Natalie Grams und Sven Gottschling über Homöopathie

Was hilft ­
wirklich, wenn man 
krank ist?
Begegnung - Was hilft wirklich, wenn man krank ist?

Anne-Sophie Stolz

Begegnung - Was hilft wirklich, wenn man krank ist?

Homöopathie? Davon hat sich die Ärztin 
Natalie Grams komplett losgesagt. Während der Arzt Sven Gottschling viel von der Akupunktur hält.

chrismon: Geben Sie homöopathische Globuli, wenn Ihre Kinder krank sind?

Beide: Nein!

Natalie Grams: Das Allermeiste vergeht doch von ­alleine. Man liest ein Buch vor, kümmert sich liebevoll. Ein ­junger Körper hat enorme Selbstheilungskräfte – blaue Flecken verschwinden über Nacht, Wunden heilen rasch, Fieber kann innerhalb von Stunden sinken. Dann wird aus einem schwer kranken Kind im Handumdrehen ein putz­munteres. Wenn man bei jeder Bagatelle mit Medizin kommt, lernt ein Kind nicht, seinem Körper zu vertrauen.

Sven Gottschling: Ich finde das gruselig, wenn sich auf dem Spielplatz ein Kind das Knie aufschlägt und gleich drei Leute ihre homöopathische Notfallapotheke aus der Tasche zerren; und wenn mal keiner eine dabei hat, ­sorgen sich alle, dass das nie wieder abheilen oder eine fußballfeldgroße Narbe hinterlassen wird. Eine Kollegin von mir, eine Oberärztin, wurde im Kindergarten gefragt, ob ihre Kinder Arnica-Globuli bekommen sollen, wenn sie mal hinfallen. Sie sagte: "Nein. Wenn ich möchte, dass sie was naschen, dann kriegen sie Gummibärchen von mir." ­Globuli sind halt nur Zucker.

Natalie Grams

Natalie Grams, 41, ist Ärztin. 2015 schloss sie ihre homöopathische Praxis und schrieb das homöopathiekritische Buch "Homöopathie neu gedacht". Derzeit arbeitet sie in Teilzeit für den Skeptikerverein GWUP und leitet die Internetseite netzwerk-homoeopathie.info. Sie hat drei Kinder.
Anne-Sophie StolzNatalie Grams

Prof. Sven Gottschling

Sven Gottschling, 48, ist Chefarzt des Zentrums für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie am Universitätsklinikum des Saarlandes. Zuletzt erschien von ihm der Bestseller "Wer heilt, hat Recht. Chancen und Grenzen der Alternativmedizin". Er hat vier Kinder und lebt in Homburg/Saar.
Anne-Sophie StolzProf. Sven Gottschling

Warum sagen Leute, ihnen hätten Globuli geholfen?

Gottschling: Die haben vom Placeboeffekt profitiert.

Grams: Das heißt: Schon die Erwartung, dass einem ­etwas Heilsames getan wird, kann dazu führen, dass sich ­Beschwerden bessern, weil dadurch die Selbstheilungskräfte aktiviert werden, bei Schmerzen etwa werden körper­eigene Opiate ausgeschüttet.

Ein Placebo ist also eine Scheintherapie?

Gottschling: Ein Kollege erzählte in einer Mediziner­runde, dass sein Kind eine Dornwarze am Fuß habe, schulmedizinisch war schon alles Mögliche getan. Da rief ein anderer Kollege spontan: "Die zaubern wir weg!" Er erklärte dem Kind, dass es den Fuß unter ein sehr teures und nicht ungefährliches Bestrahlungsgerät halten muss. Das war hier im Klinikkeller ein uralter Linearbeschleuniger, da war noch nicht mal der Stecker in der Steckdose. Er ging raus wegen der Strahlen, zählte laut, sagte dann: Behandlung beendet. Eine Woche später war die Warze weg.

"Wir sind alle empfänglich für Placebos" - Natalie Grams

Aber vernünftige Erwachsene sind doch nicht empfänglich für Placebos!

Gottschling: Ich nehme gelegentlich eine Kopfschmerztablette, und, oh Wunder, in aller Regel sind nach zehn Minuten die Kopfschmerzen besser.

Grams: Das kenne ich!

Gottschling: Es ist aber Blödsinn, weil der Wirkstoff erst nach 25 bis 30 Minuten im Blut ist. Die Tablette hilft mir schon, bevor sie mir helfen kann. Allein meine Wirk­erwartung löst das aus.

Grams: Wir sind alle empfänglich für Placebos. Natürlich hat der Placeboeffekt Grenzen – dadurch kann man keinen Schlaganfall und kein zertrümmertes Bein heilen. Aber der Placeboeffekt ist bei jeder Therapie dabei. Nur gibt es eben Arzneitherapien, die nachweislich darüber hinaus­gehen. Und andere, die das nicht tun.

"Das ist ein super Beispiel für den Danach-­aber-nicht-deswegen-Fehlschluss" - Natalie Grams

Wie findet man heraus, ob eine Arznei über den Placeboeffekt hinaus wirkt?

Grams: Man teilt eine Gruppe von Menschen zufallsge­steuert in zwei Untergruppen. Die eine erhält ein Scheinmedikament, die andere das echte Medikament. Versuchsleiter und Patienten dürfen nicht wissen, wer die Scheinbehandlung bekommt. Und wenn dann mehr Echtbehandelte als Scheinbehandelte eine Besserung berichten, dann ist das Medikament wirksamer als das Placebo. In der Wieder­holung muss der Versuch das gleiche Ergebnis haben, sonst war es Zufall. Das nennt man doppelblinde, rando­misierte, placebo­kontrollierte Vergleichsstudien.

Manche Leute sagen: Ich brauche keine wissenschaftlichen Beweise, ich probiere einfach aus, was funk­tioniert – und die Homöopathie hat mir geholfen.

Grams: Das ist im Einzelfall total verständlich, dass das jemand sagt. Aber es ist ein super Beispiel für den Danach-­aber-nicht-deswegen-Fehlschluss. Es ist besser geworden, nachdem man etwas getan hat. Aber war das wirklich deswegen? Die Beschwerden können von alleine vergangen sein, vieles kriegt der Körper selbst in den Griff, vielleicht war auch nicht mehr so viel Stress im Leben.

Wirken homöopathische Mittel nun oder nicht?

Gottschling: Also: Die Homöopathie wirkt – wie viele an­dere Verfahren auch – über den Zuwendungseffekt. Dass sich ein Therapeut oder Arzt eine Stunde und mehr inten­siv für einen Menschen interessiert, wo erlebt ein ­Patient so was? Normalerweise kennt er die Fünf-Minuten-
Fließband-Abfertigungsmedizin. Aber bei den homöo­pathischen Arzneimitteln muss man sagen: Es gibt keinen ­Unterschied zwischen Globuli und Zuckerkügelchen.

"Steve Jobs wäre wahrscheinlich heute noch am Leben" - Sven Gottschling

Ihnen, Frau Grams, schien als Studentin Homöopathie aber geholfen zu haben.

Grams: Ich hatte Ohnmachtsanfälle und Herzrasen, kein Arzt fand eine Ursache. Dann war ich bei einer Heilprak­tikerin. Die sagte: Erzähl mir alles! Und in diesem Gespräch kamen wir darauf, dass das möglicherweise Folgen meines Unfalls waren – ein Auto war mir auf meiner Fahrbahn entgegengekommen. Ich hatte den Unfall einfach so weggesteckt, weil mir offensichtlich nichts Schlimmes ­passiert war. Im Grunde hatte ich eine posttraumatische Be­lastungsstörung. Die Heilpraktikerin sagte: Geh zu einem Psychologen, und wir machen hier bisschen traditionelle chinesische Medizin – immer, wenn die Panik kommt, nimmst du drei Globuli ein. Das war ein super Tool, um den Alarmzustand runterzuregulieren. Das lag aber nicht an irgendeiner arzneilichen Wirkung; das wäre auch mit Atemübungen oder Tai-Chi gegangen. Heute weiß ich, dass mir die Traumatherapie geholfen hat. Damals aber dachte ich: Wow, ich muss unbedingt Homöopathie lernen!

Ist irgendwas dagegen einzuwenden, wenn Leute gegen Beschwerden ein paar Kügelchen einwerfen, die jemand vorher mit Bedeutung und Versprechen aufgeladen hat?

Gottschling: Bei einer banalen Erkrankung ist es relativ egal, wenn Leute ihr Geld in Globuli investieren. Aber Steve Jobs, Mitgründer von Apple, wäre wahrscheinlich heute noch am Leben, hätte er sich nicht auf Alternativ­pfade begeben. Er hatte einen bestimmten Bauchspeicheldrüsenkrebs, der im Frühstadium heilbar gewesen wäre. Irgendwann war es zu spät.

Andererseits war diese Heilpraktikerin die Erste, die Sie auf die Verbindung mit dem Unfall gebracht hat.

Grams: Genau. Deshalb sage ich heute: Wir brauchen in der Medizin wieder mehr Zeit, um mit Patienten an die Ursachen zu kommen. Auch, um mal zu sagen: Wir lassen jetzt den Körper walten, und ich bin für Sie da in dieser Zeit.

"Medizin hat ganz viel mit Magie zu tun" - Sven Gottschling

Meinen Sie, die heutigen Ärzte und Ärztinnen könnten das, wenn man ihnen die Zeit gäbe?

Grams: Nicht alle.

Gottschling: Aber einige. Ich glaube, dass viele Kollegen unter dieser Fließbandmedizin leiden. Ich selbst würde daran kaputtgehen. Ich bin total froh, mir als Schmerztherapeut und Palliativmediziner Zeit nehmen zu können für Patienten. Ich bin schon der Meinung, dass Medizin ganz viel auch mit – das klingt jetzt blöd – mit Magie zu tun hat, dass viele Wirkungen über die Erwartung ausgelöst werden. Denn wir haben gar nicht so viele Medikamente, die dramatisch über den Placeboeffekt hinausgehen.

Grams: Ich glaube, dass gute Medizin aus einer guten ­wissenschaftlichen Basis und der Heilkunst besteht. Wie begegnen wir dem Patienten, wie ist das Verhältnis zwischen uns als Menschen? Es braucht dafür aber keine Magie.

Gottschling: Ich bin ja von Haus aus Kinderarzt, und ­Kinder sind als mystisch-magische Wesen sehr beeinflussbar. Ich finde, das kann man auch positiv nutzen. Ich mache auch Laserakupunktur, die ist im Unterschied zu den Nadeln schmerzfrei, und gerade die Jungs, wenn ich denen erzähle, das ist jetzt mein Lichtschwert . . .

Grams: . . . das ist unlauter! Das ist Star Wars!

Gottschling: Die gehen mit einem seligen Lächeln da raus und erzählen in Kindergarten oder Schule: Mein Arzt behandelt mich mit seinem Lichtschwert!

"Ich dachte, ich bin eine Betrügerin" - Natalie Grams

Ist Akupunktur nicht auch Hokuspokus?

Gottschling: Nein!

Grams: Doch, aber ein besserer Hokuspokus als Homöopathie.

Frau Grams, Sie hatten eine gut gehende homöopathische Privatpraxis – also halfen Sie den Menschen doch?

Grams: Dass die Homöopathie hilft, bestreitet ja niemand. Die Frage ist: Wie hilft sie? Homöopathen sagen, es sei eine arzneiliche Wirkung. Die Wissenschaft sagt: Nein, da wirkt etwas Psychologisch-Zwischenmenschliches. Ich hatte damals sehr gute Bewertungen auf diesem ­Jameda-Portal mit 1,0, aber keiner schrieb: Danke für die richtigen Globuli. Sondern: Danke für die Zeit, für die Zuwendung, danke, dass Sie mir zugehört haben. Ich glaube, das ist der Placeboeffekt plus die vergehende Zeit, bis der Körper es selbst schafft. Es tut mir nur leid, dass ich dafür diese Kulisse aufgebaut habe.

Dann aber kam die Wende . . .

Grams: Als ich dabei war, ein Buch zu schreiben, das ­eigentlich die Homöopathie verteidigen sollte, las ich ­dafür Studien, sprach mit Wissenschaftlern – und ­habe die ­Homöopathie erstmals kritisch hinterfragt. Am schlimmsten war die Zeit, als ich schon wusste, hier kann nichts Arzneiliches stattfinden, und die Patienten sagten mir trotzdem: Es geht mir besser. Das war echt eine Qual, ich dachte, ich bin eine Betrügerin. Zum Glück kam dann das dritte Kind. Ich schloss die Praxis.

"Das ist die alte chinesische Denkweise, jenseits von anatomischen Grundkenntnissen" - Sven Gottschling

Während Sie, Herr Gottschling, als junger Arzt ein ­glühender Verfechter der Schulmedizin waren.

Gottschling: Ja, ich war in der Kinderonkologie tätig, als Arzt im Praktikum, und immer wieder fragten Eltern: Was können wir denn zusätzlich noch für unser Kind tun – Misteltherapie, Globuli . . . ? Mein damaliger Chef sagte, es muss sich mal jemand damit auseinandersetzen, und ich duckte mich nicht schnell genug weg. Aus den ersten Akupunkturkursen wäre ich fast schreiend davongelaufen, als da von Energieflüssen und der sonnenbeschienenen ­Seite des Hügels die Rede war. Das ist die alte chinesische Denkweise, jenseits von anatomischen Grundkenntnissen. Ich war ultraskeptisch, fing aber parallel an, Patienten zu behandeln, in der Familie zu behandeln, auch mich selbst wegen Migräne und Heuschnupfen – und war völlig hin und weg von den Effekten. Und dann haben wir hier in der Uniklinik angefangen, Studien aufzulegen.

So richtig hochkarätige Studien?

Gottschling: Ja. Wir machen Akupunktur mit einem echten Laser und einem Placebolaser. Beide blinken und piepen, das ist also doppelblind. Wir haben bei Kindern, die einer schmerzhaften Prozedur unterzogen werden mussten, vorher einen Punkt zur Schmerzlinderung ge­lasert. Die Ergebnisse sind der Hammer!

Grams: Ich bin von der Nadelakupunktur überzeugter als von der Laserakupunktur: Wenn man eine Nadel in den Körper sticht, passiert körperlich etwas. Es ist der Akt des Nadelns, der hilft. So weit würde ich mitgehen. Aber Meridiane als Energiebahnen – das ist wissenschaftlich nicht haltbar. Es ist egal, wo man hinsticht. Mich ­wundert, lieber Herr Gottschling, dass Sie bei der Akupunktur so unkritisch sind, auf andere Verfahren schauen Sie viel wissenschaftlicher.

Gottschling: Auch mit der Laserung bringe ich Stoff­wechselprozesse in Gang, ich setze ja ein Energiedepot in die 
Gewebetiefe, da findet messbar eine erhöhte Kommuni­kation zwischen Zellen statt. Die Akupunktur wirkt wahrscheinlich als eine Art Reflextechnik. Wir wissen ja, wenn wir einen Herzinfarkt haben, kriegen wir ­Schmerzen im linken Arm, im Unterkiefer oder im Oberbauch, das sind Areale, die dann stellvertretend Alarm schreien. Und ich vermute, dass es umgekehrt auch geht: Wenn ich ganz bestimmte Hautflächen ansteuere, kann ich damit wiederum auch eine Wirkung auf innere Organe erzielen. Dafür gibt es schon erste Hinweise.

Grams: Aber bei der Akupunktur ist doch die Beleglage fast genau so mau wie bei der Homöopathie!

Gottschling: So mau ist die nicht! Wo ich Ihnen recht gebe: Wir fangen gerade erst an, unsere Studien in den wissenschaftlichen Fachzeitschriften zu veröffentlichen. Aber da kommt jetzt mehr!

"Ich bekam Mord­drohungen, hielt Vorträge unter Polizeischutz" - Natalie Grams

Beide sagen Sie öffentlich, dass Sie von der Homöo­pathie als Arzneitherapie nichts halten – was bekommen Sie für Reaktionen?

Grams: Nur nette. (Beide lachen.)

Gottschling: Ich bekomme regelrechte Hassmails. Wenn ich einen Fernsehauftritt hatte oder einen Vortrag ge­halten habe, wurden meine Sekretärinnen am Telefon aufs Wüsteste beschimpft. Das hat mich schon erschreckt. Die wenigen Patienten darunter sagen, sie seien enttäuscht von mir, formulieren das aber meist freundlich. Die ­richtig ­üblen Attacken kamen in der Regel von Ärzten oder Heilpraktikern, die die Methoden, die ich entmystifiziere, selbst betreiben.

Grams: Ich bekam auch immer wieder konkrete Mord­drohungen, hielt Vorträge unter Polizeischutz. Mittlerweile lebe ich verborgen. Das ist bedrückend. Inzwischen habe ich mich mit wissenschaftlich denkenden Menschen zusammengetan. Und sehe jetzt auch, da ich mit einer ­Klage bedroht werde, dass es eine große Solidarität mit mir gibt. Das Pharmaunternehmen Hevert, das Homöo­pathika herstellt, fordert, dass ich eine Unterlassungs­erklärung unterschreibe. Das Schreiben habe ich auf Facebook und Twitter öffentlich gemacht. Es kam unglaublich viel Unterstützung! Wenn der Hersteller wirklich klagt, werde ich zumindest nicht am Finanziellen scheitern.

Gottschling: Damit schießen die sich doch ein Eigentor!

Was sollen Sie nicht mehr sagen dürfen?

Grams: "Homöopathie wirkt nicht über den Placeboeffekt hinaus." Dabei sagen das die korrekt gemachten Studien ebenso. Die müsste die Firma auch verklagen, eigentlich. Aber ich glaube, es geht hier um was ganz anderes: Die Umsätze der Homöopathie gehen zurück. Weil die Kritik jetzt aus so vielen Ecken kommt.

"Man rüttelt offensichtlich am Weltbild einzelner Menschen" - Sven Gottschling

Gottschling: Dass sich manche wirtschaftlich bedroht fühlen, ist das eine. Das andere ist: Man rüttelt offensichtlich am Weltbild einzelner Menschen, und das löst wohl massivste innere Widerstände aus, richtigen Fanatismus.

Grams: Dabei sagt keiner, Homöopathie soll ver­boten ­werden. Oder: Wer das macht, ist bescheuert. Wir ­nehmen nichts weg, sondern wir schenken Aufklärung, wir ­schenken Wissen. Dafür so fertiggemacht zu werden, das ist rational nicht erklärbar.

Gottschling: Ich kann mir die Reaktion nur so er­klären, dass wir einen Zaubertrick entmystifizieren. Damit ­schubsen wir diese Gruppe von Heilern oder auch selbst ernannten Heilern von ihrem Podestchen.

Grams: Im Grund sind wir die Kinder, die schreien: Der Kaiser ist nackt! Ich habe ja selbst erlebt, wie sich das anfühlt. Man ist nicht mehr die omnipotente Heilerin, man muss sich quasi auf dem Boden der Realität mühsam zusammenklauben. Das tut weh. Aber ich denke immer: Wenn man dafür auf dem Boden der Realität landet, ist das doch viel sicherer. Wir haben es hier ja nicht mit dem persönlichen christlichen Glauben zu tun, sondern wir 
sprechen hier über Medizin und Wissenschaft. Da kann man nicht einfach sagen, der Glaube stehe über dem Wissen.

Nebenbei gefragt

Frau Grams, welche Musik tut Ihnen gut?

Tango. Ich bin leidenschaftliche Tango­tänzerin. Aber in ­meiner Jugend war ich in der Punkszene, ich kann auch mit solcher Musik was anfangen.

Machen Sie auch was Ungesundes, Unvernünftiges?

Für mich ist wirklich das Unvernünftigste und Ungesündeste meine Arbeit. Ich bin eigentlich ein relativ vernünftiger Mensch. Was Sport angeht, schlage ich noch am ehesten über die Stränge, ich fahre mit dem Rennrad Berge hoch.

 

Herr Gottschling, welche Musik 
tut Ihnen gut?

Ganz fieser, richtig biestiger Heavy Metal.

Machen Sie auch 
was Ungesundes, 
Unvernünftiges?


Ständig. Man lebt nur einmal, und wenn man es richtig macht, dann reicht das auch. Ich ­liebe es zum ­Beispiel, auf ­Kongressen mit Kollegen bis morgens um fünf um die Häuser zu ziehen und dann völlig zerschossen ­
am nächsten Morgen um acht Uhr einen 
Vortrag zu halten. Also zu ­gucken: Krieg ich ­trotzdem die ­Performance hin? ­Bisher hat’s geklappt.

Infobox

Freches Video von Jan Böhmermann über Homöopathie im NEO MAGAZIN ROYALE

Die Youtuberin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim erzählt unterhaltsam und unglaublich verständlich, was es mit der Homöopathie auf sich hat - bei FUNK, dem Angebot von ARD und ZDF für jüngere Menschen (Ältere sind davon aber ebenso begeistert).

Das Informationsnetzwerk Homöopathie setzt sich "für eine ehrliche Medizin und für faire Aufklärung über Homöopathie ein" - besonders schön die FAQ, etwa die Frage "Bei Kindern und Tieren hilft's doch auch - die können sich die Wirkung doch nicht einbilden!"

Für alle, die es ganz genau wissen wollen, gibt es eine kommentierte Liste von wissenschaftlich hochwertigen Studien zur Homöopathie.

 

 

 

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Lesermeinungen

Der Artikel von Frau Dr. Grams und Ihre Meinung über Homöopathie hat mich "erstaunt". Unreflektiert, wissenschaftsfanatisch, dumm und ignorant äußert sie sich über ein Thema, das sie auch als Homöopathische Ärztin nie wirklich begriffen hat.

Ich bin seit 35 Jahren Homöopathin und dankbar über diese wunderbare sanfte Heilweise. Dieser angebliche "Placeboeffekt" wird auch dadurch nicht wahrer wenn man ihn immer wieder herunterleiert, um damit von der Wirkung abzulenken, die in der Praxis jeden Tag erlebbar ist.

Seit Hahnemann forschen und entwickeln viele hochintelligente Ärzte und Wissenschaftler die Homöopathie erfolgreich weiter. Warum berichten Sie nicht mal darüber! Wovor fürchten sich die Homöopathiegegner so sehr??

Es ist sehr erfreulich, dass die Kritik am "Zauberzucker Globuli" nun auch in der christlichen Szene ankommt. Gerade im kirchlichen Umfeld wird man ja als Anhänger der evidenzbasierten Medizin komisch angesehen. Kirchliche Bildungsträger haben immer noch alternativmedizinische Seminare im Angebot.
Da haben Sie einen mutigen Kontrapunkt gesetzt. Ich schätze, damit haben Sie sich auch einen kleinen Shitstorm gebastelt.

Sehr geehrte Damen und Herren,
bislang war ich der Meinung, dass Chrismon ein Magazin ist, dass gesellschaftliche Diskussionen anregt, aber nicht beabsichtigt, tendenziöse Meinungsbildung zu betreiben. Zum Thema Homöopathie geben Sie zwei Homöopathie-Gegner*innen durch ein Interview und freundliche Fotos breiten Raum und lassen dann im Internet Ihre Leser*innen abstimmen, ob sie die Übernahme der Medikamentenkosten durch die gesetzliche Krankenkasse befürworten oder nicht. Dass Sie damit keine faire, offene Diskussion über die Homöopathie anstreben, sondern einstimmen in die bewusste Stimmungsmache gegen Homöopathie, empfinde ich als sehr enttäuschend. Die Aussagen, die die Doktor*innen Grams und Gottschling treffen, zeigen ein völliges Unverständnis gegenüber der Homöopathie und, vorsichtig ausgedrückt, erhebliche Informationslücken im Umgang mit dieser Komplementärmedizin. Frau Dr. Grams als Kronzeugin für die Unwirksamkeit der Homöopathie heranzuziehen, weil sie die Homöopathie aufgegeben hat, ist journalistisch leichtfertig, fragt sich die Leser*in doch, ob überhaupt seriös und zumindest ausreichend recherchiert wurde. Erfolgreich homöopathisch tätig zu sein, erfordert eine hohe Expertise einerseits und Empathie für die Patient*innen andererseits. Dies gehört zu den Leitsätzen einer medizinischen Tradition, die ihren begründet angestammten Platz in der medizinischen Wissenschaft hat. Sehr wohl liegen umfangreiche Studien und Wirksamkeitsnachweise für die Homöopathie vor. Zur Wirksamkeit der Homöopathie existieren reichlich Stellungnahmen, z. B. vom Dialogforum Pluralismus in der Medizin, einem Gremium, das vom früheren Ärztekammerpräsidenten Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jörg-Dietrich Hoppe und Prof. Dr. med. Peter F. Matthiessen initiiert wurde. Hier hat man sich mit den unterschiedlichen wissenschaftlichen Ansätzen in der Medizin befasst und deutliche Kritik an gängigen, insbesondere von der Schulmedizin beanspruchten Erhebungs- und Studienmethoden geäußert. Ich empfehle Ihnen in dieser Hinsicht den Artikel „Homöopathie und intellektuelle Redlichkeit“ von P. F. Matthiessen aus dem Jahr 2018. Ich bin seit über 20 Jahren als homöopathische Ärztin niedergelassen und kann nicht verstehen, wie man diese wundervolle Therapieform bekämpfen muss, als wäre es Teufelswerk. Worüber reden wir? Über weitaus weniger als ein Prozent der Medikamentenkosten im gesamten Gesundheitswesen! Hat diese Diskussion nun irgendeinen wertschöpfenden Anteil an Heilung, Pflege und Prävention für uns Menschen? Haben wir in diesen Zeiten nicht größere Herausforderungen zu bewältigen? Wir homöopathischen Ärzt*innen wissen, dass die Homöopathie nicht alleinseligmachend ist und haben demzufolge unsere schulmedizinische Ausbildung nicht vergessen. Wir betreiben integrative Medizin verschiedener Disziplinen und bieten dadurch dem Patienten eine weitere Behandlungsoption an. Genau das suchen viele Patienten. Matthiessen bringt es auf den Punkt: Im Grundgesetz ist die Freiheit der Wissenschaft im Art. 5 Abs. 3 garantiert. Der Politik, und schon gar nicht einer Frau Dr. Grams oder einem Herrn Dr. Gottschling, steht nicht zu, über die Wissenschaft und die Homöopathie Recht zu sprechen. Im Weiteren zitiert Matthiessen den Philosophen Gadamer, der die Quintessenz seiner Lehre im Alter von 100 Jahren mit den Worten zusammenfasste: „Der Andere könnte Recht haben.“ Mit Ihrem Beitrag entstand der Eindruck, dass Ihre Publikation lediglich in das gleiche Horn stößt wie all jene, die gegen die Homöopathie argumentieren. Solch eine Art Kommunikation hat einen Namen und erfreut sich heutzutage gefährlicher Beliebtheit. Ich möchte dringend anregen, auch den Homöopathie-Befürwortern Raum in Ihrer Zeitschrift zu geben. Gern erwarte ich Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Damen und Herren,
der oben genannte Artikel ist an Oberflächlichkeit kaum zu überbieten:
• Wenn Frau Grams die Homöopathie wirklich studiert hat, weiß sie, dass Ärzte aus dieser Fachrichtung nicht nur Globuli, sondern auch nach ihrer Rezeptur eigens zubereitete Arzneien einsetzen
• Dass Kinder für geheimnisvolle Geschichte empfänglich sind, das glaube ich gerne. Wenn sie zusammen mit Globuli erfolgreich eingesetzt werden, warum nicht? Nur bei meinem Sohn haben besondere Geschichten nicht geholfen. –Ich spreche über eine Zeit von 1970 bis 1974-. Im Winterhalbjahr hatte er ständig Erkältungen. In dieser Zeit konnte er im Kindergarten keine Freundschaften aufbauen, weil er mehr zu Hause als im Kindergarten war. In der Zeit haben wir Medikamente der Schulmedizin und auch Globuli der Anthroposophischen Medizin genutzt. Begleitend haben wir Heublumenbäder nach Maria Schlenz eingesetzt. Damit konnte die Verabreichung von damals Penicilin vermieden werden. Das war für die Schulmediziner der zweite Schritt, wenn der erste nicht half.
• Mein früherer Hausarzt hat sehr viel mit Homöopathischen Präparaten gearbeitet. Er war eher mundfaul. Niemals hat er uns den Namen seiner geheimnisvollen Pülverchen genannt, die wir in Wasser auflösen mussten. Dazu gab es dann morgens und abends 1 Globulus, Name unbekannt. Das hatte schon zum ersten Schritt der Besserung geführt. Die restlich Behandlung wurde mit Homöopathischen Tropfen fortgesetzt. Immer wieder treffe ich Patienten der gleichen Praxis: wir vermissen die Pülverchen und Liebesperlen (unser Ausdruck für die Globuli).
• Wenn Herr Gottschling gegen Kopfschmerzen eine Tablette einwirft und kritisiert dass nach dem Schluck Wasser die Besserung eintritt, so würde ich ihm raten: „Trinken Sie doch nur ein Glas Wasser oder zwei. Dann sind die Kopfschmerzen vielleicht auch weg.“ Ich tue das und mir hilft es.
Mit freundlichen Grüßen

Da wollte chrismon uns über die Wirksamkeit und Wirkweise von homöopathischen Arzneien informieren und dann werden zwei Kollegen interviewt, die dieser Heilmethode maximal einen Placeboeffekt zugestehen! Einfach nur schwach. Eine verpasste Chance. Man könnte meinen, auch chrismon hat damit seinen Teil zur Dämonisierung dieser Therapie beigetragen. Es ist ja gerade mal wieder en vogue!

Bitte nicht nur eine Sichtweise
Sehr geehrte Damen und Herren der Chrismon-Redaktion,
mit Erstaunen und wachsendem Unmut habe ich in der August-Ausgabe des Magazins Chrismon das Interview mit Dr. Natalie Grams und Dr. Sven Gottschling zur Homöopathie gelesen. Chrismon greift eine z. Zt. intensiv und kontrovers geführte Diskussion auf, die zudem auf unseriöse Weise von TV-Komikern wie Jan Böhmermann und Eckart von Hirschhausen polemisch zugespitzt wird.
Umso wichtiger, dass es angesichts dieser Diskussionslage und dieses Diskussionsklimas Plattformen gibt, auf denen seriös informiert und kontroverse Themen von verschiedenen Seiten her beleuchtet werden. Das kann in einem evangelischen Magazin geschehen.
Dazu wäre es nötig gewesen, wie ich das von Chrismon sonst auch kenne, zwei Gesprächspartner mit unterschiedlichen Standpunkten zu interviewen. Stattdessen kommen in dem Artikel zwei ausgewiesene Gegner der Homöopathie zu Wort, die homöopathisch arbeitende Ärzte und Ärztinnen pauschal als selbst ernannte Heiler, die mit Zaubertricks arbeiten, verunglimpfen (Artikel S. 31).
Seit Jahren von einer homöopathisch arbeitenden Ärztin begleitet habe ich erfahren, wie hilfreich Schulmedizin und Homöopathie additiv-komplementär wirken können. Als Gemeindepfarrer weiss ich von zahlreichen Gemeindegliedern, die ebenfalls diese Erfahrung gemacht haben.

Der Artikel zeichnet bedauerlicherweise das Klischee, als seien homöopathisch arbeitende Ärzte Scharlatane. Dass das zumindest so verstanden werden kann, zeigten mir einige empörte Reaktionen von Ärzten, die den Artikel im Chrismon oder in der Beilage der ZEIT gelesen hatten.

Der Artikel erweckt den fatalen Eindruck, als sei die Evangelische Kirche grundsätzlich gegen Homöopathie - und als habe sie damit in der gegenwärtigen Diskussion eindeutig auf Seiten der Homöopathiegegner ihren Platz eingenommen.
Davon kann m. E. nicht die Rede sein. Gerade von den biblischen Texten her wissen Kirche und Theologie von unterschiedlichen Wegen der Heilung - in der Spanne von Gebet über Berührung bis hin zu medizinischen Hilfsprodukten wie Pflaster (Jesaja 38) und Arzneimitteln.

Eine Gegenposition zu Frau Grams wäre im Sinne dieser angedeuteten Pluralität hilfreich und fair gewesen.

Mit freundlichen Grüssen
Martin Hauff

Sehr geehrter Herr Gemeindepfarrer Hauff,

Sie haben den Artikel laut Selbstauskunft mit wachsendem Unmut gelesen. Es stimmt, dass keiner der beiden Ärzte zu einem Pflaster aus Pflaumen (Lutherübersetzung) oder Pflaumenkuchen (Elberfelder Übersetzung) rät, obwohl es Jesaja 38, 21 tut. Das andere Ende der von Ihnen positiv erwähnten Spanne der Heilungswege bildet das Gebet. Die meisten Ärzte kennen dieses Ende sehr gut und nehmen ihre Patienten ins Gebet mit den Worten: "Weniger saufen! Mehr Sport!"

Was ich bei Ihrem Unmut noch nicht ganz verstehe ist die implizite Behauptung, die Homöopathie wäre anzusiedeln irgendwo in der Spanne von Gebet bis Pflaumenkuchenpflaster. "Gerade von den biblischen Texten her wissen Kirche und Theologie von unterschiedlichen Wegen der Heilung - in der Spanne von Gebet über Berührung bis hin zu medizinischen Hilfsprodukten wie Pflaster (Jesaja 38) und Arzneimitteln."

Soweit meine Bibelkenntnisse reichen, hat Jesus eifrig geheilt und Teufel ausgetrieben. Hat er aber je einen großen Teufel mit Hilfe eines kleinen Teufels ausgetrieben? Von solcher homöopathischer Heilertätigkeit ist mir nichts bekannt. Ich lasse mich aber gerne von Ihnen als Fachmann eines Besseren belehren.

Mit evangelischem Gruß

Adam Mair

Sehr geehrte Damen und Herren,
zur Frage der Wirkung durch Magie oder den Placeboeffekt habe ich Erfahrungen mit Tieren gemacht. Sowohl Pferde als auch Hunde haben sehr deutlich, erfolgreich und nachhaltig auf verschiedene Behandlungen reagiert.
Mir stellt sich daher die Frage, ob Tiere auf Magie oder Placebos ansprechen können. Wenn nein, reicht die geschilderte Begründung Magie oder Placebo für die Wirksamkeit der Homöopathie und Akkupunktur nicht aus.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Peter Scheunemann

Sehr geehrter Herr Scheunemann,

speziell bei Pferden soll die Placebo-Wirksamkeit von Homöopathika gut erforscht sein. Tiere, die von ihren Haltern abhängig sind, haben sehr feine Antennen für Menschen, sie müssen dazu keine Wortsprache verstehen. Gibt ein Halter Globuli und denkt: „Das wird dir helfen, mein Pferd!“, entspannt er sich und wird zuversichtlich, was sich sofort dem Tier vermittelt. Außerdem wird der Halter nun der Genesung Zeit geben. Wie man weiß, heilen aber sehr viele Malaisen nach einiger Zeit von alleine aus. Man kann als Laie am Ende dann nicht sagen, ob es die Globuli oder einfach die vergehende Zeit waren, die geholfen haben, schließlich macht man als Tierhalter ja keine randomisierte Studie mit mehreren am Gleichen erkrankten Pferden, die dann anders oder nicht oder mit Globuli behandelt worden sind. Der typische Pferde-/Schweinehalter nimmt also an, logisch, es seien die Globuli gewesen.

Vielleicht von Interesse in diesem Zusammenhang: http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=1072
und http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=3445

Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch/ chrismon

Sehr geehrte Frau Holch,
es liegt mir fern, irgendjemanden persönlich zu beleidigen, zu diskriminieren oder zu verletzen! Wenn dies so empfunden wurde, möchte ich mich dafür entschuldigen.
Aber wie Sie ja sicherlich mitbekommen haben, können auch offensichtliche Falschaussagen zu juristischen folgen führen (siehe Auseinandersetzung Hevert-Grams).
Und was würden Sie dazu sagen, wenn man Ihnen verböte, mit einem bestimmten Kugelschreiber fundierte Reportagen zu schreiben, die allseits Anerkennung finden und fanden, nur weil seine extravagante Form gewissen Leuten aufstößt?
Sie wären darüber, dass man Ihnen Ihr bestes Handwerkszeug aus der Hand schlagen will, vermutlich genauso empört und entsetzt wie ich, und würden "dagegen anschreiben"!

Sehr geehrter Herr Hümmer,
ich glaube nicht, dass die Pharmafirma Hevert weiter gegen Natalie Grams und Jan Böhmermann vorgehen wird (der in seiner Sendung den von Hevert inkrimierten Satz , dass Globuli nicht über Placebo hinaus wirken, vielfach und immer nochmal wiederholte). Schiene mir auch ein recht erfolgloses Unterfangen, zumal etwa in den USA die Hersteller (auch deutsche) von Globuli + Co. auf ihre Präparate aufdrucken lassen (wie dort gesetzlich gefordert), dass es keinen Nachweis der Wirksamkeit gibt. Die Chemikerin und ARD/FUNK-Mitarbeiterin Dr. Mai zeigt das im Bild und erklärt sehr verständlich den so genannten "Binnenkonsens". Außerdem müsste Hevert dann ja auch all die WissenschaftlerInnen angehen, die in ihren Studien genau dies als Konklusion geschrieben haben.
Christine Holch/ chrismon

Sorry, aber jetzt versteh ich Ihr Wissenschaftsverständnis einfach nicht mehr:
"Außerdem müsste Hevert dann ja auch all die WissenschaftlerInnen angehen, die in ihren Studien genau dies als Konklusion geschrieben haben."

Aber die Konklusionen der WissenschaftlerInnen mit den anerkannt (auch von INH und gwup) wichtigsten Metaanalysen sprechen doch fast alle (WÖRTLICH!) von einem ÜBER PLACEBO HINAUSGEHENDEN EFFEKT (siehe vorhergehende links, haben Sie die überlesen?)!?

Noch ein letzter Versuch:

Zitat HRI:
„Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass Homöopathie wirkt“

Dies ist die wahrscheinlich meistzitierte, völlig unzutreffende Aussage zur Homöopathie. Forschung im Bereich Homöopathie ist ein noch relativ neues Feld, es stimmt also durchaus, dass es keine große Zahl an Studien gibt, aber einige Belege ist etwas völlig anderes als keine Belege.

Bis Ende 2014 wurden 189 randomisierte kontrollierte Studien zur Homöopathie bei 100 verschiedenen Erkrankungen in peer-reviewed Zeitschriften1 veröffentlicht. Darunter fallen 104 Studien, die Placebo-kontrolliert und für eine weitere detaillierte Bewertung in Frage kommen:

41 % fielen positiv aus (43 Studien) – sie stellten fest, dass Homöopathie wirksam ist
5 % fielen negativ aus (5 Studien) – sie stellten fest, dass Homöopathie unwirksam ist
54 % waren nicht eindeutig (56 Studien)

https://www.hri-research.org/de/informationsquellen/homeopathy-faqs/ther...

Das HRI ist laut Selbstauskunft eine Wohltätigkeitsorganisation: "Das Homeopathic Research Institute (HRI) ist eine innovative international agierende Wohltätigkeitsorganisation" steht auf der Homepage des HRI
https://www.hri-research.org/de/einfuehrung/

Und welche Wohltätigkeit hat es im Sinn? Dreimal darf geraten werden!

Fritz Kurz

Herr Hümmer,

da Sie ein Faible für investigative Fragen zu haben scheinen, ich hätte eine an Sie: Warum soll Frau Holch solche Fragen an Frau Grams stellen? Weil Sie gerne sähen, wenn man Frau Grams einen Widerspruch nachweisen könnte? Würde Ihnen das gefallen?

Ich gehe davon aus, dass sich Frau Grams wie alle Menschen gelegentlich in Widersprüche verwickelt oder nicht alles bis ins kleinste durchdacht hat. Uns beiden, aber auch nur uns beiden, würde das natürlich nie passieren. Nur: Was hätte der Nachweis, dass Frau Grams fehlbar ist, mit der Frage zu tun, ob die Homöopathie wirkt und wo dafür der Beweis ist?

Sehr geehrte Frau Chefredakeurin Holch,
Ich habe einige Vorschläge für wirklich investigative Fragen an Frau Grams, wenn Sie sie das nächste mal zum Gespräch laden:
"Frau Grams, wie leben Sie mit dem Widerspruch in Ihren Aussagen in den Medien (nichts drin-->nichts wirkt) zu Ihren Aussagen im Buch "Homöopathie neu gedacht" (Seite 179):
“ Ab der emotionalen Ebene haben wir es NICHT MEHR MIT REIN MATERIELLEN, MESSBAREN, biologisch-physikalischen Tatsachen ZU TUN“!
oder
"Dies reklamieren doch gerade die Homöopathen für Ihre Therapieform?"
oder
"Frau Grams, was meinen Sie mit der Aussage (selbiges Buch Seite 177): “Ich bin davon überzeugt, dass der GEIST Teil der Medizin sein und werden könnte“."
oder
"Wenn ich obiges in Ihrem Buch lese, was hat Sie dann als ehemals glühende Verehrerin Hahnemanns
(Aus dem Vorwort von „Homöopathie neu gedacht“:„Als ich mit der Arbeit an diesem Buch begann, wollte ich ein flammendes Plädoyer für die Homöopathie schreiben. Ich wollte als überzeugte Homöopathin allen Zweiflern aufzeigen, was die Homöopathie möchte und kann.“,)
... was hat Sie WIRKLICH zur erbitterten Gegnerin der Homöopathen werden lassen, die Sie mit missionarischem Eifer verfolgen als wärem sie Hexen oder Hebammen im Mittelalter, die es gilt, dem Fegefeuer zuzuführen?"
Auf dieses Interview bin ich gespannt!

Herr Hümmer,
wir haben einen Ihrer Kommentare nicht veröffentlicht, weil er Beleidigungen enthielt. Bitte bedenken Sie, dass Beleidigungen juristische Folgen haben können.
Zu Ihrer Frage bezüglich der "Widersprüchlichkeit" von Frau Grams: Etwas zu erkennen, ist meist ein Prozess. Frau Grams hatte bei der Erstauflage ihres Buchs "Homöopathie neu gedacht. Was Patienten wirklich hilft" (2015) noch gehofft, es lasse sich eine Brücke schlagen zwischen Homöopathie-Anhängern und Kritikern - die homöopathischen Medikamente hatten sich als nicht wirksamer als Placebo erwiesen, so lernte sie aus Studien, aber das ganze Setting einer homöopathischen Behandlung schien ihr hilfreich und also erhaltenswürdig. Doch dann sah sie, dass ein Brückenschlag nicht möglich ist, zu unversöhnlich erschienen ihr die Lager. Der Verlag (Springer) wollte das Buch aber 2018 in einer Zweitauflage herausbringen, darin hat Frau Grams im Vorwort ausführlich geschrieben, dass und warum sie sich zwischenzeitlich noch weiter von der Homöopathie entfernt habe.Ihr jüngstes Buch "Gesundheit! Ein Buch nicht ohne Nebenwirkungen" (2018, Springer) ist daher ganz anders. Darin geht es ausführlich u.a. um Selbstheilungskräfte, den Placebo-Effekt, ob es einen Unterschied zwischen natürlichen und künstlichen Medikamenten gibt, um die Pharmaindustrie oder warum es keine Alternative zu wirksamer Medizin gibt.
Christine Holch
Redaktion chrismon

Sehr geehrte Frau Holch,
ich habe die Leserbriefe zu diesem Artikel genossen, Sie hoffentlich auch.
Allgemein scheint nicht verstanden worden zu sein, daß es ein Gespräch zwischen zwei Menschen zu einem Thema ist. Die Teilnehmer haben Ihre Meinung, Erfahrung, auch Wissen ausgetauscht und chrismon hat "mitgeschrieben. Ich kann nicht erkennen, daß Sie oder die Redaktion Stellung bezogen haben zum Thema Homöopathie? Warum dann diese ganze Briefflut gegen Sie? Die Resonanz ist beachtlich und zeigt, daß es richtig war, zu publizieren.
Ich lese chrismon online und nehme mir die Zeit, dies in Ruhe und gründlich zu tun.
Danke für die anregende Lektüre!
Mit freundlichem Gruß

Es ist schon erstaunlich, wie gut die Lobby der Schulmedizin funktioniert! Egal ob es um Homöopathie oder ums Impfen geht- egal in welcher Zeitung- es kommen immer nur die Befürworter der Schulmedizin zu Wort. Und diejenigen, die anderer Meinung sind werden als verblendete wohlstandsverwöhnte Dummchen dargestellt.
Es gibt so viele sehr gute Ärzte, die Homöopathie anwenden und damit gute Erfolge haben, warum lässt Chrismon nicht auch mal so einen Arzt zu Wort kommen?
Natürlich spielt der Placeboeffekt eine Rolle, genau das Gleiche gilt für die Schulmedizin! Ich frage mich, weswegen viele Ärzte so aggressiv gegenüber ihrer Konkurrenz von der alternativen Medizin auftreten. Warum ist es nicht möglich miteinander zu arbeiten und so bestmögliche Ergebnisse zu erreichen? Wer heilt hat recht, ich bin in meinem Leben mit relativ wenig Schulmedizin und ziemlich viel Homöopathie ganz gut über die Runden gekommen. Warum misstrauen denn so viele Menschen der chemischen Industrie mit Ihren Produkten? Ist es richtig riesige Gewinne mit Gesundheit zu verdienen? Und ist ein Konzern, der nicht dem Wohl der Menschheit sondern dem Gewinn seiner Aktionäre verpflichtet ist und von Managern geleitet wird die mit höchsten Gehältern ausgestattet werden wirklich in der Lage die beste Medizin für die Allgemeinheit herzustellen? Das wäre doch mal ein interessanter Artikel für Ihre Zeitung.
Andreas Dill

Der Spruch "Wer heilt, hat recht" geht vielen Ärzten leicht über die Lippen. Das gilt für die sogenannten Schulmediziner wie auch für Homöopathen und andere Alternativärzte.

Der Spruch ist allerdings ein Irrtum. Ein gefährlicher Irrtum übrigens. Wer heilt, hat einen Heilerfolg und der Patient freut sich. Ob das zutrifft, was sich der Arzt und/oder sein Patient zu den Gründen der erfolgreichen Behandlung denken, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Wenn ein Exorzist einer Frau per Exorzismus den Teufel austreibt, kann es durchaus passieren, dass die Frau sich hinterher besser fühlt. Ob es deswegen aber stimmt, dass es einen Teufel gibt, der herumteufelt und sich durch Gebete und anderen Schabernack dazu bewegen lässt, auszufahren, kann nur durch Argumente geklärt werden.

Wenn dieses Prüfen der Argumente unterbleibt, dann haben die Exorzisten und die sie unterstützenden Bischöfe freie Bahn und leichtes Spiel. Das kann für andere, die sich auch dem Exorzismus unterziehen und dabei Schaden leiden bis hin zum Tod, sehr übel enden.

Also: Wer heilt, kann auch völlig daneben liegen.

Friedrich Feger

Herr Dill,

Sie haben völlig recht, dass es der Pharmaindustrie vor allem um Gewinne geht, so ist das nun mal in der Wirtschaft und das gilt auch für den Teil der Pharmaindustrie, der Homöopathika herstellt. Das sind übrigens nicht nur kleine mittelständische Betriebe. Heel beispielsweise gehört zur Delton-AG des BMW-Großaktionärs Stefan Quandt. Und als Einblick in die Gewinnmargen der Homöopathiehersteller, siehe z.B. die Unternehmensdaten für Boiron: https://www.boerse.de/fundamental-analyse/Boiron/FR0000061129. Die Gewinne können sich sehen lassen.

Sehr geehrte Redaktion,
ich habe dazu eine kritische Meinung, die Sie gerne verbreiten dürfen. Die sog. Kontrahenten waren eigentlich keine, weil sie beide nicht viel von Homöopathie halten. Deshalb hatte man den Eindruck, es gebe wahrscheinlich keine echten seriösen Vertreter der klassischen Homöopathie. Denn die sie ausüben bzw. deren Medikamente vertreiben machen vermutlich das ja nur, um ihre Pfründe zu behalten. Und deshalb würden sie Kritiker mit allen Mitteln bekämpfen.
Ich glaube eher, daß da das Pferd von hinten aufgezäumt wird. Denn die Schulmediziner sind es , die seit Jahrzehnten mit allen Mitteln ihre unliebsame Konkurrenz von Alternativmedizinern und -Apothekern vom Markt verdrängen wollen, neuerdings auch alle Heilpraktiker. Aber das eigentliche Problem bei der Diskussion ging vor lauter oberflächlichen Andeutungen über die reine Placebowirkung unter : daß es längst Modelle und plausible Theorien gibt, die die Wirkung potenzierter homöopathischer Präparate beschreiben. Dazu muß man allerdings in die Quantenphysik und spirituelle Wissenschaft einsteigen. Erstere wird ja auch nicht in notwendigem Umfang thematisiert, weil man unweigerlich Konflikte mit der gängigen Wissenschaftstheorie heraufbeschwört, die jegliche nicht-materielle Phänomen leugnet . In letzter Konsequenz bedeutet es aber, daß es nichts Materielles gibt, sondern alles Existierende aus Licht bzw. reiner Information besteht. Man kann das Wesentliche über die Wirkungsweise der angeblich wirkungslosen Globuli von der Seite der Bewußtseinsforschung aber auch der Qunatenphysik her betrachten, was aber letztlich auf das Gleiche hinausläuft. Jedenfalls ist das Problem der. Entstehung und ehandlung von Gesundheitsproblemen ein sehr komplexes Netz von Ursache und Wirkung. Diesem Umstand tragen die hömöopathischen Ärzte , Heilpraktiker und in der Regel auch Apotheker- Rechnung durch sorgfältige Anamnesen und genau darauf abgestimmte Therapien. Dagegen behandelt in der Regel die Schulmedizin ehewr oberflächlich nur die Symptome beim Patienten und stllet ihn vorübergehend "ruhig", womit aber meistens die Ursachen nur verschleiert oder verschoben werden. Mit starken Medikamenten werden meistens neue Probleme gesxchaffen, die wiederum behandelt werden müssen. Aber das dient ja der Arzneimittel-Industrie und den Schulmedizin willkommener Maßen als Geldmaschine. Daß es natürlich daneben auch Bereiche der Schulmedizin gibt, die sehr notwendig, segensreich und unverzichtbar sind, steht dabei außer Zweifel.
Daß bei der (Nicht-) Diskussion zweier Gegner der Homöopathie nicht zu erwarten ist. daß die wissenschaftlichen Hintergründe der Homöopathie aussreichend erläutert werden, ist kein Wunder. Ich hoffe, daß ein berufener Kenner der Materie Gelegenheit bekommt, diese in Ihrem Heft zu erläutern. Zumal bereits bei dem kürzlich erschienen Artikel über" Wunderheiler" ebenfalls Ihre Tendenz, deren Wirken mies zu machen, unverkennbar war.
Mit freundlichen Grüßen
Dietmar Heuel

Sehr geehrter Herr Heuel,

haben Sie Dank für Ihren anregenden Leserbrief. Leider kann ich mit Ihnen nicht in eine Diskussion über Quantenphysik und Globuli einsteigen. Ich verlasse mich auf die seriösen wissenschaftlichen Meta-Studien (eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier: https://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Systematische_Reviews_zur_Hom%C3%B6opathie_-_%C3%9Cbersicht). Ich bin aber mit Ihnen völlig einer Meinung, dass in der so genannten Schulmedizin einiges im Argen liegt.

Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch
Redaktion chrismon

 

Wenn Globuli reine Zuckerkügelchen sind und die Wirkung der homöopathischen Mittel ausschließlich auf dem Placeboeffekt gegründet ist - dann bleibt eine Frage unbeantwortet:
Warum übernehmen Firmen für schulmedizinische Mittel in der Homöopathie sehr erfolgreiche Wirkstoffe (z.B. Rhus toxicodendron, Gelsemium) in ihre Angebotspalette? Wer bei Googel ein Mittel gegen Gelenkschmerzen sucht, wird mit Sicherheit auf ein Mittel mit dem Wirkstoff Rhus toxicodendron treffen - heißt dann allerdings RUBAX.
Nach meiner Einschätzung tobt hier ein Konkurrenzkampf zwischen Schulmedizin und Homöopathie, den die Schulmedizin fürchtet zu verlieren. Ja, Sie vermuten richtig - ich bin seit 35 Jahren Homöopathiepatientin. Mit freundlichen Grüßen Monika Langer

Einstein: A question that sometimes drives me hazy: am I or are the others crazy?

1) Metaanalysen sind die höchste Evidenz-Stufe.
2) Schlussfolgerungen geben die Schlussfolgerung der Autoren wieder (klingt selbstverständlich, muss aber offensichtlich für Frau Holch wiederholt werden)
3) Was da steht, meinen die Autoren auch so (s.o.)

Für Sie Frau Chefredakteurin Holch also nochmal übersichtlicher und auf die wesentlichen Worte beschränkt, damit es sich für Sie leichter erfassen läßt:

STUDIENLAGE ZUR HOMÖOPATHIE (ja, ich gebe Ihnen zu, sie könnte besser sein, aber die Studienlage der konventionellen Medizin ist nachgewiesenermaßen um keinen (!) Deut besser)
Aus INH (Skeptiker)-Webside entnommen:
https://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Systematische_Reviews_zur_Hom%C3%B6opathie_-_%C3%9Cbersicht
Kleijnen (1991)
Derzeit sind die NACHWEISE aus klinischen Studien POSITIV,…
Linde (1997)
...... KEINE BESTÄTIGUNG für die HYPOTHESE, dass (...) alleine auf einer PLACEBOWIRKUNG beruhten. …
Linde (1998)
.....eine ÜBER PLACEBO HINAUSGEHENDE WIRKUNG aufweist….
Cucherat (2000)
..... WIRKSAMER SIND ALS PLACEBO;…
Shang (2005)
… es zeigten sich SCHWACHE NACHWEISE für einen SPEZIFISCHEN EFFEKT HOMÖOPATHISCHER ARZNEIEN…
Mathie (2014)
..... zeigen möglicherweise einen KLEINEN SPEZIFISCHEN EFFEKT….
NHMRC (2015)
…..KEINE Krankheitsbilder gibt, für die es einen ZUVERLÄSSIGER NACHWEIS dafür gäbe...

[[DIESE STUDIE IST NACHWEISLICH ERST IN EINER ZWEITEN FASSUNG DURCH UNZULÄSSIGE STATISTISCHE METHODEN SO „MODIFIZIERT“ WORDEN, DASS DAS GEWÜNSCHTE ERGEBNIS ERZIELT WURDE]]

Mathie (2017)
…..ABLEHNUNG UNSERER NULLHYPOTHESE [dass das Ergebnis einer Behandlung mit nicht-individuell verordneten Homöopathika nicht von Placebo unterscheidbar ist – Ergänzung des Übersetzers],…
Mathie (2018)
…..ENDGÜLTIGE SCHLUSSFOLGERUNG (….) AUSGESCHLOSSEN.

GROSSSCHREIBUNGEN und [[ERGÄNZUNGEN]] durch mich (Dr. Hümmer)

Wenn Linde (1997) keine Bestätigung für die Hypothese ergibt, dass (...) alleine auf einer Placebowirkung beruhten, dann kann man eben auf diese Untersuchung nicht die Behauptung stützen, dass Homöopathika keine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung haben. Ich weiß nicht, ob Frau Dr. Grams oder Frau Holch das je getan haben. Man kann aber genau so wenig auf diese Studie die Behauptung stützen, dass Homöopathika eine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung hätten. Also taugt diese Studie auch nicht für die Unterlassungsklage des Homöopathikaherstellers. Die Studie trägt somit nicht zur Klärung der strittigen Frage bei.

Einweisungen in die Psychiatrie (hazy ... crazy) per einer angeblichen Kritzelei von Albert Einstein auf der Rückseite eines ihm zugesandten Fotos sind somit auch nicht möglich.

Fritz Kurz

Viele Leserbriefe beklagen sich darüber, der Beitrag wäre einseitige Stimmungsmache gegen die Homöopathie - um dann selbst ganz einseitig zu kommentieren, ohne der Homöopathiekritik auch nur einen Hauch von Berechtigung zuzugestehen. Eigentlich will man keine Kritik an der Homöopathie hören. Die Erfahrung musste Ende letzten Jahres auch die Evangelische Akademie Tutzing machen, als ein im Programm angekündigter homöopathiekritischer Vortrag im Vorfeld zu aggressiven Protesten von Homöopathen geführt hat.

Zusammenfassung des Kuhnschen Links: Studienlage Verbesserungswürdig-Ja---ERGEBNISSE ÜBER PLACEBONIVEAU---JA---
aus Homöopaedia-Link von Kuhn direkt übernommen:
Kleijnen (1991)
Derzeit sind die NACHWEISE aus klinischen Studien POSITIV, aber sie reichen nicht aus, um endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen, weil die Methodik in den meisten Studien von geringer Qualität und der Einfluss des „Publication Bias“[B 2] unbekannt ist.[B 3]
Linde (1997)
Das Ergebnis unserer Meta-Analyse liefert KEINE BESTÄTIGUNG für die HYPOTHESE, dass die klinischen Effekte der Homöopathie alleine auf einer PLACEBOWIRKUNG beruhten. Wir fanden in diesen Studien jedoch nur unzureichende Nachweise dafür, dass die Homöopathie auch nur bei einem einzigen Krankheitsbild wirksam wäre.[B 6]
Linde (1998)
Die Ergebnisse der vorliegenden randomisierten kontrollierten Studien deuten darauf hin, dass die Homöopathie eine ÜBER PLACEBO HIAUSGEHENDE WIRKUNG aufweist. Die Nachweise sind jedoch wegen methodischer Schwächen und Widersprüchlichkeit nicht überzeugend.[B 8]
Cucherat (2000)
Es gibt ein paar wenige Nachweise dafür, dass homöopathische Therapien WIRKSAMER SIND ALS PLACEBO; die Aussagekraft dieser Nachweise ist wegen der nur niedrigen methodischen Qualität der Studien nur gering. Studien hoher methodischer Qualität waren eher negativ als solche von geringerer Qualität.[B 12]
Shang (2005)
… es zeigten sich SCHWACHE NACHWEISE für einen SPEZIFISCHEN EFFEKT HOMÖOPATHISCHER ARZNEIEN (…) Die Ergebnisse bestätigen den Eindruck, dass es sich bei den klinischen Effekten der Homöopathie um Placeboeffekte handelt.[B 13]
[[LAUT LÜDTKE UND BENDIG WURDEN ALLERDINGS WILLKÜRLICHE KRITERIEN BEI DER ANZAHL DER AUSGEWÄHLTEN STUDIEN ANGEWANDT]]
Mathie (2014)
Arzneien, die als Homöopathika individuell verordnet wurden, zeigen möglicherweise einen KLEINEN SPEZIFISCHEN EFFEKT. (…) Die generell niedrige und unklare Qualität der Nachweise gebietet aber, diese Ergebnisse nur vorsichtig zu interpretieren.[B 14]
NHMRC (2015)
Aufgrund der Untersuchung der Evidenz zur Wirksamkeit der Homöopathie kommt das NHMRC zu dem Schluss, dass es KEINE Krankheitsbilder gibt, für die es einen ZUVERLÄSSIGER NACHWEIS dafür gäbe, dass die Homöopathie bei der Behandlung von Gesundheitsproblemen wirkungsvoll wäre.[B 16]
[[DIESE STUDIE IST NACHWEISLICH IN EINER ZWEITEN BEARBEITUNG DURCH UNZULÄSSIGE STATISTISCHE METHODEN SO ZURECHTGEBOGEN WORDEN, DASS DAS GEWÜNSCHTE ERGEBNIS ERZIELT WURDE]]
Mathie (2017)
Die Qualität der Nachweise als Ganzes ist gering. Eine Meta-Analyse aller ermittelbaren Daten führt zu einer ABLEHNUNG UNSERER NULLHYPOTHESE [dass das Ergebnis einer Behandlung mit nicht-individuell verordneten Homöopathika nicht von Placebo unterscheidbar ist – Ergänzung des Übersetzers], aber eine Analyse der kleinen Untergruppe der zuverlässigen Nachweise stützt diese Ablehnung nicht. Meta-Analysen für einzelne Krankheitsbilder liefern keine zuverlässigen Nachweise, weshalb keine klaren Schlussfolgerungen möglich sind.[B 17]
Mathie (2018)
Wegen der schlechten Qualität, der kleinen Anzahl und der Heterogenität der Studien ist anhand dieser Daten eine ENDGÜLTIGE SCHLUSSFOLGERUNG über die Vergleichbarkeit der Wirkung einer individualisierten homöopathischen Therapie AUSGESCHLOSSEN.[B 18]
GROSSSCHREIBUNGEN und [[ERGÄNZUNGEN]] durch mich Dr. Hümmer

Herr Hümmer, ich fühle mich geehrt, dass Sie die Übersicht über die Metaanalyen beim Informationsnetzwerk Homöopathie mit meinem Namen verbinden, aber ich bin nicht Mitglied dieses Netzwerks und war auch nicht an der verdienstvollen Zusammenstellung der Informationen dort beteiligt.

Vielleicht haben Sie aus Rücksicht darauf, dass das hier ein Forum einer christlichen Zeitschrift ist, nicht direkt auf das Netzwerk verlinkt, weil sie es für Teufelswerk halten. Aber die Originalquelle ist übersichtlicher als Ihr Exzerpt. Hier der Link zur Quelle: https://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Systematische_Reviews_zur_Hom%C3%B6opathie_-_%C3%9Cbersicht

Frau Holch hat den wissenschaftichen Konsens korrekt wiedergegben.

".....Die mir bekannten Metastudien sagen, dass Homöopathika nicht über den Placeboeffekt hinaus wirken. Sie wirken also, aber nicht mehr als Scheinmedikamente."
Dann sind Ihnen offenbar 4 von 5 Metastudien "nicht bekannt":
aus Homöopaedia entnommen (von einem Skeptiker (!) zur Verfügung gestellt):
https://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Systematische_Reviews_zur_Hom%C3%B6opathie_-_%C3%9Cbersicht
Kleijnen (1991)
Derzeit sind die NACHWEISE aus klinischen Studien POSITIV, aber sie reichen nicht aus, um endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen, weil die Methodik in den meisten Studien von geringer Qualität und der Einfluss des „Publication Bias“[B 2] unbekannt ist.[B 3]
Linde (1997)
Das Ergebnis unserer Meta-Analyse liefert KEINE BESTÄTIGUNG für die HYPOTHESE, dass die klinischen Effekte der Homöopathie alleine auf einer PLACEBOWIRKUNG beruhten. Wir fanden in diesen Studien jedoch nur unzureichende Nachweise dafür, dass die Homöopathie auch nur bei einem einzigen Krankheitsbild wirksam wäre.[B 6]
Linde (1998)
Die Ergebnisse der vorliegenden randomisierten kontrollierten Studien deuten darauf hin, dass die Homöopathie eine ÜBER PLACEBO HINAUSGEHENDE WIRKUNG aufweist. Die Nachweise sind jedoch wegen methodischer Schwächen und Widersprüchlichkeit nicht überzeugend.[B 8]
Cucherat (2000)
Es gibt ein paar wenige Nachweise dafür, dass homöopathische Therapien WIRKSAMER SIND ALS PLACEBO; die Aussagekraft dieser Nachweise ist wegen der nur niedrigen methodischen Qualität der Studien nur gering. Studien hoher methodischer Qualität waren eher negativ als solche von geringerer Qualität.[B 12]
Shang (2005)
… es zeigten sich SCHWACHE NACHWEISE für einen SPEZIFISCHEN EFFEKT HOMÖOPATHISCHER ARZNEIEN (…) Die Ergebnisse bestätigen den Eindruck, dass es sich bei den klinischen Effekten der Homöopathie um Placeboeffekte handelt.[B 13]
[[LAUT LÜDTKE UND BENDIG WURDEN ALLERDINGS WILLKÜRLICHE KRITERIEN BZGL. DER ANZAHL DER AUSGEWÄHLTEN STUDIEN ANGEWANDT]]
Mathie (2014)
Arzneien, die als Homöopathika individuell verordnet wurden, zeigen möglicherweise einen KLEINEN SPEZIFISCHEN EFFEKT. (…) Die generell niedrige und unklare Qualität der Nachweise gebietet aber, diese Ergebnisse nur vorsichtig zu interpretieren.[B 14]
NHMRC (2015)
Aufgrund der Untersuchung der Evidenz zur Wirksamkeit der Homöopathie kommt das NHMRC zu dem Schluss, dass es KEINE Krankheitsbilder gibt, für die es einen ZUVERLÄSSIGER NACHWEIS dafür gäbe, dass die Homöopathie bei der Behandlung von Gesundheitsproblemen wirkungsvoll wäre.[B 16]
[[DIESE STUDIE IST NACHWEISLICH ERST IN EINER ZWEITEN FASSUNG DURCH UNZULÄSSIGE STATISTISCHE METHODEN SO „MODIFIZIERT“ WORDEN, DASS DAS GEWÜNSCHTE ERGEBNIS ERZIELT WURDE]]
Mathie (2017)
Die Qualität der Nachweise als Ganzes ist gering. Eine Meta-Analyse aller ermittelbaren Daten führt zu einer ABLEHNUNG UNSERER NULLHYPOTHESE [dass das Ergebnis einer Behandlung mit nicht-individuell verordneten Homöopathika nicht von Placebo unterscheidbar ist – Ergänzung des Übersetzers], aber eine Analyse der kleinen Untergruppe der zuverlässigen Nachweise stützt diese Ablehnung nicht. Meta-Analysen für einzelne Krankheitsbilder liefern keine zuverlässigen Nachweise, weshalb keine klaren Schlussfolgerungen möglich sind.[B 17]
Mathie (2018)
Wegen der schlechten Qualität, der kleinen Anzahl und der Heterogenität der Studien ist anhand dieser Daten eine ENDGÜLTIGE SCHLUSSFOLGERUNG über die Vergleichbarkeit der Wirkung einer individualisierten homöopathischen Therapie AUSGESCHLOSSEN.[B 18]
GROSSSCHREIBUNGEN und [[ERGÄNZUNGEN]] durch mich (Dr. Hümmer)

Reicht das, um Ihrem "Nichtwissen" etwas auf die Beine zu helfen, Frau Chefreporterin Christine Holch?

Sehr geehrter Herr Dr. Hümmer,
haben Sie vielen Dank für all die Zitate aus den Resümées der diversen Studien. Ich sehe mich voll bestätigt: kein Nachweis einer Wirkung, die über Placebo hinausgeht. Und bin verdutzt darüber, dass Sie aus den Zitaten etwas anderes herauslesen.
Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch/chrismon

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,

wenn Sie das nächste Mal zwei "lebendig-wuselige" Gestalten vor dem Aufnahmegerät haben, klären Sie bitte zunächst, ob die vielleicht beide der Vorstellung anhängen, die Erde habe in etwa Kugelgestalt. Falls ja, müssen Sie sofort abbrechen. Sonst wäre es nämlich fies gegenüber denen, die felsenfest davon überzeugt sind, dass die Erde eine Scheibe sei. Ob Ihnen die flat-earth-society allerdings so eine schöne Leserkommentarkampagne liefern würde wie die Freunde der Homöopathie es tun, kann ich nicht versprechen. Immerhin drohen keine Dellen in der Einkommensentwicklung.

Vielleicht müssen wir ja nur noch warten, bis die Wissenschaft drauf kommt, dass die Erde flach ist. Und wenn einer schon jetzt daran glaubt und dadurch Kosten für einen Globus spart, wo soll da der Schaden sein?

Fritz Kurz

Sehr geehrter Herr Kurz,
so ganz konnte ich Ihren Kommentar nicht verstehen. Wollten Sie (unter anderem) sagen, dass Homöopathie Kosten spart? Meines Wissens ist dem nicht so. Und: Ich fände es gerechter und also besser, die Krankenkassen würden Brillen bezahlen. Deren Nutzen ist nämlich eindeutig belegt. Und sie helfen auch Menschen mit weniger Einkommen. Bekannt ist, dass v.a. Menschen mit höherem Einkommen und höherer Bildung homöopathische Behandlungen in Anspruch nehmen. Menschen also, die dafür auch privat zahlen könnten.
Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch

Sehr geehrte Frau Holch,

ich meinte was anderes, aber geschenkt, ich hatte mich zu kryptisch verkürzt ausgedrückt. Da Sie sich jetzt aber der Sache nach zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen äußern, dazu einige hoffentlich nicht zu verklausulierte Gedanken.

Warum müssen denn die Kosten ausgerechnet im Gesundheitswesen gedämpft werden? Sonst ist doch die Gesellschaft irre stolz darauf, mit dem Markt einen Mechanismus gefunden zu haben, der alle sturzzufrieden macht. Kostendämpfung in der Möbelbranche oder so würde als dirigistisches Teufelszeug gelten.

Des Rätsels Lösung ist nicht schwer. Ohne Deckelung der Ausgaben für Medikamente würden die Kassen bald pleitegehen. Und warum will der Staat das vermeiden? Sonst gilt doch die Pleite als die ebenso verdiente wie heilsame Strafe für Misswirtschaft. Wenn die Krankenkassen im großen Stil nicht mehr zahlen können, müssen sehr bald auch die Ärzte, die Apotheker, und die Pharmaindustrie schließen. Es würde also ziemlich viel lukratives Geschäft wegbrechen. Das will der Staat vermeiden.

Ideologisch verkauft wird das als treusorgerische Maßnahme des Staates für seine Normalmannschaft, deren Gesundheit im Betrieb vernutzt wurde und die jetzt auf Kassenleistungen angewiesen ist. Da zu den Lieblingsillusionen des anständigen Bürgers gehört, sich das politische Treiben gedanklich als Ansammlung von Problemen zurecht zu legen und dann nach kostruktiven Lösungen zu suchen, schlägt diese Tour auch voll ein.

Wer jetzt innerlich mitfiebert dafür, dass die GKV keine Homöopathika mehr zahlt, um dann feststellen zu müssen, dass er seine Brille, seinen Zahnersatz und seine dringend benötigte Kur doch nicht bezahlt bekommt, darf sich über angebliche Ungerechtigkeit aufregen oder darüber, dass mal wieder die Falschen am Ruder sind. Seine Brille, seinen Zahnersatz und seine Kur muss er immer noch selber zahlen. Also läuft der Laden weiter wie geschmiert. Und der Journalismus hat ein weites, nie versiegendes Feld für knallharte Interviews, für zu Herzen gehende Reportagen aus der Welt der einsamen Rentnerinnen und für tiefschürfende Hintergrundartikel.

Dann mache ich halt auch mal einen konstruktiven Lösungsvorschlag. Ähnliches mit Ähnlichem behandeln! Die Privatrechnung des Homöopathen zehnmal aufschlagen und schütteln und dann nur ein Zehntel des Rechnungsendbetrages überweisen. Mal schauen, ob es wirkt!

Fritz Kurz

Obwohl ich Atheist/Agnostiker - oder was auch immer - bin, lese ich chrismon seit vielen Jahren. Sehr interessant war der Artikel über Homöopathie. Globuli und Glauben scheinen viele Gemeinsamkeiten zu haben (zumindest haben sie den gleichen Anfangsbuchstaben!)

Hallo Herr Schmidt,

der war gut! Mir fielen noch Gleisdreieck, Glitter und Glubschaugen ein. Gloria nicht zu vergessen.
Herzliche Grüße
Christine Holch
Redaktion chrismon

„Dein Glaube hat dir geholfen“ spricht Christus zum Geheilten. Gesundheit und Krankheit sind labile Gleichgewichte und ein Prozess zum Gesunden braucht viele Faktoren. Schön, wenn beide Interviewpartner das auch so sehen. Von Chrismon hätte ich mir aber eine differenzierte Betrachtung der Homöopathie gewünscht, in dem auch ein homöopathischer oder anthroposophischer Arzt zu Wort gekommen wäre. Meine 40-jährige Erfahrung zeigte meiner Familie und mir, dass Kügelchen oft (nicht immer) wirken, manchmal sogar stark. So unsere Säuglinge und Kleinkinder, wo vorher der Schulmediziner versagte, mehrfach. Babys und Kleinkinder sind für Placeboeffekte nicht anfällig. Wohin Schulmedizin auch führt, müssen wir ja oft genug erleben: Es entstehen resistente Keime und schließlich gibt es kein Antibiotikum mehr, das noch helfen könnte: Warum? Weil vielen Schulmedizinern nur der Griff zum Antibiotikum einfällt. Ein homöopathischer Arzt muss sich da sehr viel mehr Mühe geben, denn es geht nicht darum die Symptome möglichst schnell zu eliminieren, sondern die Selbstheilungskräfte des Menschen zu stärken. Der Griff in den Chemieschrank ist einfach, die Arbeit mit Gottes Gaben erfordert Geduld und Übung, führt aber langfristig zum Ziel bei einem Bruchteil der Kosten der allopathischen Medizin. Nicht die Naturheilmittel Firmen bangen um ihre Marktanteile, die Chemieriesen wollen eine lästige Konkurrenz beseitigen. PS.: In der Schweiz ist ein Nebeneinander von homöopathischer und Schulmedizin kein Problem. Das Problem in der Medizin sind nicht die homöopathischen oder anthroposophischen Ärzte, sondern eine Schulmedizin ich der Sackgasse.

Sehr geehrte Frau Holch,
als gewissenhafte Redakteurin hätte Ihnen klar sein müssen und war Ihnen vermutlich sehr wohl bewußt, dass Sie mit Frau Grams und Herrn Gottschling zwei Protagonisten der Skeptiker-Gemeinde mit der Folge einer völlig einseitigen Darstellung der Lage zur Homöopathiedie zum "Gespräch" geladen hatten.
Diese haben dann auch erwartungsgemäß die derzeitige Studienlage zur Homöopathie gelinde gesagt nicht objektiv wiedergegeben (4 von 5 Metastudien zur Homöopathie sprechen laut Conclusions von einer signifikanten Wirkung über Placebo-Niveau).
In der Gesamtschau handelte es sich bei Ihrem angeblichen Streitgespräch also nur um die "Weitergabe" einer unseriösen Information und sie müssen sich definitiv den Vorwurf der bewußten oder uninformierten Desinformation gefallen lassen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin erstaunt, dass der Artikel "Was hilft wirklich, wenn man krank ist?", in Chrismon erschienen ist – nicht wegen des Inhalts, sondern wegen der Art des Interviews, geführt von der erfahrenen und mit Preisen ausgezeichneten Chefreporterin Christine Holch. Der Titel des Beitrags lässt durch den Begriff „wirklich“ eine objektive Auseinandersetzung mit dem Thema erwarten und nicht die Widergabe von subjektiven Meinungen, selbst wenn sie von Experten stammen. Die Behauptungen der Interviewten werden nicht konsequent hinterfragt, beispielsweise die Aussage, dass korrekt durchgeführte Studien zur Wirkung von Homöopathie und Akupunktur lediglich Placeboeffekte finden würden. An einer solchen Stelle wäre doch die Frage zu behandeln, ob diese Darstellung der Untersuchungslage korrekt ist. Unterbleibt dies, ist ein solcher Artikel lediglich Werbung für die Position des Interviewten, aber kein kritisch-reflektierter Journalismus, wie er in chrismon praktiziert wird.
Mit besten Grüßen
Dieter Hermann

Mit Frau Grams und Herrn Gottschling wurden zwei Protagonisten der Skeptiker-Gemeinde geladen, mit der zu erwartenden Folge einer einseitigen Darstellung der Lage zur Homöopathie.
Diese Herrschaften haben dann auch erwartungsgemäß die derzeitige Studienlage zur Homöopathie -gelinde gesagt- nicht objektiv wiedergegeben (4 von 5 Metastudien zur Homöopathie sprechen laut Conclusions von einer signifikanten Wirkung über Placebo-Niveau).
In der Gesamtschau handelte es sich bei dem angeblichen Streitgespräch also nur um die "Weitergabe" einer unseriösen Information und es steht somit der Verdacht im Raum, dass uninformiert oder bewußt eine Desinformation stattgefunden hat.

Sehr geehrter Herr Prof. Hermann,
Sie haben recht: Das von Ihnen kritisierte Gespräch ist keine "objektive Auseinandersetzung" mit dem Thema Alternativmedizin.
Nur: Als objektive Auseinandersetzung war es auch nicht gedacht. Es war noch nicht mal als Interview geplant. Sondern als ein von chrismon moderiertes Gespräch in der Rubrik "Begegnung". In dieser Rubrik treffen seit nunmehr 20 Jahren jeden Monat zwei Menschen aufeinander, die zu einem Thema unterschiedliche persönliche (!) Erfahrungen gemacht haben. So wie Frau Grams und Herr Gottschling. Es geht also für die Moderation ausschließlich darum, dass diese beiden Menschen miteinander ins Gespräch kommen und in diesem Gespräch voranschreiten. Dafür entwirft die Redaktion vorher eine Dramaturgie aus Fragen. Es geht nicht darum, dass die Moderation die Gäste investigativ konfrontiert.
Schauen Sie, chrismon ist ein Magazin, eine Zeitschrift, noch dazu eine recht dünne Zeitschrift. Chrismon ist kein Nachrichtenmagazin, sonst hätten wir im Blatt kenntliche Ressorts wie Wirtschaft, Ausland, Politik etc. Alle anderen Magazine haben üblicherweise Rubriken. So wie wir beispielsweise vorn das Portal, die Umfrage, eher mittig die Entscheidung und die Begegnung, oder ganz am Ende die Anfänge. Dazu zwei, maximal drei "freie" Geschichten, oft sind das Reportagen oder Interviews auf mehreren Seiten.
Eine "objektive Auseinandersetzung" mit dem Thema Homöopathie, also mitsamt Quellenangaben, der Bewertung von Studien, der Einordnung von Metastudien, mit den Einlassungen der wissenschaftlichen Fachgesellschaften usw. finden Sie eher beispielsweise in der "Zeit" oder auf der Wissenschaftsseite der Süddeutschen Zeitung. Dafür ist bei uns schlicht nicht der Platz. Und so etwas ist auch im Konzept nicht vorgesehen. Vorgesehen (und z.B. vom Herausgebergremium gewünscht) sind dagegen Begegnungen von Menschen - wie die von Natalie Grams und Sven Gottschling, die in Bezug auf Schulmedizin/Alternativmedizin ganz unterschiedliche Wege in ihrem Leben gegangen sind. Das hat uns interessiert.
By the way: Meine Arbeit als Redakteurin besteht bei einer "Begegnung" vor allem darin, die allermeist lebendig-wuseligen und langen Gespräche zu einem gut lesbaren Text von knappen 14.000 Zeichen zu verdichten. Und zwar zu einem Text, der zu Gesprächen anregt.
Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch
Redaktion chrismon

Sehr geehrte Frau Holch,
die derzeitige Diskussion um die Homöopathie beschäftigt viele Menschen, und es wird viel geschrieben und geredet. Ich bin selbst Schulmedizinerin, wende aber durchaus mit viel Erfolg Medikamente aus der Homotoxikologie an - das ist nicht die klassische Homöopathie, bedient sich aber deren Wirkmechanismen. Ich bin entsetzt und enttäuscht, wie sich ausgerechnet Chrismon in die Diskussion einschaltet, indem nur eine über 4 Seiten (!) geführte Argumentation gegen dieses schon so lange angewendete Verfahren gebracht wird, den Befürwortern aber keine Möglichkeit gegeben wird, ihre Sichtweise darzustellen. Man kann zur Homöopathie als Kassenleistung stehen, wie man will, aber das Verfahren so in Bausch und Bogen zu verdammen, wie es die interviewten Kollegen tun, halte ich für Polemik und völlig übers Ziel hinausgeschossen. Und dieses Zurückziehen auf die "Wissenschaft" ist zu kurz gesprungen. Nur weil wir uns physikalisch jetzt noch nicht vorstellen oder erklären können, dass und warum Homöopathie wirkt, heißt das noch lange nicht, dass dem so ist. Dann kann man auch nach dem "Wissenschaftlichen Beweis" der Existenz Gottes fragen. Da ist es wohl völlig legitim, den Glauben anzuführen??? Die "Wissenschaft" konnte sich vor Jahren auch kein Internet vorstellen, also warum diese Absolutheit in der Diskussion um Homöopathie?
Ich erwarte von allen Beteiligten ein bisschen mehr Mäßigung in ihren Äußerungen, denn unser Wissen ist klein und unvollständig.
Und von Chrismon erwarte ich eine ebenso engagierte Diskussion für die Homöopathie in der nächsten Ausgabe.
Mit freundlichem Gruß

Sehr geehrte Frau Dr. Werner,
 
besten Dank für Ihren anregenden Leserbrief.
Die mir bekannten Metastudien sagen, dass Homöopathika nicht über den Placeboeffekt hinaus wirken. Sie wirken also, aber nicht mehr als Scheinmedikamente. Dass das gesamte Setting einer homöopathischen Behandlung  heilend wirken kann, bestreitet übrigens niemand. Und den Placeboeffekt schätze ich übrigens sehr positiv ein. Darin wirkt ja auch der Zuspruch: Dir wird geholfen. Bekannt ist auch mittlerweile, dass diverse schulmedizinische Behandlungen nicht spezifisch wirken, etwa die Arthroskopie bei Kniearthrose. Weswegen der GBA sie nicht mehr zur Erstattung zugelassen hat.
Der christliche Glaube wiederum beruht allein auf der Hoffnung. Da zahlt auch keine Krankenkasse für, und die evangelische Kirche hat nicht die Anerkennung als Medikament beantragt.
Vielleicht noch zum Hintergrund der Rubrik "Begegnung", in der dieses Gespräch erschien: Auf diesem Platz begegnen sich seit nunmehr 20 Jahren jeden Monat zwei Menschen und sprechen über ihre persönliche Erfahrung. Bei Frau Grams und Herrn Gottschling hat uns der unterschiedliche Lebensweg interessiert - die eine weg von der Homöopathie, der andere von der reinen Schulmedizin zur Akupunktur. Die Rubrik "Begegnung" wie auch das ganze chrismon-Heft sind nicht gedacht als Ort für wissenschaftliche Auseinandersetzungen. Dafür reicht allein schon der Platz nicht. Solche Auseinandersetzungen darf man eher erwarten etwa in der "Zeit" oder auf den Wissenschaftsseiten von Tageszeitungen.
 
Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch
Chefreporterin
Redaktion chrismon

Sehr geehrte Damen und Herren der Chrismon-Redaktion,
nun springen Sie auch auf das Pferd auf – dabei lassen sich sogar Pferde, die nichts von Placebo-Effekt wissen, mit Homöopathie heilen. Wenn es nur mit Zuwendung und Palcebo-Glauben ginge, bräuchten wir auch keine Schulmedizin. Ich habe als Patientin zur klassischen Hömöopathie trotz bestehender massiver Skepsis gefunden. Was wäre, wenn die wissenschaftlichen Instrumentarien und Denkweisen noch nicht so weit sind, um die heilende Wirkung von Homöopathie auch methodisch nachweisen zu können? So wie bei der Akupunktur, deren Ergebnisse auch, wie im Artikel beschrieben, erst langsam wissenschaftlich belegt werden können. Und wie viele wissenschaftliche Studien der Chemie für die Schulmedizin haben schon in die Irre geführt, weil sie im Auftrag der Arzneimittelindustrie angefertigt wurden? Was heißt da schon hochkarätige Studien? Bei aller Medizin ist Skepsis, d.h. Selbstdenken und Selbstentscheiden, angebracht. Homöopathie ist ein über 100 Jahre altes Verfahren und genießt Vertrauen bei vielen Menschen in der ganzen Welt und es sollte schon deshalb als Erfahrungswissen auch bei uns anerkannt und allen zugänglich bleiben.

Sehr geehrte Frau Goldmann,
 
niemand will die Homöopathie verbieten! Wenn Sie Ihnen geholfen hat: fein. Und natürlich, da haben Sie recht, helfen schulmedizinische Behandlungen oft genug nicht - oder beruhen ebenfalls auf einem Placeboeffekt, wie sich zum Beispiel bei der Arthroskopie bei Knie-Arthrose herausgestellt hat, weswegen diese Behandlung bei dieser Indikation nicht mehr bezahlt wird von den Kassen.
Auch Tiere (und Kinder) profitieren vom Placeboeffekt - weil ihnen über die Halter (oder Eltern) vermittelt wird, dass es ihnen nun bald besser gehen wird.
Leider ist der so hilfreiche Placeboeffekt, der letztlich auf der Erwartung beruht, dass mir geholfen wird, nicht richtig planbar. Und bei Herzinfarkt und ähnlich schlimmen Malaisen kann man ihn nicht einsetzen.
 
Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch
Redaktion chrismon

Dr. Martin Luther war ein großer Freund der Streitgespräche, Gespräche also, wo gegensätzliche Meinungen zu Wort kommen und dann eine Lösung gefunden werden sollte.

In dem Artikel Chrismon 8.2019 S. 28 schreiben zwei Gegner der Homöopathie und machen sie lächerlich. Weit besser wäre es gewesen, hätte man einen Gegner der Homöopathie z.B. Frau Dr.Natalie Grams mit einem Kenner der Homöopathie diskutieren lassen. Wissenschaftliche Leiter seriöser homöopathischer Firmen hätten sich sicher gerne zur Verfügung gestellt. Ich denke da an Firmen wie Weleda, DHU, Madaus, Wala, Pascoe Hervert, Nestmannn.

Was in dem Artikel, der alles einfach als Placebo abtut, wichtiger gewesen wäre, die Grenzen aufzuzeigen. Es gibt unendlich viele Krankheiten, die nur die Schulmedizin therapieren kann, wo Großes geleistet wird. Aber es gibt auch viele Fälle, wo die Homöopathie sinnvoll ist. Gerade im Grenzbereich, wo die Eigenabwehr nicht stark genug ist und einer Unterstützung bedarf, oder in der Nachtherapie nach schweren Erkrankungen oder bei chronischen Erkrankungen.

Die Akupunktur ist längst wissenschaftlich belegt, ich verweise da z.B. auf das Buch Porkert/Hempen, Systematische Akupunktur. Prof. Dr. Manfred Porkert war Extraordinarius für Sinologie und Chinesische Medizin an der LMU München. Theoretische Grundlagen der Chinesischen Medizin, sehr anspruchsvoll zu lesen.

Mit Ihrem Artikel verunglimpfen Sie alle homöopathisch oder mit Akupunktur arbeitenden Ärzte und Heilpraktiker, die sich viel Zeit nehmen und sich Mühe machen, beispielsweise für Kinder eine milde, nebenwirkungsfreie Therapie zu finden. Sie verunsichern auch eine Vielzahl von Patienten, i.d.R. medizinische Laien, die bis jetzt mit Homöopathie und Akupunktur gut zurechtgekommen sind.

War das Ihre Absicht? Wenn nicht, sollten Sie sich umgehend um eine Klarstellung bemühen.

Sehr geehrte Frau Nowak,

wer bislang gute Erfahrungen mit Homöopathie gemacht hat, wird sicherlich dabei bleiben. Und wer bei schulmedizinisch Tätigen keine Hilfe findet, aber von der Nachbarin eine Homöopathin empfohlen bekommt, wird die ausprobieren oder auch nicht, ganz unabhängig davon, was in chrismon stand. Ehrlich: Ich halte unsere Leserinnen und Leser für ziemlich selbständig denkende Menschen. Eine Verunsicherung durch dieses Gespräch zwischen Natalie Grams und Sven Gottschling befürchte ich nicht. Wenn Menschen sich allerdings davon anregen lassen, nachzudenken und mit anderen darüber zu sprechen - dann freut uns das natürlich. So war es nämlich gedacht.

Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch
Redaktion chrismon

 

Unglaublich, dass sich die evangelische Kirche über ihr Magazin „Chrismon“ an der Meinungsmache gegen Homöopathie beteiligt. Sie lässt mit Natalie Grams eine Homöopathie-Kritikerin mit deren persönlicher Meinung zu Wissenschaftlichkeit der Schulmedizin und Wirksamkeit der Homöopathie ausschließlich über Placebo-Effekte zu Wort kommen, ohne dass ein Vertreter der Homöopathie andere Sichtweisen darlegen darf. Die Nichtbeweisbarkeit eines Wirkmechanismus ist kein Beweis dafür, dass etwas nicht wirken kann. Außerdem: bei der Heilkunst der Homöopathie geht es in erster Linie nicht um Globuli in Hochpotenzen, sondern um das Prinzip der Ähnlichkeit zwischen zu wählendem Heilmittel und der Gesamtheit der Krankheitssymptome, dem „Similia similibus curentur“ (Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden). Kein Wort davon im gesamten Beitrag!

Liest man die Frage auf der Titelseite, macht sich Irritation breit. Handelt es sich um eine wissenschaftliche Fragestellung? Was haben Gummibärchen damit zu tun? Doch chrismon ist ja kein Wissenschaftsblatt. Umso größer dann die Enttäuschung beim Lesen des Interviews.
Die Beispiele bzgl. aufgeschlagener Knie und der „unbehandelbaren“ Warze sind lächerlich. Und auch in der Schulmedizin spielen die Zuwendung, die Empathie und die aufgewendete Zeit des Arztes eine sehr große Rolle (vgl. zuletzt SZ-Titelseite von 31.7.19 „Medizin und Mitgefühl“).

Sie arbeiten nicht heraus, was Sie auf der Titelseite ankündigen. Im Gegenteil: Zwei Menschen, die beide die Homöopathie ablehnen, unterhalten sich. Zumindest sind sie ja hinsichtlich der Magie in der Medizin unterschiedlicher Meinung – immerhin!
Haben Sie schon mal einen Infekt schulmedizinisch mit einem Antibiotikum behandeln lassen, und nach vier Wochen ging alles von vorne los? Oder haben Sie ihn homöopathisch begleiten lassen und dann hatten Sie für lange Zeit Ruhe? Dann wissen Sie, was ich meine. Homöopathie besteht nicht nur aus Arnica am Spielplatz. Schon viel größere Heilungserfolge verdanken meine Familie und ich der Homöopathie.

Der Artikel ist journalistisch schlecht gemacht, einschließlich der Ankündigung auf der Titelseite. Warum haben Sie nicht wenigstens zwei Gesprächspartner ausgewählt, die in puncto Homöopathie konträrer Meinung sind?

Sie drucken dieses Interview sicherlich nicht aus freien Stücken, ich vermute, Sie tun es für eine Lobby-Gruppe, vielleicht sogar gegen Geld. Homöopathie soll gesellschaftlich Stück für Stück die Anerkennung entzogen und in Misskredit gebracht werden.
Dafür geben Sie sich mit Ihrem religiösen Magazin her und stellen das Interview zwischen Artikel, die die Abschaffung der weiblichen Beschneidung fordern, das neue Leben der Kristina Vogel thematisieren, die vielfältigen Aspekte des Waldes, sexuelle Gewalt an Kindern etc. Sie geben sich modern und aufgeschlossen – umso finsterer Ihr Anti-Homöopathie-Interview.

Ich bitte Sie dafür zu sorgen, dass mir Ihre Zeitschrift nicht länger automatisch mit meinem SZ-Abo ins Haus geliefert wird. Andernfalls schicke ich sie Ihnen unfrei zurück oder bestelle die SZ, die in letzter Zeit ähnlich tendenziöse Artikel veröffentlicht, gleich mit ab.

Sehr geehrte Frau Kerstan,

nun haben Sie mich echt verdutzt. Sie schreiben: " Sie drucken dieses Interview sicherlich nicht aus freien Stücken, ich vermute, Sie tun es für eine Lobby-Gruppe, vielleicht sogar gegen Geld." Wie kommen Sie darauf? Selbstverständlich hält sich die chrismon-Redaktion an den Pressekodex des Deutschen Presserats und natürlich auch an Ziffer 6 und Ziffer 7, mit ihrem Verbot einer Vermischung von werblichen und redaktionellen Anliegen.
Und bitte: kündigen Sie Ihr SZ-Abo nicht! Die können nichts für das, was in chrismon steht.

Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch
Redaktion chrismon

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