Susanne Breit-Keßler über wahre und falsche Gewichtsprobleme

„Size egal“
Schokopraline

Susanne Breit-Keßler

Genießen ohne Reue - denn Sie sind gut, wie Sie sind!

Schokopraline

Essen und Trinken ist Lebensfreude - und soll es bleiben

Jetzt kommen sie wieder, die Diätvorschläge für alle, die sich an den Feiertagen die Bäuche vollgehauen haben. Festivitäten kombiniert mit Corona-Depression – eine Mischung, die ordentlich zu Buche schlägt. Die Waage erzählt wunderbare Geschichten von knuspriger Gänsebrust und dem mit Schnittlauch und Zwiebeln vermischten Schmalz, an dem man noch Tage lang essen kann. Von vegetarischer Lasagne mit viel Käse, deren Bechamelsauce obendrein reich an Sahne war. Sie erinnert an Raclette und Sekt zum Silvesterkabarett, an Pralinen und Kaffeelikör zum Grafen von Monte Christo. Herrlich, das alles! 

Sie sind wunderbar, wie sie sind

Nein, ich komme hier nicht übellaunig mit Abnehmplänen um die Ecke. Zum einen deswegen, weil ich selber überhaupt nicht auf die Waage gestiegen bin. Was interessiert mich, ob und wie viel ich zugenommen habe. Es gibt ein Recht auf Nichtwissen! Zum anderen habe ich drei Jahrzehnte lang darum gekämpft, zunehmen zu können. Nicht, weil ich magersüchtig war, sondern weil eine bösartige Erkrankung mich einen Großteil meines Magens und meiner Speiseröhre gekostet hat. Ich war dünn, wurde neun Wochen lang künstlich ernährt und musste dann immer kalorienreich essen, um nur ja kräftiger zu werden. Das ist überhaupt nicht lustig.

So. Und jetzt hat meine superschlanke Freundin Caro Matzko, eine Fernsehmoderatorin, die sich vor Jahren beinahe zu Tode gehungert hätte, mit der Plus-Size-Ikone Tanja Marfo ein Buch geschrieben. „Size Egal“ heißt es. Jawoll! Bravo Mädels! Es wird Zeit, dass vor allem Frauen kapieren, dass sie keinen Idealmaßen zu genügen haben, die sich irgendwer für sie ausdenkt. Sie sind wunderbar, wie sie sind. Her mit einem neuen Selbstbewusstsein. Es braucht eine Unabhängigkeitserklärung gegenüber Facebook, Instagram, You Tube  und Co., die einem einimpfen wollen, wie man und frau auszusehen haben. Löschen. Weg damit.

Wir wissen alle, dass unsere Gesundheit ein gewisses Gewicht verlangt – es darf weder viel zu wenig sein, noch viel zu viel. Diese Sorgfalt braucht es, damit wir und unser Körper uns wirklich wohlfühlen. Aber mittendrin ist so viel Platz zum Futtern und Fasten, zum Genießen und Verzichten. Zum Leben. Size egal. Ich esse erst mal alle meinen Pralinen auf, die ich bekommen habe. Dann ist da noch ziemlich viel Käse und Schlagrahm da. Die ergänze ich mit meinem Gemüsekorb. Rotwein wird auch schlecht, wenn er zu lange liegt, oder? In ein paar Wochen steige ich wieder auf die Waage und dann … Schau mer mal.

Vom Blog zum Buch:
Sie wollen mehr lesen? Dann gibt es jetzt das Buch dazu von Susanne Breit-Keßler

 "Prost Mahlzeit!".  Für gute Laune beim Kochen, mit vielen Rezepten, Kolumnen und Illustrationen. edition chrismon, 144 SeitenPR

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Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler war bis 2019 Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern. Sie war Sprecherin vom "Das Wort zum Sonntag" und regelmäßige chrismon- Autorin. Außerdem ist sie Vorsitzende des Kuratoriums "7 Wochen Ohne" und Mitglied im Aufsichtsrat des GEP, dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, in dem auch chrismon erscheint.

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