Johann Hinrich Claussen über das MOCCA

Johann Hinrich Claussen über das MOCCA
Oh, Afrika!
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Foto: privat

Ein freundliches Schicksal hat mich vor kurzem nach Kapstadt geführt. Dort habe ich mir gleich das neue Museum für zeitgenössische afrikanische Kunst angesehen, das der ehemalige Puma-Chef Jochen Zeitz gestiftet hat. Eine Überwältigung! Damit meine ich noch gar nicht die Architektur des Hauses, ein spektakulär umgebautes Silo. Sondern die Kunst. Ich meinte bisher von mir selbst, in Kunstdingen nicht ganz ungebildet zu sein, doch kannte ich keinen der dort ausgestellten Künstler. Jeder Name war eine Neubegegnung. Und so jung – fast alle unter 40 Jahre alt. Dann erst ihre Werke – voller Drang, Lust, Schmerz, Musik, Witz, bissigem Protest, echten Anliegen. Alles andere die als bemühte Fördertopfkunst, die einem hierzulande gelegentlich begegnet. Ich war zuerst überwältigt, dann ein bisschen beschämt, dann nur noch begeistert. Was für ein großartiger Kontinent ist doch Afrika! (Ein Gedanke, den man häufiger haben sollte. Vielleicht hilft er, sich von der sonst üblichen Bemitleidung oder/und Verachtung dieses Kontinents und seiner Menschen zu lösen.)

P.S.: Das Bild stammt aus einer Serie von Kudzanai Chiurai aus Zimbabwe.

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Lesermeinungen

"Alles andere die als bemühte Fördertopfkunst, die einem hierzulande gelegentlich begegnet." Hier sind offensichtlich zwei Wörter verrutscht, was allerdings in keiner Weise dem überzeugenden Text Abbruch tut, denn in der Tat scheint auch mir eine differenzierte und respektvolle Betrachtung Afrikas dringend geboten. Insoweit mein Dank für die Anregung.

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Auch das Überflüssige ist lebens­notwendig: Der Autor und Theologe Johann Hinrich Claussen reist durch die Weiten von Kunst und Kultur

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