Susanne Breit-Keßler über Geschirr und Erinnerungen

Susanne Breit-Keßler über Geschirr und Erinnerungen
Teebecher
Teebecher mit blauem Strohblumenmuster

Foto: Susanne Breit-Keßler

Lieblingsteebecher

Teebecher mit blauem Strohblumenmuster

Das ist mein Lieblingsteebecher. Ich habe ihn auf der Nordseeinsel Norderney von einem Freund aus Ostfriesland geschenkt bekommen. Wir standen in einem Geschäft und ich war so entzückt, dass er mir die Freude machte. Wenn er voll ist, der Becher, nicht der Freund, sieht man oben am Rand das Wort „Flut“. Habe ich meinen geliebten grünen Tee ausgetrunken, dann ist Ebbe. Und das lese ich dann auch am Boden: „Ebbe“.

Das Muster heißt „Indisch Blau“. Manche sagen „Blue Saks“ dazu oder Strohblumenmuster. Wir hatten zuhause früher ein ganzes, preiswertes Geschirr in diesem Design. Es war aus dem thüringischen Kahla, wo meine Mutter herstammte. Nicht aus dem teuren sächsischen Meißen. Als meine Eltern gestorben waren und ich nicht alles aufheben konnte, was sie hinterließen, habe ich mir zwei Teller mit diesem Muster zurückbehalten.

Eine Erinnerung an Zuhause

Einen großen und einen kleinen. Für mehr war damals nicht Platz. Jetzt habe ich noch einen Becher dazu bekommen. Indisch Blau. Blue Saks. Strohblumen. Eine alltägliche und morgendliche liebevolle Erinnerung an mein Zuhause. Und daran, dass Freunde einem ein solches Zuhause lebenslang bescheren können, wenn sie feinfühlig und sensibel sind. Bei Ebbe und Flut. Danke Detlef.

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Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD und war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt".

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