Susanne Breit-Keßler über Klimawandel in der Monarchie

Selber!
Susanne Breit-Keßler Salat

Susanne Breit-Keßler

Bald.... hab ich das auch selbst. Meinen eigenen Salat

Susanne Breit-Keßler Salat

Frau braucht keine Prinzessin sein, um Gemüse und Salat anzubauen

Die Königin ist tot. Es lebe der König. Prince Charles ist seiner Mutter Elizabeth II. auf den britischen Thron nachgefolgt. Der „Accession Council“, der Thronfolgerat, hat ihn offiziell zum Monarchen ausgerufen. Bei der Fernsehübertragung wies eine der deutschen Kommentatorinnen darauf hin, dass die Krönungsfeierlichkeiten erst einmal auf sich warten lassen werden. Dem Land geht es nach dem Brexit wirtschaftlich schlecht - da machen sich „Pomp, Duck and Circumstances“ nicht so gut. 

Die Kommentatorin, die in England lebt, ließ es mit diesen Klagen nicht bewenden. Regent Charles III., so sagte sie, sei ein Klima-König. Er habe seit Langem großes Interesse an Ökologie und Umweltschutz. Das sei auch notwendig, weil man sich Gemüse und Salat im Supermarkt nicht mehr leisten könne. Man müsse nun daran denken, selbst etwas im Garten anzubauen. Mal abgesehen davon, dass ein eigener Garten auch nicht gerade eine Selbstverständlichkeit ist: Selber pflanzen und ernten ist nix Neues.

Moderne Traditionen

Viele, wahrscheinlich die meisten unserer Vorfahren haben sich in der Selbstversorgung geübt. Es war undenkbar, alles einfach nur zu kaufen. Meine Großmütter und meine Mutter haben mir früh vorgelebt, wie man aus allem etwas machen kann - und dafür jedes Fleckchen Erde und jeden Topf nutzen sollte. Schon der eigene Schnittlauch und die Tomatenpflanze machen einen zur Green-Queen …

Wir haben keinen Garten. Aber einen Balkon, Kästen und Töpfe. Inzwischen habe ich gekeimte Kartoffeln in der Erde verbuddelt und die erste klitzekleine Ernte eingefahren. Aus meinem Hochbeet hole ich die Kräuter, die ich so sehr mag: Basilikum, wildes Bergbohnenkraut, Koriander, Petersilie, Salbei und Thymian. Aber mir reicht das noch nicht. Inzwischen weiß ich, dass ich auch  den ganzen Winter hindurch Feldsalat ernten könnte. Ich habe also die entsprechenden Samen ausgesät und gieße eifrig.

Noch schaue ich neidvoll auf die Auslagen, in denen das liegt, was ich demnächst ernten darf - wenn auch nicht in diesen Mengen. Aber alles, was in Grün, Gelb oder Rot wächst - auch Paprika und Radieschen gedeihen in Balkonkästen - ist eine Freude. Wenn man nebenbei lernt, was zu viel Hitze, zu wenig Regen und massig Schädlinge anrichten können, ist man schon mal gut unterwegs. Und lässt sich viel einfallen, damit nicht bloß die eigene kleine Welt überlebt. Segensreiches Regieren, Charles.

Vom Blog zum Buch:
Sie wollen mehr lesen? Dann gibt es jetzt das Buch dazu von Susanne Breit-Keßler

 "Prost Mahlzeit!".  Für gute Laune beim Kochen, mit vielen Rezepten, Kolumnen und Illustrationen. edition chrismon, 144 SeitenPR

 

 

Nichts mehr verpassen. Erhalten Sie regelmäßig alle Reportagen, Interviews und Kommentare im Monatsabo. Jetzt testen im Probeabo von chrismon plus. Gedruckt und digital – hier bestellen

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.

Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Bis 2019 war sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD. Sie war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt".

Blogs auf chrismon.de

Hier finden Sie eine Übersicht aller Blogs auf chrismon.de
Und hier können Sie alle Blogs direkt abonnieren

Blogs

Text:
16 Beiträge

Als ehemalige Klinikseelsorgerin und Krebspatientin kennt die Pfarrerin Karin Lackus den medizinischen Alltag aus sehr unterschiedlichen Perspektiven. Im Blog "Krankenstand" schreibt sie über das Gesundheitswesen, die Sterbehilfedebatte, Patientenrechte, Patente, Heilungsgeschichten, Impfgerechtigkeit und vieles mehr.

Text:
Franz Alt
238 Beiträge

„Lust auf Zukunft“ will unser Kolumnist Franz Alt vermitteln. Ob Energie, Politik, Gesellschaft, Familie oder Umwelt - überall ist der Wandel möglich und durch den Wandel eine bessere Welt für uns alle

Text:
Susanne Breit-Keßler
193 Beiträge

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Text:
26 Beiträge

Die afghanische Frauenrechtlerin Tahora Husaini hat in Berlin Zuflucht gefunden. Oft ist sie mit ihren Gedanken in ihrer Heimat, bei ihrer Familie, bei den hochragenden Bergen um Kabul. In ihrem Blog nimmt sie uns mit.

Text:
62 Beiträge

Dorothea Heintze lebt in einer Baugemeinschaft in Hamburg und weiß aus eigener Erfahrung: Das eigene Wohnglück finden ist gar nicht so einfach. Dabei gibt es tolle, neue Modelle. Aber viele kennen die nicht. Und die Politik hinkt der Entwicklung sowieso hinterher. Über all das schreibt sie hier.

Text:
Johann Hinrich Claussen
265 Beiträge

Auch das Überflüssige ist lebens­notwendig: Der Autor und Theologe Johann Hinrich Claussen reist durch die Weiten von Kunst und Kultur