Susanne Breit-Keßler über Essen frei Haus

Ostern in der Schachtel
Susanne Breit-Keßler Osterpaket

Susanne Breit-Keßler

Bestellen und dann kochen. In dieser Osterbox ist die Verpackung komplett recyclebar

Susanne Breit-Keßler Osterpaket

Die Mischung macht's. Ob vorbestellt oder selbstgekocht - Hauptsache, es gibt ein Ostermenü.

Osterbox ist in diesem Jahr das Zauberwort. Man kann nicht verreisen oder lässt es aus besserer Einsicht. Essen gehen funktioniert auch nicht. Also holt oder bestellt man sich das, was der findige Gastronom, die pfiffige Wirtin vorbereitet hat. Das Angebot reicht von veganem Frühstück über Vegetarier-Brunch bis hin zu einem ausgefeilten Mehr-Gänge-Menü. Manche packen noch Getränke dazu. Ich finde großartig, was alles auf der mobilen Speisekarte steht. Bis wir wieder in all die wunderbaren Restaurants gehen können, ist das ein kleiner Trost. Und hilft hoffentlich den freundlichen Gastgebern ein wenig, die Krise zu überstehen. Wir zum Beispiel bestellen immer wieder gern in München bei unseren guten Freunden Tanja und Martin Frühauf  - das Foto oben zeigt die köstliche Osterbox im Biopak-System.

Weil man sich nicht jeden Tag solch eine Osterbox leisten kann, empfiehlt es sich, für die anderen Festtage vorbereitet zu sein. Ich habe - natürlich - einen lukullischen Plan für die Santa Settimana, die heilige Woche gemacht. Ich liebe solche Pläne mit Variationen und die dazu gehörigen Einkaufslisten! Ich sorge vor Festtagen immer dafür, dass alles im Haus ist - damit ich  spielen kann mit sämtlichen Möglichkeiten. Und wir womöglich an Ostern ein bis zwei Gäste bewirten dürfen, wenn diese nervigen Inzidenz-Zahlen es überhaupt zulassen. Zugleich achte ich darauf, dass nichts verderben kann. Weggeschmissen wird nichts.

Ich kaufe nur Lebensmittel, die länger halten oder eingefroren werden können. Und: Am Liebsten ist mir, wenn das Essen nicht allein jahreszeitlich angemessen ist. Sondern es vor allem die existenzielle Bedeutung der Feiertage unterstreicht. Bis Gründonnerstag läuft alles normal. Dann gibt es traditionell die Suppe aus sieben Kräutern, die Gesundheit für jeden Tag der Woche versprechen. Am Karfreitag essen wir Fisch. Auf Griechisch heißt Fisch „Ichthys“. Die Buchstaben stehen für Jesus Christus, Sohn Gottes, Retter. Ein uraltes Symbol. Am Karsamstag wird bescheiden gegessen. Irgendetwas mit Nudeln.

Mehr Teig als Fleisch

Ostern gibt es Lamm, aber nur das luftig lockere aus Teig! Gerade weil wir die Auferstehung vom Lamm Gottes feiern, kommt mir so ein zartes, entzückendes Tier nicht auf den Tisch. Es soll draußen auf der Wiese herumtollen und auch sein Leben genießen. Lieber mache ich eine Tarte aus Filoteig mit Spinat, Zucchini und mildem Schafskäse.  Falafel aus Linsen mit einem Blumenkohlsotto, also Risotto aus Gemüse, wären eventuell eine gute Alternative. Vorher vielleicht eine samtige Pastinakensuppe oder eine aus Petersilienwurzel. Danach eine österliche Eierlikör-Mousse mit Kaffeesirup. Man muss es mit der Symbolkraft auch nicht übertreiben.

Vom Blog zum Buch:
Sie wollen mehr lesen? Dann gibt es jetzt das Buch dazu von Susanne Breit-Keßler

 "Prost Mahlzeit!".  Für gute Laune beim Kochen, mit vielen Rezepten, Kolumnen und Illustrationen. edition chrismon, 144 SeitenPR

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.

Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler war bis 2019 Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern. Sie war Sprecherin vom "Das Wort zum Sonntag" und regelmäßige chrismon- Autorin. Außerdem ist sie Vorsitzende des Kuratoriums "7 Wochen Ohne" und Mitglied im Aufsichtsrat des GEP, dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, in dem auch chrismon erscheint.

Blogs auf chrismon.de

Hier finden Sie eine Übersicht aller Blogs auf chrismon.de
Und hier können Sie alle Blogs direkt abonnieren

Blogs

Text:
Hanna Lucassen
25 Beiträge

Schwester, Schwester! Hanna Lucassen erzählt von Streiks, Spritzen und Sonntagsdiensten.

Text:
Franz Alt
156 Beiträge

„Lust auf Zukunft“ will unser Kolumnist Franz Alt vermitteln. Ob Energie, Politik, Gesellschaft, Familie oder Umwelt - überall ist der Wandel möglich und durch den Wandel eine bessere Welt für uns alle

Text:
Susanne Breit-Keßler
123 Beiträge

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Text:
Johann Hinrich Claussen
195 Beiträge

Auch das Überflüssige ist lebens­notwendig: Der Autor und Theologe Johann Hinrich Claussen reist durch die Weiten von Kunst und Kultur

Text:
6 Beiträge

Dorothea Heintze lebt in einer Baugemeinschaft in Hamburg und weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer das eigene Wohnglück zu finden ist.