Johann Hinrich Claussen über Nathan Salsburg

Psalmen, ganz alt – ganz neu

jhc

Sie gehören zu den wichtigsten Texten der Bibel und sind doch nur eine übriggebliebene Hälfte: die Psalmen. Denn ursprünglich wurden die Gebete gesungen und von Instrumenten begleitet. Doch diese Musik ist schon in der Antike unwiederbringlich verloren gegangen. Das ist ein Unglück und zugleich ein Glück, denn so konnten sie in immer musikalische Gewänder gekleidet werden. Die neueste und ziemlich überraschende Vertonung höre ich, wo ich gehe, stehe oder Bahn fahre.

Nathan Salsburg ist ein fantastischer Folk-Gitarrist und hochgelehrter Musik-Historiker. Bislang ist seine feine, stille Musik in Deutschland kaum bekannt. Das sollte sich mit seinem neuen Album ändern. Denn darin versucht er gemeinsam mit seiner Band etwas Ungewöhnliches: Er nimmt neun Psalmen aus dem Alten Testament, und zwar in ihrem hebräischen Original, und verwandelt sie in zarte, tiefe Folk-Songs. Das soll gehen? Es gelingt Salzburg erstaunlich gut, bringt die alten biblischen Verse hinein in die Weiten der musikalischen Traditionen seiner Heimat. Manchmal gibt es kleine Störungen, weil das Hebräische sich nicht vollständig in den Fluss der nordamerikanischen Musik einspeisen lassen will. Aber das tut den Liedern und dem eigenen Hören eigentümlich gut.

Nathan Salsburgs Album „Psalms“ kann man leicht bei Spotify finden oder – besser – beim Plattenladen des Vertrauens kaufen: Es wird nicht bei einem einmaligen Hören bleiben, versprochen!

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Auch das Überflüssige ist lebens­notwendig: Der Autor und Theologe Johann Hinrich Claussen reist durch die Weiten von Kunst und Kultur

Johann Hinrich Claussen
Johann Hinrich Claussen ist Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland. Das heißt, er kümmert sich um das Gespräch zwischen Kirche und Kultur.

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