Susanne Breit-Keßler über Liebe und Kürbissuppe

Susanne Breit-Keßler über Liebe und Kürbissuppe
Manche mögen‘s heiß
Kürbis im Garten mit leuchtend gelber  Blüte

Foto: Susanne Breit-Keßler

Was man daraus alles zaubern kann!

Kürbissuppe ist Ansichtssache. Der mir Angetraute kann sie nicht leiden. Sie gehört bei ihm in die Rubrik „Überflüssiges von A bis Z“. Also von Auberginen bis Zucchini. „Braucht kein Mensch“ sagt er, wenn er Kürbissuppe oder die anderen Gemüse auf einer Speisekarte liest. Ich freue mich, weil ich mit mir innerlich Wetten abschließe. Sagt er es oder nicht? Ich gewinne immer. 

Gibt es zuhause Kürbissuppe, nimmt er es gelassen. Ich selbst mag nämlich dieses herzhafte Essen und deshalb kommt es gelegentlich auf den Tisch. Schließlich koche ich. Es ist ein Sinnbild für den Herbst, meine Lieblingsjahreszeit. Manchmal noch ein Hauch von Sommer und Wärme, dann mit romantischen Nebelschwaden die Ahnung des nahenden Winters. 

Die Liebe duldet alles ...

Eine schöne Zeit voller Farben und Blumen, die kräftig leuchten - gerade an den dunklen Tagen. Man muss nicht ständig Spazierengehen, sondern hat gute Gründe, sich in eine Decke einzumummeln und Filme zu schauen. Nein, ich sage nicht welche. Könnte peinlich werden. Also zuhause bleiben und Suppe essen, um sich zu wärmen an Leib und in der Seele.

Um den Liebsten für Kürbis nun, nicht zu begeistern, aber zu gewinnen, mache ich die Suppe so: Hokkaidokürbis nehmen, den muss man nicht schälen. Mit gelben Rüben, Zwiebeln und ein bisschen Knoblauch in Gemüsebrühe weich kochen. Das Ganze dann pürieren und - sehr wichtig! - fein durchpassieren. Kürbismuffel mögen keine Fasern in der Suppe.

Ordentlich Sahne dazu, Salz und richtig Curry. Vor allem aber schöne buttrige Croutons und ein Schälchen mit gebratenen Apfelscheiben. Köstlich! Höre ich da etwas? Nein, zufriedenes Schweigen. Und dann: „Sehr gut. Dafür, dass es Kürbis ist, ausgezeichnet. Könnte ich noch einen Teller haben?“ Was will man mehr? Liebe geht durch den Magen. Bei beiden. 

 

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Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD und war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt".

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