Susanne Breit-Keßler über Böfflamott an Weihnachten

Susanne Breit-Keßler über Böfflamott an Weihnachten
Selig werden ohne Totalerschöpfung
Böfflamott mit Spätzle und Soße

Foto: Susanne Breit-Keßler

Es muss nicht immer Gans sein.

Es gibt Menschen, die leben selbst an Weihnachten getreu der unbiblischen Devise: Rechtfertigung allein durch Leistung. Sie mokieren sich über alle, die das Fest ohne großen Aufwand genießen wollen. Und wehe, man wirft einen Vorschlag in die Runde, wie man es sich ein bisschen leichter machen könnte. Bequem? An Weihnachten? Geht gar nicht. Man muss backen und kochen, bis die Schwarte kracht. Damit man anschließend vollgefuttert, vollkommen erschöpft und selbstzufrieden in die Polster plumpsen kann.

Jeder soll nach seiner Façon selig werden? Mag sein. Auch wenn ich nicht glaube, dass man wirklich selig wird, nicht mal an Weihnachten, wenn man sich aufarbeitet. Deswegen schlage ich denjenigen unter Ihnen, die sich lieber stressfrei an der Geburt des göttlichen Kindes und an familiärem Zusammensein freuen möchten, ein einfaches, köstliches Gericht vor. Mit dem werden Sie auf jeden Fall Furore machen - und dabei wahrhaft fromme Gelassenheit an den Tag legen können: Böfflamott.

Es braucht keine Kopfstände

Der bayerische Name stammt vom französischen Bœuf à la mode, einem Gericht, das in der napoleonischen Zeit entstanden ist. Und Rindfleisch brauchen Sie dazu. Bevor ich Ihnen gleich das Rezept verrate, wünsche ich Ihnen noch gesegnete Weihnachten. Und die feste Gewissheit, dass Sie keine Kopfstände, auch keine lukullischen, machen müssen, damit in Ihrem Herzen Weihnachten wird und der liebe Gott auch bei Ihnen zuhause einkehrt.

Also:

Für das Böfflamott  brauchen Sie:

2 Zwiebeln

100 g Knollensellerie

1 kleine Karotte

1 ½ kg Rindfleisch (Bürgermeisterstück)

1 EL Puderzucker

1 EL Tomatenmark

5 EL Weinbrand

350 ml kräftiger Rotwein

1 l Hühnerbrühe

2–3 EL Öl

Je ½ Teelöffel Piment- und schwarze Pfefferkörner

2 grüne Kardamomkapseln

1 Lorbeerblatt

1 kleines Stück Zimtrinde

5 Wacholderbeeren (leicht angedrückt)

1 Knoblauchzehe (geschält und halbiert)

2 Scheiben Ingwer

je 1 Streifen unbehandelte Zitronen- und Orangenschale (geht auch aus der Tüte)

Zubereitung:

Für das Böfflamott (inspiriert von AlfonsSchuhbeck):
Zwiebeln, Sellerie und Karotte schälen und in Würfelchen schneiden. In einem Schmortopf 1 bis 2 Eßlöffel Öl erhitzen und das Rindfleisch darin bei mittlerer Hitze rundum herzhaft anbraten, herausnehmen. Puderzucker in den Topf geben und  karamellisieren, Tomatenmark unterrühren und kurz anrösten. Mit Weinbrand und einem Drittel des Weins ablöschen. Restlichen Wein nach und nach dazu gießen und einkochen lassen.

Gemüsewürfel und Brühe dazugeben, das Fleisch hineinsetzen und knapp unter dem Siedepunkt 3 ½ Stunden schmoren. Das Fleisch ab und zu wenden. Nach etwa 2 ½ Stunden die Gewürze in einem Gewürzsieb hinzufügen. Ein Teebeutel aus Papier geht auch. (Dann muss man am Ende nicht alles herausfischen oder die Sauce abseihen!) Eine halbe Stunde vor Ende der Garzeit Knoblauch und Ingwer, wenn man das mag, auf jeden Fall aber Zitronen- und Orangenschale dazugeben und mitziehen lassen.

Das Böfflamott in Scheiben schneiden und mit der Sauce auf vorgewärmten Tellern anrichten. Knödel dazu reichen - oder noch viel besser: Spätzle, die man am besten vorher zubereitet. Oder fertig kauft. (Nicht nerven lassen - siehe oben!)

Und noch ein Tipp: Ich nehme immer gleich viel Zutaten, auch wenn ich weniger Fleisch verwende. Denn übrig gebliebene Sauce kann man wunderbar einfrieren und wieder oder anderweitig verwenden.

 

 

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Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD und war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt".

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