Blog: Kaktusfeigen-Tee und Weißwurst-Eis? Bitte nicht!

Was zu viel ist, ist zu viel
Inger und Zitrone

Susanne Breit-Keßler

Warum kompliziert, wenn es doch so einfach ist?

Susanne Breit-Keßler Ingwertee

Eis und Tee gibt es in Geschmacksrichtungen, die einen das Fürchten lehren

Es gibt unglaublich viele Eissorten. Früher, also vor mehr als einem halben Jahrhundert, war ich schon selig, wenn ich eine Portion Fürst-Pückler-Eis bekam: Erdbeer-, Vanille- und Schokoladeneis in einem flotten Dreier zusammengefroren. Am Liebsten mit Waffeldeckel. Dann kamen Heidelbeer, Zitrone und Nuss. Schließlich standen auch Amarena, Campari, Stracciatella, Joghurt, Pistazie, Maracuja und Salz-Karamell auf der Tafel. 

Damit nicht genug: In Großstädten wie München tauchte Eis mit dem Geschmack von Balsamico, Basilikum, Bier, Riesling, Safran, Tintenfisch Wasabi und Weißwurst auf. Nicht alles auf einmal natürlich, sondern je für sich. Trotzdem schrecklich. Keine Ahnung, warum das überhaupt jemand mag. Ich trotte immer sehr zufrieden mit einer Kugel Málaga von dannen, wenn genügend Rosinen drin sind.

Im Moment sind die Eisläden geschlossen. In ihren Räumen werden Lebkuchen, Stollen, Spekulatius und Dominosteine verkauft. Tee auch. Jetzt kommt es: Früher gab es nicht nur Fürst-Pückler-Eis, sondern auch schwarzen und grünen Tee. Manchmal, vor allem abends, Malven- und Hagebuttentee. Damit man nicht senkrecht und hellwach im Bett stand, sondern ruhig schlief.

Jetzt, wo Tee nicht nur, aber auch in Eisläden verkauft wird, wird es bunt. Und genau da fange ich an, besorgt zu werden. Kandierte Ananasstücke, Kaktusfeige, Katzenpfötchenblüten, Kiwi, Kokoschips, Mandelflakes … alles im Tee drin. Es gibt Mischungen, die riechen wie ein ganzer Parfümladen. Ich warte darauf, dass es demnächst zusätzlich Bratwursttee gibt oder solchen, der nach Tofu, Forelle, Kreuzkümmel oder Koriander schmeckt.

Gut - neben Málaga- esse ich auch Mangoeis. Deshalb habe ich mich mal für Ingwertee interessiert, weil ich Ingwer als Gewürz außerordentlich schätze. Was soll ich sagen? Besser geht es nicht. Teile der (Bio-) Knolle ungeschält in Scheiben schneiden oder raspeln. Eine Zitrone oder Zitronengrasstange aus-, bzw. andrücken, mit kochendem Wasser oder heißem grünen Tee übergießen. Fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Honig und Zitrone hinzufügen. Großartig!

Ingwer ist ein Wundermittel. Er hilft gegen Übelkeit und fördert die Verdauung. In Ingwer stecken die scharfen Gingerol und Shogaol, die ähnlich wirken sollen wie Acetylsalicylsäure - also schmerzlindernd und entzündungshemmend. Wer Energie sparen möchte und wie ich schnell bibbert, sollte Ingwertee trinken. Der schürt innerlich ein und macht mopsmobil. Schlafen kann man dann auch nicht mehr. Macht nichts. Vielleicht gibt es ja bald Baldrianeis.

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Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Bis 2019 war sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD. Sie war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt".

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