutigem Stand etwa 400 Personen, die "divers" als Personenstandseintrag beantragt haben oder die den Eintrag "männlich" bzw. "weiblich" haben löschen lassen (https://www.spiegel.de/politik/deutschland/maennlich-weiblich-divers-kna...).

Ist vielleicht mal ganz interessant, sich über die Zahlenverhältnisse (Wie viele sind divers? Und wie viele werden durch Gender-Sonderzeichen in Wirklichkeit diskriminiert?) Gedanken zu machen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit ein paar gute Denkanstöße geben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Richard Fux

Hallo Frau Ott,
Sprache ist nichts Statisches, sondern immer in Bewegung, da gebe ich Ihnen recht. Angesichts der Genderthematik sage ich: Sie ist noch
zuwenig in Bewegung. Die Versuche mit Sternchen, Doppelpunkt und Binnen-I einen Sachverhalt auszudrücken, ohne jemand auszuschließen,
offenbaren ein Problem der deutschen Sprache, das wir zweifellos angehen müssen, aber diese Versuche lösen es nicht. Damit ist die Sprache zwar einigermaßen gerecht, aber ganz und gar nicht leicht und erst recht nicht elegant. Ich wünsche mir eine Sprache, in der man sagen,
aussprechen und schreiben kann, was man ausdrücken will, und die man dann auch so vorlesen kann, wie sie geschrieben ist. Und das ist bei den bisherigen Lösungsversuchen nicht der Fall. Wenn man LehrerInnen ausspricht, klingt es, als wenn einige Lehrer innen und andere Lehrer
außen sind. Und die Umschreibung als "Studierende" für Studenten, "an einen Kurs Teilnehmende" für Kursteilnehmer ist auch ein Krampf. Auch gut gemeint natürlich, aber fürchterlich umständlich, besonders wenn man eine Aufzählung von mehreren Personengruppen beschreibt.
Und ganz gerecht ist die Sprache damit auch noch nicht einmal, finde ich. Denn man kann nicht unbedingt genau ausdrücken, was man sagen will. Es gibt ab und zu Situationen, in denen ich ausdrücken können möchte, daß ich explizit eine oder mehrere männliche Personen der Gruppe der autofahrenden Personen meine, oder das andere Mal explizit weibliche, oder vielleicht explizit nicht binäre Personen. Aber in den allermeisten Sätzen, sofern es nicht um eine konkrete Person geht, spielt das Geschlecht keine Rolle, z.B. bei der Regelung, wer von drei Fahrzeugen an der Kreuzung Vorfahrt hat.
Und in allem wünsche ich mir eine Sprache, die wenigstens für die alltäglichen Situationen eine einfache und kurze, aber trotzdem genaue
Ausdrucksweise hat. Für exotische Situationen können es längere Satzkonstruktionen sein. Und insbesondere sind auch die
zusammengesetzten Wörter zu betrachten. Wenn die "an einem Kurs Teilnehmenden" sich am Eingang registrieren müssen, ist das eine
An-Einem-Kurs-Teilnehmenden-Registrierung? Früher wäre es einfach eine Kursteilnehmer-Registrierung gewesen.

Als Lösung könnte ich mir vorstellen, wenn wir zusätzlich zu der Nachsilbe "in" bzw. im Plural "innen", die weibliche Personen einer
Personengruppe beschreibt, eine zweite Nachsilbe erfinden, die explizit männliche Personen der Personengruppe beschreibt, und dann auch gleich eine dritte, die die nicht binären Personen dieser Personengruppe meint.
Und die Vokabel ohne Nachsilbe beschreibt explizit Personen beliebigen Geschlechts, was wir früher generisches Maskulin genannt haben. Dann könnten wir von Kursteilnehmern reden und explizit alle meinen, oder von Kursteilnehmerinnen oder eben die Varianten mit den anderen Nachsilben und explizit nur die weiblichen, nur die männlichen oder nur die nicht binären bezeichnen. Und alle alten Bücher, Artikel, Lieder und Gesetzestexte könnten einfach so bleiben, wie sie sind. Eine Schülervertretung setzt sich für alle ein, und wenn eine Schule eine Institution speziell für die Schülerinnen braucht, wird es eben eine Schülerinnenvertretung, oder falls nötig für die männlichen oder nicht binären zur-Schule-Gehenden eine Schülerxxxxvertretung bzw. eine Schüleryyyyvertretung (Sie merken schon, hier müssen Sie die neuen
Nachsilben einsetzen). Das wäre eine Sprache, an die man sich erst mal gewöhnen müsste, aber die handhabbar wäre, wenn sie sich mal eingebürgert hat. Ich weiß, daß ich mich hier an der falschen Stelle beschwere, denn Sie sind ja auch nicht für die Sprache verantwortlich. Aber wenn Sie mit anderen Redaktionen und vielleicht noch anderen Institionen das Thema diskutieren, kommen wir vielleicht doch ein Stückchen weiter.
Viele Grüße
Gerhard Heil

Sehr geehrte Frau Ott,
herzlichen Glückwunsch und Dank für Ihre weise, unaufgeregte Entscheidung zum Gendern!
Außerdem habe ich folgende Frage: Als jahrelanger Chrismon-Leser lese ich immer zuerst den "Gottesdienstbesuch" und "Das Kunstwerk" (Auch wenn dem Autor zuletzt ein kleiner Fehler unterlaufen ist, da auf dem Bild nicht die Lok eines ankommenden, sondern der letzte Wagen eines fortfahrende Zuges dargestellt ist.) und würde gern wissen, ob die Bildinterpretationen irgendwo gesammelt zu bekommen sind. Das wäre doch toll!
Herzliche Grüße, Ihr treuer Leser Jörg Haunert

Sehr geehrte Frau Ott,
als katholische Theologin - neunundsiebzig Jahre alt - habe ich jahrzehntelang Übung im Umgang mit männerdominanter, Frauen verniedlichender Haltung und Sprache (allein deshalb schon ist mir das Stern“chen“ ein Graus).

Was mich nicht davon abhielt meinen Weg zu gehen und - sowohl als Klinikseelsorgerin als auch als Supervisorin im pastoralen Feld - Frauen in ihrer Wahrnehmung ernst zu nehmen, sie zu fordern und fördern und wo immer notwendig, Ihre Stimme zu sein.

Und ja, auch ich halte nichts von verkrampftem Umgang miteinander.

Darum: vielen Dank für Ihre gute Sprache und gerne strenge ich mich weiter mit Ihnen an.

Freundlich grüßt Sie
Irmgard Kuhne-Kneis

Sehr geehrte Frau Ott,
vielen Dank für die vielen interessanten Artikel in chrismon.
Zu Ihrem Text "Ansage" im neuesten Heft würde ich gerne ein paar Bemerkungen zur Sache machen. Es geht ja um das leidige Thema der "Gendersprache".

Sie schreiben, dass es in diesem Jahr hierzu die meisten Leserbriefe gegeben habe und vor allem Kritik am "Doppelpunkt" geübt worden sei. Käme es der Wahrheit nicht näher,
wenn Sie einfach festgestellt hätten, dass die überwiegende Mehrheit Ihrer Leser das Gendern in der Sprache ablehnt?
Als Beispiel könnte man die Reaktion des Lesepublikums auf die in Ihrem Magazin erschienene Genderdiskussion zwischen Frau G. Diewald und Herrn R. Moritz nehmen.
Das Echo online war groß; es kamen 37 Leserbriefe, von denen lediglich fünf das Gendern befürworteten (fünf weitere waren neutral bzw. äußerten sich zu anderen Themen).
Alle anderen, sprich 27, lehnten die gegenderte Kunstsprache ab. Dieses Ergebnis deckt sich übrigens mit zahlreichen Umfragen, die bislang überall in Deutschland zu dem Thema gemacht wurden.

Ihr Bemühen, liebe Frau Ott, "für alle und gerecht zu schreiben", in Ehren, aber Sprache ist weder "gerecht" noch "ungerecht". Und es ist nicht ihre Aufgabe, den unterschiedlichen biologischen Geschlechtern
eine Bühne zum Wettstreit zu bieten.
Wider besseres Wissen ist das sog. generische Maskulinum als sexuslastig diskreditiert worden. Dabei ist es, richtig angewandt, das alle Sprecher verbindende, inkludierende sprachliche Mittel der deutschen Sprache,
weil es auf den Menschen schlechthin fokussiert - und nicht auf sein biologisches Geschlecht!

Die Gendersprache bewirkt jedoch das Gegenteil: Sie lässt die Sprecher als Menschen außen vor und fixiert sich nahezu manisch auf deren biologisches Geschlecht. Dass sie daher sexistisch ist, ist ein Vorwurf, der nicht von der Hand zu weisen ist. Zudem trägt sie zur Spaltung der Sprachgemeinschaft bei: in "woke" Sprachbenutzer*innen mit ganz hohem moralischem Anspruch und dem übrigen, vermeintlich unaufgeklärten, moralisch zweifelhaften Sprachvolk.
Wenn Medienleute die Gendersprache gegen den Willen der Mehrheit des Publikums durchsetzen wollen, ist dies nicht gerade eine Haltung, die von demokratischer Gesinnung zeugt.
Liebe Frau Ott, jetzt sind mir meine Ausführungen leider doch länger geraten, als ich beabsichtigt hatte. Ich hoffe, ich habe Sie nicht zu sehr gelangweilt.
Aber unsere Sprache muss Allgemeingut der Sprachgemeinschaft bleiben und darf nicht zum Spielball ideologisch motivierter Akademiker werden.

Ich grüße Sie herzlich, wünsche Ihnen gute Gesundheit in diesen seltsamen Zeiten
und bleibe Ihnen als treuer Leser erhalten

Albert Buchmeier

Liebe Frau Ott,

ich, Winfried Schwabe, halte gerade Ihren Text über die Sprache „leicht, gerecht, elegant…“ in Händen – und bin vollkommen begeistert. Ich schreibe selbst seit Jahrzehnten Bücher (juristische Lehrbücher) und kämpfe seit einiger Zeit mit den Genderzeichen, ohne bislang einen für mich und meine Leserschaft vertretbaren Weg in all dem Schlamassel zu finden. Und dann: Dieser ÜBERRAGENDE Text, diese großartige Leichtigkeit und pointierte Treffsicherheit, die Ihre Worte ausstrahlen. Danke. Das ist der beste Text, den ich über das Thema jemals gelesen habe.
Wunderbar. Danke!
Winfried Schwabe

Sehr geehrte Frau Ott,
mit großer Freude las ich Ihre „Ansage“ zur Revision Ihrer Richtlinie hinsichtlich des „Genderns“. Es ist die erste Zurücknahme einer zur „gendergerechten Sprache“ getroffenen Regelung, die mir bekannt wurde. Glückwunsch zu Ihrem Mut und den guten Worten!
Als Redakteur der Zeitschrift „Musik & Kirche“ musste ich mich zusammen mit unseren Herausgebern auch mit dem Thema beschäftigen. Einvernehmlich haben wir eine Lösung gefunden (Anhang), die Ihrer nicht unähnlich ist und auf den klugen Richtlinie der „Zeit“ beruht, die Sie vermutlich kennen (auch im Anhang).

Herzliche Grüße

Johannes Mundry

Sehr geehrte Frau Ott,
ich habe ihre "Ansage" in chrismon 12/2021 gelesen. Ich bin heilfroh und
erleichtert, das sie sich von dem Gender-Sprech verabschieden wollen,
und sich in Zukunft um eine lesbare, sprechbare und gut verständliche
Schriftsprache bemühen wollen.
Ich ärgere mich täglich, wenn ich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen
das Sprach-Gestottere der Ansager und Journalisten höre und mit ansehe.
Müssen wir "normal-Denkenden" das ertragen, was ein kleines, aber sehr
sendungsbewusstes und meinungsstarkes Sinus-Milieu uns aufpressen will?
Ich habe denen schon mehrmals geschrieben und mich beschwert. Siehe dazu
die Anlagen zu dieser Mail.
Ich bin katholisch. Und ärgere mich darüber, dass die völlig
reformunfähige mittelalter-fixierte Amtskirche ebenfalls übereifrig zu
gendern anfängt. Haben diese Mumien des 19. Jahrhunderts keine anderen
Probleme? Oder haben sie gar ganz den Verstand verloren? Meine Schreiben
an die kirchlichen Instanzen können sie in den Anlagen zu dieser Mail lesen.

Meine Frau weigert sich inzwischen, Texte oder Bücher zu lesen, in
denen das Gender-Spektakel exerziert wird.

Und was muten wir mit dem Gendern unseren Kindern zu?: Wir haben 7
Enkel. Sechs davon im Schulalter: Erstes, viertes, sechstes, siebtes und
12. Schuljahr. Was tut man diesen armen Kindern mit der Gender-Sprache
an! Haben diese Kinder keine anderen Probleme mit unserer Muttersprache?
Sind vielleicht alle schon perfekt in der Fähigkeit, sich präzise, klar
verständlich und treffend auszudrücken? Sitzen bei allen schon alle
Rechtschreib-Regeln? Können die anschließend überhaupt noch
Vor-Gender-Literaturtexte richtig verstehen?

Ich bin Lesepate in der KiTa. Lese jede Woche 4- bis 7-jährigen
bebilderte Bücher und Kinderbücher vor. Muss ich denen in Zukunft
gegenderte Texte vorlesen? Welcher blödsinnige Wirrwarr würde dann den
noch kleinen und jungen Gehirnen eingetrichtert?

Wie unsinnig und sprachlich falsch die Gender-Exzesse sind, kann man am
besten einem Artikel von Prof. Olav Hackstein entnehmen, veröffentlicht
in der FAZ vom 18. 10. 2021, Seite 6. Den kennen sie ja bestimmt auch.

Mit Leser-freundlichen Grüßen

Guten Tag Frau Ott,
warum suchen Sie nach einer "guten Sprache"? Ist unsere Sprache etwa schlecht? Haben sich in all den Jahren Schwierigkeiten in der Verständigung, in der Kommunikation wegen irgendwelcher sprachlichen Defizite ergeben? Ich versuche emsig, solche Defizite zu finden - leider vergeblich. Also stellt sich mir die Frage: Warum wird an unserer Sprache herumgebastelt? Mit der Folge, dass Sie sich in Workshops und internen Diskussionen nun damit auseinandersetzen müssen, wo man den Doppelpunkt, wo das Sternchen usw. setzen soll. Ist das eine/Ihre notwendige Aufgabe?

Übrigens, Umfragen zeigen immer wieder, dass die Mehrheit unserer Bürger keinen Sinn in dem sogenannten Gendern sieht. Und Ihr Beitrag macht deutlich, dass es nicht einfach ist, eine "gute Sprache" - verständlich für jedermann - zu finden. Warum also beschäftigt Sie dieses Thema? Ich schließe mich gerne den anderen Leserbriefschreibern an: Habt Ihr nichts Wichtigeres zu tun?
Beste Grüße
Karl Schleef

Sehr verehrte Frau Ott,
Chapeau ! Der zweite Lichtblick in diesen trüben Tagen.
Nachdem die neue Ratsvorsitzende der EKD in unserem Kirchenboten erklärt hat, daß kein Anlass besteht, „Gott“ zu gendern, haben Sie mit Ihrer Kolumne meinen Blick auf unsere Kirche wieder geradegerückt.
Nun muss ich nur noch unsere junge Pfarrerin überzeugen, vom Malträtieren unserer Sprache Abstand zu nehmen.
Mit Dank und freundlichen Grüßen
Henning Fischer

Sehr geehrte Frau Ott,
wie immer habe ich mich sehr gefreut, das Magazin Chrismon mit meiner Tageszeitung zu erhalten. Man merkt einfach, mit wie viel Liebe und Herzblut dieses Magazin gestaltet ist.
Besonders gefreut habe ich mich über Ihre Ansage. Genau wie andere Redaktionen werden Sie keine Sonderzeichen für die Gendersprache nutzen. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar, denn ich bin wie Sie der Meinung, Geschlechtergerechtigkeit können wir mit unserer wunderbaren Sprache auch anders ausdrücken.
Ich wünsche Ihnen und Ihrem Team alles Gute, weiter viel Erfolg und eine schöne Vorweihnachtszeit!
Herzlichst
Beate Meckert

Liebe Frau Ott,
ich beglückwünsche Sie zu Ihrer Entscheidung, den Gender-Doppelpunkt in Zukunft zu unterlassen, weist der Doppelpunkt doch darauf hin, dass jetzt etwas erläutert oder näher erklärt wird. Der Genderstern ist schlimm genug, aber nicht ganz so irritierend beim Lesen.
Es freut mich vor allem deswegen, weil ich jetzt Chrismon wieder lesen kann,; das habe ich in den letzten Monaten unterlassen. Ich habe alle Medien gekündigt, die den Doppelpunkt benutzen, weil ich nicht einsehe, dass ich diesen Unfug auch noch mit meinem Geld unterstützen soll. Chrismon habe ich nur beiseite gelegt, bzw. nur die Artikel gelesen, die nicht gegendert waren.
Daher danke ich Ihnen für ein kleines, vorzeitiges Weihnachtsgeschenk und freue mich, dass wieder etwas Vernunft eingekehrt ist.
Mit freundlichen Grüßen
Ruth Niebergall

Moin moin Frau Ott,
hier noch eine Gendermeinung:
Solange wir keine Gleichberechtigung haben, brauchen wir auch keine
Gendersprache. Die Sache mit der Geschlechternamensgebung ist fehlgeleitet,
das Vaterunser in Gendersprache ????

Herr im Himmel, behalte die Sterne oben und gib den Menschen die Kraft, zu entscheiden,
was richtig und was wichtig ist.
Ein gesunde glückliche
Vorweihnachtszeit wünscht
Jutta Klemm

Sehr geehrte Frau Ott,
als Autor, Verleger und Sprachwissenschaftler (und Abonnent von chrismon!) beschäftige ich mich schon lange mit dem Problem des Genderns. Ich komme immer wieder darauf zurück, dass das generische Maskulinum nicht nur in Komposita unverzichtbar ist. Es ist nun einmal die sexusneutrale Sammelform, die alle einschließt, auch wenn die Propagandisten des Genderns etwas anderes behaupten. Wenn sie die Genderbrille ablegen und Genus und Sexus unterscheiden würden, hätten sie damit kein Problem mehr.
Das, was Sie unter "Leicht, gerecht, elegant - die Suche nach guter Sprache" anbieten, ist bei Licht betrachtet ein (für mich ärgerliches!) Sammelsurium von Provisorien, kurz: ein fauler Kompromiss. Ich bin gespannt, wie das praktisch aussehen wird. Dabei ist der Genderstern aus verschiedenen Gründen die schlechteste Lösung von allen.

Sie haben recht, wenn Sie sagen, dass Sprache nichts Statisches ist. Aber der Sprachwandel erfolgt evolutiv über den Sprachgebrauch, nicht über eine Sprachpolitik aus dem akademischen Milieu. Das gilt vor allem dann, wenn das Sprachsystem, die Grammatik, betroffen ist.

Sie sollten in "chrismon" mit gutem Beispiel vorangehen und mit dem Gendern aufhören, auch wenn Sie der Wind des Zeitgeistes von vorn anweht und Sie in Ihrer Meinungsblase dafür gescholten werden. Die geltenden Formen des Deutschen lassen es zu, alle Menschen respektvoll und angemessen anzusprechen.
Ich schicke Ihnen meinen Essay "Setzt die Gender-Brille ab!" mit, in dem Sie sich über die Problematik des Genderns informieren können. Vielleicht erfahren Sie etwas Neues. Nehmen Sie sich eine halbe Stunde Zeit dazu. Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen.
Mit freundlichen Grüßen,
Paul Pfeffer

Gendern ist gute Sprache? Für gut und schlecht sind andere Maßstäbe anzulegen.

Die Gosse hat mit ihren Fäkalbezeichnungen zuerst im privaten T V die Quote bedient. Jetzt ist diese "Gosse" vielfach schon im bürgerlichen Sprachgebrauch und in vielen anderen Medien heimisch geworden. Ausgezeichnet wird die öffentliche Sprach-Gosse dann noch als kulturell besonders wertvoll mit dem Grimme-Preis an Böhmermann. Dessen fäkale Umgangssprache kann im SPIEGEL (Stichwort SPIEGEL GRIMME BÖHMERMANN) nachgelesen werden. Dieser "Preis" ist zum fremdschämen. Die "Gosse" ist mit ihren öffentlichen DEMO-Beleidigungen und den Lügen in den sozialen Medien wesentlich verletzender als jede falsche Genderanrede.

Gut gemeint aber voll daneben. Wer nicht gendert darf nicht schreiben, wird nicht gehört und wird gemieden. Die Sprachpolizei droht. Alle Dialekte, alle die sprachlich etwas unbeholfen sind, droht die Stigmatisierung. Immigranten bekommen neue Schwierigkeiten. Selbst Arbeit und Leistung werden nach den Genderansprüchen auf- oder abgewertet. Einige Stadtverwaltungen und UNIs diskriminieren bereits. Diskriminieren mit der Absicht nicht zu diskriminieren. Und das Volk macht nicht mit.