Krankenhausverpflegung - Susanne Breit-Keßler über Meisterköche

Schmeckt‘s?
Leckeres Essen im Krankenhaus

Susanne Breit-Kessler

So kann es auch gehen: Lockere Knödel, zart geschnittenes Gemüse - meisterlich

Leckeres Essen im Krankenhaus

Meisterköche gibt es auch in der Klinik

Ich hätte am Ende meines letzten Blogs  „Fortsetzung folgt“ schreiben sollen. Wie bei einer Romanstory aus alten Zeiten. Oder einen Cliffhanger einbauen. Einen Moment, der Sie, die Lesenden, den Atem anhalten und voll Aufregung auf den nächsten Text warten lässt. Aber zum einen hasse ich Cliffhanger, weil ich selbst immer gleich wissen will, wie es ausgeht. Bücher oder Filme, die darauf spekulieren, dass ich den nächsten Band, die kommende DVD kaufe, können sich bei mir gewaltig verspekulieren. Und ob Sie aufgeregt auf die nächste Essensstory warten? Es reicht, wenn Sie sich darauf freuen.

Zur Erinnerung: Das letzte Mal hatte ich über Krankenhauskost geschrieben und über Kanonenkugeln aus Kartoffelteig. Wichtig war mir, dass ich trotz allem dankbar bin - weil auch das mieseste Essen nicht die Freude daran erstickt, am Leben zu sein, eine erfolgreiche Operation hinter und freundliche Betreuung um sich zu haben. Ich bin, Fortsetzung ist erfolgt, immer noch in der Klinik. In einer anderen, zur Anschlussheilbehandlung, wie es heißt. Diese Klinik ist eine,  deren Mitarbeitende einen körperlich wieder fit machen.

Happy End auf dem Silbertablett

Ich bin bekanntermaßen permanent ungeduldig. Natürlich hätte ich deswegen auch hier das perfekte Ende gerne zügig auf dem Silbertablett serviert: Operiert, erholt, work out, fertig. Happy End! Wie in Film und Literatur setze ich mich aber nicht durch. Das Ganze ist ein ziemlicher Cliffhanger. Weder spannend noch unterhaltsam, sondern elend anstrengend. Mal ein bisschen vorwärts, dann wieder nach unten. Irgendeiner sorgt bei den Anwendungen täglich für „Fortsetzung folgt“ und bei neuen Exerzitien physischer Natur für Klippenhänger im Geräteraum.

Jedoch - das Speisen ist die wahre Freude. Gemüse, klitzeklein geschnitten, in einer köstlichen Brühe. Frische, gekräuterte Pilze in etwas Rahm mit fluffigem Semmelknödel. Säfte aus Melone, Karotte und Minze! Apfel und Ingwer! Statt Wein wohlig-weicher Hirschbirnen-Saft aus jahrhundertealtem Anbau in der Steiermark. Damit lassen sich Atem- und Essenspausen setzen zwischen allen mühsamen Aktionen auf diversen Streckbänken und täglichen Corona-Tests. Ich muss, nein, darf noch eine Weile hierbleiben und mir helfen lassen. Fortsetzung folgt? Mal sehen.

Vom Blog zum Buch:
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Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler war bis 2019 Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern. Sie war Sprecherin vom "Das Wort zum Sonntag" und regelmäßige chrismon- Autorin. Außerdem ist sie Vorsitzende des Kuratoriums "7 Wochen Ohne" und Mitglied im Aufsichtsrat des GEP, dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, in dem auch chrismon erscheint.

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