Susanne Breit-Keßler über zuckrige Getränke

Susanne Breit-Keßler über zuckrige Getränke
Fassbrause
Glas Fassbrause

Foto: Susanne Breit-Keßler

Fassbrause auf einem Elbkahn vor Wittenberg

Glas Fassbrause

Es gibt Dinge, die sind so herrlich old-fashioned, dass man sie einfach lieben muss! Fassbrause ist so etwas. In Bayern, wo ich zuhause bin, trinkt man Limo. Almdudler auch. Alles miteinander süß, kalt und gut. Limo - dieses Wort weckt in mir selige Erinnerungen an meine Kindheit. Da gab es von der Mutte selbst gemachte Limonade, ausnahmsweise, als besondere Köstlichkeit an Festtagen. 

Fassbrause, dieses herrliche, vermutlich ungesunde, weil überzuckerte Getränk, klingt noch faszinierender. Es wurde 1908 in Berlin von einem Chemiker für seinen Sohn erfunden. Der sollte etwas trinken dürfen, was in Farbe und Geschmack Bier ähnelt. Ich sehe das Zille-Milljöh vor mir, die entlarvenden Bilder von Otto Dix. Höre Drehorgeln, sitze auf dem Elbkahn vor Wittenberg - wie auf dem Bild oben.

Hauptsache "Sportmolle"

Und trinke rote, auf Himbeerbasis gegorene Fassbrause. Die andere, malzig-kräutrige, die ich lieber mag, gab‘s nicht auf dem Schiff. Egal. Hauptsache "Sportmolle", wie die Berliner sagen. Wieder einmal freue ich mich, wenn ich Anderes bekomme als das Gleiche überall. Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt: Voller Köstlichkeiten wie Hecht, Zander, Aal, Spreegurken, Quark mit Leinöl, Würstchen, Baumkuchen, Fürst Pückler-Eis... Und eben Fassbrause. Gegen jede Einfalt: Es lebe regionale Vielfalt!

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Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD und war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt".

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