Susanne Breit-Keßler über geheime Buffetaktivitäten

Susanne Breit-Keßler über geheime Buffetaktivitäten
Mozzarella verkehrt
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Susanne Breit-Keßler

Mozzarella endlich mal ohne Tomaten

Ich muss Ihnen ein Geständnis machen. Leicht fällt es mir nicht. Sollten Sie an ein Buffet kommen, an dem auf der Platte mit Caprese, also mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum mehr Nachtschattengewächse drauf sind als Käse – dann war ich das. Mehr oder minder unauffällig versuche ich zu entdecken, ob es eventuell überzählige Mozzarellascheiben gibt, lege sie liebevoll auf meinen Teller und garniere das Ganze mit Kräutern oder Pesto. Ist das Verhältnis zwischen Rot und Weiß bis dahin ausgeglichen – tja, dann hat es sich nach meinem Besuch am Buffet etwas verschoben. 

Um nicht irgendwann aufzufliegen, habe ich für zuhause Mozzarella verkehrt entdeckt. Das deckt meinen Bedarf an Käse, sieht aus wie Caprese, ist es aber nicht. Ich nehme Mozzarella und schneide ihn in feine Scheibchen. Darauf lege ich rote Paprika, die ich vorher gegrillt und ihnen die Haut abgezogen habe. Oder, wem das in jeder Hinsicht zu energieintensiv ist – man kann sie auch in wenig Öl in der Pfanne anbraten.  Wenn sie fertig sind, lege ich sie dekorativ auf den Mozzarella, dazu entsteinte schwarze Oliven und rohe oder kurz blanchierte Erbsen.  

Ab jetzt sind Sie sicher! 

Wer es eilig hat, kann fertiges grünes Pesto dazu geben oder eines anrühren. Für das Dressing, das ich ein bisschen lieblich mag, nehme ich Olivenöl, weißen Aceto Balsamico, etwas Honig, klitzeklein geschnittene Zwiebelchen, Salz, Pfeffer und eine Spur getrocknete Zitronenschale. An Kräutern verwende ich, was ich habe: Eine italienische Mischung oder frischen Basilikum vom Balkon.  Das schmeckt großartig. Aber vor allem: Ich kann jetzt souverän und ohne Gewissensbisse an jedem Buffet vorbeigehen. Die Menschheit ist ab jetzt vor meinem Gusto auf Mozzarella sicher. 

 

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Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD und war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt".

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Zwei Redaktionen, ein Blog: Dominique Bielmeier arbeitet bei der Sächsischen Zeitung in Dresden. Anne Buhrfeind und Dorothea Heintze bei chrismon in Frankfurt. Nun bloggen sie: Über ihren Redaktions-Austausch, ihr Leben als Ossi im Westen, ihr Leben als Wessi im Osten. Und ihren Alltag, hier wie dort.