Mahlzeit: Susanne Breit-Keßler über Gründonnerstag

Mahlzeit: Susanne Breit-Keßler über Gründonnerstag
Gründonnerstag

Lisa Rienermann

Am Gründonnerstag ist es üblich, Grünes zu essen. Brunnenkresse, Grünkohl oder Scharbockskraut kommen auf den Tisch. Bei mir zu Hause ist es Tradition, dass an diesem Abend Kräutersuppe gegessen wird – mit sieben verschiedenen Kräutern, für jeden Tag der Woche eine Sorte: Kerbel, Lauch, Löwenzahn, Petersilie, Sauerampfer, Schnittlauch und Spinat. Das soll, so die Tradition, Gesundheit für das nächste Jahr bringen. In Schwaben erinnern Maultaschen, gefüllt mit grünem Gemüse, an die Ohrfeigen, die Jesus vom Hohepriester erhalten haben soll.

Susanne Breit-Keßler

Susanne Breit-Keßler ist Autorin der Webkolumne "Mahlzeit". Viele Jahre schrieb sie die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD. Sie war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt". Susanne Breit-Keßler ist zudem Vorsitzende des Kuratoriums "7 Wochen Ohne". In der edition chrismon ist von ihr das Buch "Die Ewigkeit ist in mein Herz gelegt" erschienen.  
Monika Höfler

Das Grün dieses Tages und Abends hat nur zum Teil mit der Farbe des Wachstums und des Lebens zu tun. Es kommt von "greinen", dem alten Wort für weinen und trauern. Grund zum Heulen gibt es genug: Jesus, der Mann, der seine Freunde und Freundinnen mit Geist, Gesundheit und Glück beschenkt, wird von ihnen jämmerlich im Stich gelassen. Sie verschlafen die vorletzten Stunden seines Lebens. Unvorstellbar: Ein Mensch quält sich mit Todesangst, und seine Nächsten können die Augen nicht offen halten.

Ein Stärkungsmittel gegen Teilnahmslosigkeit

Tag für Tag machen Kinder und Erwachsene schreckliches Leid durch, ohne dass es eine Mehrheit der Bevölkerung sonderlich interessieren würde. Der Gottessohn allein ist ihnen in seiner Einsamkeit menschlich nahe. Wachet und betet: Das Grün, das unsereins zu sich nehmen darf, ist ein Stärkungsmittel – um nicht der Versuchung der Apathie, der Teilnahmslosigkeit, zu verfallen, sondern mit aufmerksamer Sympathie, mit "Mitleiden" zu bekämpfen, was anderen Luft und Leben nimmt.

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Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD und war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt".

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