Susanne Breit-Keßler über Kartoffeln auf dem Balkon

Erntesegen
Susanne Breit-Keßler kartoffeln

Susanne Breit-Keßler

Züchterinnen-Stolz: Die ersten eigenen Kartoffeln!

Susanne Breit-Keßler kartoffeln

Was Könige alles anrichten …

Gut, handeln kann ich nicht damit. Ein ganzes Gericht für zwei wird auch nicht draus. Aber es sind eigene Kartoffeln! Aus Jux und Dollerei hatte ich eine gekeimte Kartoffel in unseren Balkonkasten gesteckt und mit Erde zugebuddelt. Jetzt durfte ich ernten. Ein bisschen überraschend, denn ich hatte meine lässige Anpflanzung komplett vergessen. Der Evangelist Matthäus hat das in den Worten Jesu schon vorab kommentiert: „Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?“ (Mt 6,26)

Es ist immer wieder schön, so reich beschenkt zu werden - sogar mitten in der Stadt. Jetzt liegen die Kartoffeln da. So einfach weghauen, also in irgendetwas hineinmischen und verputzen kann man diese Kostbarkeiten nicht. Ein Carpaccio wäre toll. Ich könnte die Kartoffeln in hauchdünne Scheiben schneiden. Eine ofenfeste Platte mit Butter bestreichen, die rohen Kartoffelscheiben dachziegelartig auflegen. Das wird bei mir zwar immer krumm und schief, aber so ist das ganze Leben. Ein paar in Scheiben geschnittene Zwiebel drauf, geriebenen Parmesan, ein wenig Kräuteröl und Zitronensaft drauf träufeln, alsdann im Ofen bei 180 Grad gratinieren.

Zu Befehl!

Friedrich, der II. von Preußen, hätte an mir wahrscheinlich seine Freude. Der Alte Fritz hat in seiner Amtszeit Pfarrer ermuntert, als „Knollenprediger“ ihre Einsichten über das Nachtschattengewächs weiterzugeben und den Anbau der nahrhaften „Tartoffeln“ ordentlich zu befördern. Dazu erließ er diverse „Kartoffelbefehle“, damit das Volk sich auch wirklich der Kultivierung des nützlichen und nahrhaften „Erd-Gewächses“ widmet. Mal sehen, was ich aus meinem Balkonkasten noch herausholen kann. Die klügsten Bauern haben die schönsten Kartoffeln  - oder so.

Vom Blog zum Buch:
Sie wollen mehr lesen? Dann gibt es jetzt das Buch dazu von Susanne Breit-Keßler

 "Prost Mahlzeit!".  Für gute Laune beim Kochen, mit vielen Rezepten, Kolumnen und Illustrationen. edition chrismon, 144 SeitenPR

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.

Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler war bis 2019 Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern. Sie war Sprecherin vom "Das Wort zum Sonntag" und regelmäßige chrismon- Autorin. Außerdem ist sie Vorsitzende des Kuratoriums "7 Wochen Ohne" und Mitglied im Aufsichtsrat des GEP, dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, in dem auch chrismon erscheint.

Blogs auf chrismon.de

Hier finden Sie eine Übersicht aller Blogs auf chrismon.de
Und hier können Sie alle Blogs direkt abonnieren

Blogs

Text:
Susanne Breit-Keßler
159 Beiträge

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Text:
42 Beiträge

Dorothea Heintze lebt in einer Baugemeinschaft in Hamburg und weiß aus eigener Erfahrung: Das eigene Wohnglück finden ist gar nicht so einfach. Dabei gibt es tolle, neue Modelle. Aber viele kennen die nicht. Und die Politik hinkt der Entwicklung sowieso hinterher. Über all das schreibt sie hier.

Text:
9 Beiträge

Die afghanische Frauenrechtlerin Tahora Husaini hat in Berlin Zuflucht gefunden. Oft ist sie mit ihren Gedanken in ihrer Heimat, bei ihrer Familie, bei den hochragenden Bergen um Kabul. In ihrem Blog nimmt sie uns mit.

Text:
26 Beiträge

Als das Hochwasser kam, war Pastor Thomas Rheindorf gerade zur Seelsorge unterwegs. Geschichten aus dem Ahrtal: über Trauer, Tod und Hoffnung.

Text:
Franz Alt
202 Beiträge

„Lust auf Zukunft“ will unser Kolumnist Franz Alt vermitteln. Ob Energie, Politik, Gesellschaft, Familie oder Umwelt - überall ist der Wandel möglich und durch den Wandel eine bessere Welt für uns alle

Text:
Johann Hinrich Claussen
232 Beiträge

Auch das Überflüssige ist lebens­notwendig: Der Autor und Theologe Johann Hinrich Claussen reist durch die Weiten von Kunst und Kultur

Text:
Hanna Lucassen
41 Beiträge

Schwester, Schwester! Hanna Lucassen erzählt von Streiks, Spritzen und Sonntagsdiensten.