Mahlzeit: Susanne Breit-Keßler schärft die Speisen an

Mahlzeit: Susanne Breit-Keßler schärft die Speisen an
Add spice!

Ich sitze in einem Café und überlege, was ich trinken möchte. Da sticht mir ein Satz ins Auge, der auf einem Tischkärtchen steht: "Add spice to your life" -  bringen Sie Würze in Ihr Leben! Angepriesen wird damit ein sogenannter Chaipur Tee: Milch und schwarzer Tee mit exotisch scharfen Gewürzen. Das muss man jetzt nicht unbedingt mögen, aber Würze ins eigene Leben bringen – das hat schon was. In einem Vers des Alten Testaments heißt es sogar: "Ich strömte einen lieblichen Geruch aus wie Zimt und köstliche Würze und duftete wie die beste Myrrhe" (Sirach 24,20).

Das sagt die Weisheit von sich selber – die Weisheit, die hier als Person vorgestellt wird. Also geht es nicht bloß darum, Würze ins eigene Leben zu bringen, durch hervorragende Speisen und Getränke, durch Ausgehen und Feste, durch Begegnungen mit anderen. Selber Pfeffer zu haben, ist klug und weise. Oder die eigene Ausstrahlung zu pflegen, die manchmal so köstlich ist wie ein ganzer Berg von Gebäck. Auf dem Tischkärtchen stand übrigens unter der Aufforderung, Würze ins Leben zu bringen, noch ein anderer Satz: "Das Leben ist aufregend und voller Genüsse."

Würze in das Leben anderer bringen

Das stimmt leider nicht immer, auch nicht, wenn man scharf gewürzten Tee trinkt. Aber wunderbar aufregend und genussvoll ist es, Würze in das Leben anderer und in das Zusammenleben in dieser Gesellschaft hineinzubringen – und sogar manchen, wenn es nötig ist, ordentlich die Suppe zu versalzen.

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Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD und war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt".

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