Fotoprojekt Begrüßungsgeld: Wie hast du das gemacht, Sophie Kirchner?

Wie hast du das gemacht, Sophie Kirchner?

Christina Wedel

Fotoprojekt Begrüßungsgeld: Wie hast du das gemacht, Sophie Kirchner?
"Die Leute wollten mir unbedingt ihre Geschichten erzählen"

Für ihre Fotoreportage in chrismon hat die Berliner Fotografin Sophie Kirchner, geboren 1984 noch in der DDR, Menschen gefunden und sie mit den Gegenständen portraitiert, die sie sich damals für 100 Mark Begrüßungsgeld gekauft haben. Das Projekt ist noch lange nicht zuende. Sophie Kirchner macht weiter und hat noch große Pläne

Leseempfehlung

Hundert Mark Begrüßungsgeld, das bekamen Bürger und Bürgerinnen der DDR, wenn sie in die Bundesrepublik einreisten. 1989 kamen viele. Was haben sie sich davon gekauft? Wie war das damals – und wie ist es heute?

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Lesermeinungen

Sehr geehrte Redaktion,
Die Idee, heute nach der Verwendung des Begrüssungsgeldes zu fragen, ist ja ganz okay. Aber warum wird denn immer so wehmütig auf den Vergleich heute mit der Vorwendezeit im Osten geschaut? Die DDR war pleite, das System hat nicht funktioniert, die Bürger haben beherzt ihre Chance auf Grenzöffnung genutzt. Soll das jetzt nicht mehr gewesen sein? Das war nicht auf Probe mit Rückfahrschein.
Und im Westen wird keiner gefragt, ob er das Leben früher besser fand oder nicht. Dabei hatte es auch Vorzüge, in der amerikanisch besetzten Zone BRD ohne weltpolitische Verpflichtungen vor sich hin zu werkeln. Alle Deutschen hatten nach der Wende mit erheblichen Änderungen zu tun.
Der Grundton in ihrem Artikel ist einseitig und wird der Bedeutung der Wende nicht gerecht.
Beste Grüße
Katrin Boldt

Liebe Redaktion,
ich möchte ihnen meinen Glückwunsch aussprechen für Ihre Beiträge zu diesem Thema. Endlich wird nicht von diesem Freiheitstaumel nach dem Mauerfall berichtet, sondern ganz anders. Ihre Berichte zeigen endlich mal, dass noch nichts aufgearbeitet ist und das es höchste Zeit wird, damit anzufangen, bevor meine Generation stirbt.
Im Grunde genommen ist es schlimm genug, dass nach 30 Jahren immer noch zwischen Ossi und Wessi unterschieden wird. Vor 100 Jahren war gerade der 1. Weltkrieg vorbei und 30 Jahre danach wurden die BRD und die DDR gegründet. Und was ist in den dazwischen liegenden 30 Jahren alles geschehen! Nun wir können froh und dankbar sein, das die letzten 30 Jahre zumindest in Mitteleuropa friedlich waren, aber jammern tun wir trotzdem alle
miteinander. Jetzt rächt sich, was nach der Wende alles falsch gemacht wurde. Angefangen damit, dass es ein Anschluss war und keine Wiedervereinigung. Den ehemaligen DDR-Bürgern wurde keine Möglichkeit gegeben irgendetwas selbst zu gestalten. Angefangen von der Verwaltung, hier in Brandenburg wurde alles 1:1 von
Nordrhein-Westfalen übernommen. Dann bekamen ehemalige Betriebsleiter keine Chance, ihre Betriebe entsprechend den neuen Gegebenheiten umzustellen, weil sie schlichtweg keine Kredite bekamen oder die Treuhand den Betrieb einfach abgewickelt hat. Damals wurde uns noch gesagt: die Treuhand verkauft und die Erlöse bekommen die ehemaligen DDR-Bürger. Es war ja schließlich unser Eigentum: Volkseigentum und nicht Staatseigentum. Da ist noch ein Unterschied. Aber wenn z.B. die Großbetriebe in Teltow für 1,00 DM "verkauft" wurden, was kommt denn da zusammen? Um bei diesem Beispiel zu bleiben: das Gelände des Geräte- und Reglerwerkes in Teltow würde bei den heutigen Bodenpreisen einen Wert von min. 1 Mrd. Euro haben.
Und dann war ja ALLES schlecht in der DDR und wir hatten selber dran Schuld, dass wir da mitgemacht hatten. Wir hätten ja über die Mauer klettern können. Genug gejammert. Meiner Familie geht es heute materiell gut. Unsere Kinder konnten studieren und haben heute einen guten Beruf. Meine Schwiegerkinder sind fast alle "Wessis", aber wir unterscheiden da in meiner Familie schon lange nicht mehr. Es ist nur Schade, dass erst die AfD so viel Stimmen bekommen musste, bevor ernsthaft über Aufarbeitung nachgedacht wird. Ich hoffe nur, dass eine
ernsthafte Aufarbeitung der DDR- Geschichte gelingt und vielleicht meine Enkelkinder in der Schule lernen, dass Konrad Adenauer der 1. Bundeskanzler der BRD und Wilhelm Pieck der 1. Präsident der DDR war.
Dann hätten wir es geschafft!
Noch ein letztes Wort: Ihre Zeitschrift ist super, machen Sie weiter so.
Ganz herzliche Grüße
Reinhold Krause

Hallo Chrismon-Team!
Der "Tag der Deutschen Einheit" ist wieder vorbei; wieder einmal ein (arbeitsfreier) Feiertag! Was gibt es eigentlich am 3. Oktober wirklich (noch) zu feiern?
Mit dem Donnerstag heuer, der ideale "Brückenpfeilertag" zum "Brückenpfeilertag" Samstag; Freitag wird freigenommen, dann wird der Freitag, wenigstes auch seinem Namen gerecht!
Die Erinnerung an die Deutsche Demokratische Republik (DDR), die ist ziemlich langsam am verblassen, und spätestens in der (über)nächsten Generation, da wird (fast) kein Mensch mehr so richtig wissen, dass es einst eine innerdeutsche Grenze gab, die Deutschland in zwei Staaten geteilt hat, und dass eine Mauer quer druch Berlin ging; aus Berlin wurde ein Ostberlin und ein Westberlin.
Ihre Riggi Schwarz

Sehr geehrte Damen und Herren,
schade, das Sie das wichtigste und emotionalste Ereignis der Geschichte so banal negativ darstellen. Die Grenzöffnung war noch vor der Wiedervereinigung etwas, an das sich bis heute jeder erinnert und was niemanden kalt lies. Etwas an das keiner negative Erinnerungen hat und was bis heute niemand zurückdrehen will. Dagegen wirken ihre Rückblicke kleinkariert.
Was mir in einem christlichen Magazin wie Chrismon fehlt ist der Blick auf die Kirche. Ohne den Schutzraum Kirche und ohne engagierte Pfarrer wären die Demonstrationen nicht möglich gewesen. Warum gelang es den Christen trotzdem nicht die Menschen zu überzeugen? Warum gab es keine Eintrittswelle? Warum ist die Entkirchlichung der Gesellschaft die "Errungenschaft der DDR" die überlebt hat?
Mit freundlichem Gruß
Kurt Müller

Sehr geehrte Damen und Herren,
ziemlich verwundert bin ich ob Ihrer recht einseitigen und klischeehaften Auswahl der Interviewpartner zum Thema Begrüßungsgeld vom 10/2019 - das passt immer zum Typ "Jammerossi - früher war alles besser " und stimmt nicht mit der Gesamtheit der Im Osten Deutschlands lebenden Menschen überein.
Wann fragen Sie die sogenannten Ossis, die mehr als dankbar sind für die Wende, die ihre Chancen nutzten und die mehr als zufrieden mit der Meinungsfreiheit sind, die erst mit der wahren Demokratie nach 1989 möglich wurde?
Ich wünsche mir ein wenig mehr Vielfalt in der sonst von mir geschätzten Chrismon.
Andrea Langlotz

Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich habe gerade Ihre Geschichten zum Titelthema gelesen. Da kann man vermutlich nur zu einem Ergebnis kommen: die Mauer hätte stehenbleiben sollen. Für diese Menschen war der Anpassungsdruck zu hoch.
Beste Grüße
Ralph Ristau

Vielen Dank für diese Geschichten! Und ich hoffe, es gibt bald ein ganzes Buch oder eine Website dazu!
Jede einzelne Geschichte ist interessant und macht es möglich, diese Menschen wirklich zu sehen: Wie sie leben, wie sie sind und was ihnen wichtig ist.
Ich bin im Westen aufgewachsen, wir haben aber immer im Osten bei der Verwandtschaft meiner Mutter die Sommerferien verbracht, die DDR war mir nicht ganz fremd.
Ich hoffe, die tollen Bilder und die Geschichten tragen dazu bei, dass Ost und West sich besser verstehen und zusammen wachsen! Sicher gibt es irgendwo Fördergelder für ein grosses Buch- und/oder Websiteprojekt? Ich wünsche es mir und würde sofort ein Buch kaufen. Herzlichen Dank für den tollen Beitrag an Autorin und Verlag!