Susanne Breit-Keßler über Fischstäbchen und große Jungs

Susanne Breit-Keßler über Fischstäbchen und große Jungs
Fisch in Stäbchenform
Drei Fischstäbchen mit buntem Gemüsereis

Susanne Breit-Keßler

Kann man immer haben!

Es gibt Augenblicke, da wird mir warm ums Herz. Und ich merke: Ich liebe diesen Mann wie am ersten Tag. Blumen? Geschenke? Schön, aber nicht spielentscheidend. Der Anlass ist eher unauffällig: Ich schlage vor, am Abend Fisch zu essen. „Welchen möchtest Du?“ frage ich. Ich stelle mir etwas Besonderes vor - Forelle oder Lachs vielleicht, aus Bioaquakultur. Oder Nordsee-Scholle mit Kiemennetzen gefangen. Das ökologische Gewissen denkt ja mit.  

Und da kommt ein Blick, so treuherzig, dass ich dahinschmelze. „Könnte ich auch Fischstäbchen haben?“ Ein großes Mannsbild wünscht sich Essen wie in Kindertagen. Ich finde das einfach nur herzig. Wer könnte da widerstehen?  Natürlich wird es rechteckigen Fisch geben. Den kriegt man auch umweltfreundlich. Oder man nimmt einen guten Fisch, schneidet ihn zurecht, würzt mit Salz und Pfeffer und wälzt das gute Stück in ordentlicher Panade. Am besten selbstgemachte.

Petersilie oder Koriander - am besten alles

Dazu einen Gemüsereis mit Gelben Rüben, Champignons, Petersilienwurzel und Lauch. Das Jungsessen wird komplettiert durch Remoulade aus schnell gerührter Mayonnaise, Sauerrahm, hart gekochtem Ei, Gewürzgurken und Kapern. Flugs noch etwas Petersilie aus dem Balkonkasten hineingeschnitten. Hin und wieder gibt es stattdessen Koriander-Curry-Mayonnaise - und die Freude ist groß. Manchmal ist es richtig leicht, als Ehefrau groß rauszukommen. Schade, dass ich nicht auch noch Söhne zu bekochen habe.

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Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD und war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt".

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Zwei Redaktionen, ein Blog: Dominique Bielmeier arbeitet bei der Sächsischen Zeitung in Dresden. Anne Buhrfeind und Dorothea Heintze bei chrismon in Frankfurt. Nun bloggen sie: Über ihren Redaktions-Austausch, ihr Leben als Ossi im Westen, ihr Leben als Wessi im Osten. Und ihren Alltag, hier wie dort.