Anne Buhrfeind über das Klima in Frankfurt am Main

Anne Buhrfeind über das Klima in Frankfurt am Main
Elektrische Roller und braune Blätter
Herbstlaub

epd-bild / Jens Schulze

Obwohl es noch Sommer ist, gibt es schon etliche braune Blätter in Frankfurt.

Herbstlaub

Liebe Dominique,

ein halbes Jahr später, ein halbes Jahr nach unserem Austausch. So viel ist passiert inzwischen! Und dann auch wieder wenig.

Immerhin liegt kein Schnee mehr. Drei kalte, aber erlebnisreiche Februar-Wochen war ich in Meißen an der Elbe und habe versucht, deinen Job zu machen, als Elblandreporterin bei der "Sächsischen Zeitung". Und Du warst in Frankfurt bei chrismon. Hast in meinem Viertel gewohnt – ich in der Kleinstadt.

Meine Beiträge für die "Sächsische" sind längst in die Archive gerutscht, während Du ganz aktuell in chrismon stehst. Der sächsische Waldbesitzer, den Du für uns befragt hast. Der hat ja so geklagt über den Zustand des Forstes, dass wir im Frühsommer dachten, der übertreibt ein bisschen. Inzwischen wissen wir es besser.

In Frankfurt rollern jetzt die Banker in ihren Anzügen, die 14jährigen, die Verliebten elektrisiert durch die Stadt, das gab es im Februar noch nicht, als Du hier warst! Aber in Dresden rollern sie bestimmt auch. Am Wochenende sah ich zwei nicht mehr ganz junge Frauen auf E-Rollern, Musliminnen mit Kopftuch, sie strahlten vor Freude.

Leider fühlt es sich hier mitten im August schon herbstlich an. Braune Blätter, Bäume, die von oben kahl werden – erstaunlich, wie man sich dran gewöhnt. Und wie wir den Sommer trotzdem genießen, wenn wir draußen in den Apfelweingärten über den Klimawandel diskutieren... und über das politische Klima. Das lässt hier auch niemanden kalt.

Und worüber redet Ihr? Wie geht es in Meißen, was hast Du dort erlebt? Ich habe gehört, Du hast neuerdings einen Job in der Zentrale der "Sächsischen" in Dresden, war das ein schwerer Abschied von der Provinz? Und, Dominique, das will ich natürlich auch wissen: auf welche Wahlplakate guckst Du von Deinem Schreibtisch? Ist ja jetzt die heiße Phase. Kann man noch miteinander reden? Und marschiert die Pegida immer noch montags vor dem Pressehaus?

Schreib mal wieder, Dominique, wir würden uns freuen!

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Über diesen Blog

Zwei Redaktionen, ein Blog: Dominique Bielmeier arbeitet bei der Sächsischen Zeitung in Dresden. Anne Buhrfeind und Dorothea Heintze bei chrismon in Frankfurt. Nun bloggen sie: Über ihren Redaktions-Austausch, ihr Leben als Ossi im Westen, ihr Leben als Wessi im Osten. Und ihren Alltag, hier wie dort.

Dominique Bielmeier
Dominique Bielmeier ist Stellvertreterin in der Stadtredaktion Dresden bei der Sächsischen Zeitung. Im Februar tauschte sie mit chrismon-Redakteurin Anne Buhrfeind drei Wochen lang die Schreibtische, Jobs und sogar Ehrenämter. Sie hat in Leipzig Journalistik studiert und arbeitet seit knapp sechs Jahren für die "Sächsische Zeitung" und für Saechsische.de.
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Dorothea Heintze
Dorothea Heintze ist Redakteurin bei chrismon, allerdings in Teilzeit. Sie pendelt aus Hamburg dazu. Zwei Jahre lang, von 2016 bis 2018 war ihr Weg kürzer, denn da wohnten sie und ihr Mann in Erfurt. Eine tolle Stadt, nicht nur wegen des guten Biers und der leckeren Würstchen. Überhaupt der Osten: Dorothea Heintze ist schwer verliebt in alle neuen Bundesländer! Immer noch entdeckt sie so viel neues und hört spannende Geschichten, die sie gerne weiter erzählt.
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Anne Buhrfeind
Anne Buhrfeind ist schon mal von Hamburg nach Dresden geradelt, da lag Meißen auf dem Weg. Das ist aber lange her. Und seither war sie immer nur kurz in Leipzig, Dresden oder Erfurt. Sie arbeitet seit zwölf Jahren bei chrismon, jetzt als stellvertretende Chefredakteurin, vorher war sie bei "Gala" und "woman" in Hamburg.

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