Das schönste Jazz-Album des Jahres 2021

Ein musikalischer Lichtblick in einem trüben Jahr
milder ps

jhc

Der Überwachungskapitalismus hat auch sein Gutes. Der von mir regelmäßig genutzte Streaming-Dienst hat meine Lieblingsmusik des vergangenen Jahres zusammengestellt. Beim Wiederhören sticht ein Album heraus.

Spotify nutze ich, wenn ich etwas kennenlernen oder recherchieren möchte. Klassisches, Vergessenes, Brandneues kann ich so schnell und unkompliziert anhören. Dann aber frage ich mich, ob ich diese Musik dauerhaft bei mir haben möchte und kaufe sie gegebenenfalls. So haben die Künstler ein bisschen was von meiner Begeisterung. Außerdem höre ich aufmerksamer zu, wenn ich eine CD in die Hand nehme und einlege. Ich bin halt ein älterer Herr.

Nun hat mir Spotify den Spiegel vorgehalten und aufgelistet, was ich im vergangenen Jahr so gehört habe. Zu meiner eigenen Überraschung war dies vor allem die neue CD des schwedischen Jazz-Ensembles Milder P.S. Zum zweiten Mal hat sie sich die Songs von Prefab Sprout vorgenommen. Das ist meine ewige Lieblingsband, das Beste, was an Indie Pop (blödes Wort, zeigt aber die Richtung an) möglich ist. Zum ersten Mal hatte Milder P.S. dies 2012 auf ihrem Album „Quoted out of Context“ getan (dieses Album kann leider nicht mehr kaufen, sondern nur auf Spotify hören). Und jetzt eben auf „Singled out by Fate“. Man muss die Originalsongs von Bandleader (und inzwischen einzigem -mitglied) Paddy McAloon nicht kennen, um diesen feinen, melodiösen, differenzierten, zart melancholischen Jazz zu genießen. Wer aber das Original kennt und liebt, hat einen verdoppelten Hörgenuss.

(Der Bandname erklärt sich so: Joakim Milder spielt das Saxophon, und PS ist die Abkürzung von Prefab Sprout.)

Schön ist, dass man dieses Album nicht im normalen Handel bekommt, sondern nur bei den Künstlern selbst. Das beschert einem gleich einen erfreulichen Kontakt. Man muss nur an den Bassisten Johannes Lundberg eine E-Mail schreiben: johannes@gac.se.

P.S.: Über „Antisemitismus gegen Israel“ in seinen unterschiedlichen Formen spreche ich in meinem Podcast mit Klaus Holz, der dazu gerade ein sehr lesenswertes Buch veröffentlicht hat.

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.

Über diesen Blog

Auch das Überflüssige ist lebens­notwendig: Der Autor und Theologe Johann Hinrich Claussen reist durch die Weiten von Kunst und Kultur

Johann Hinrich Claussen
Johann Hinrich Claussen ist Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland. Das heißt, er kümmert sich um das Gespräch zwischen Kirche und Kultur.

Blogs auf chrismon.de

Hier finden Sie eine Übersicht aller Blogs auf chrismon.de
Und hier können Sie alle Blogs direkt abonnieren

Blogs

Text:
26 Beiträge

Als das Hochwasser kam, war Pastor Thomas Rheindorf gerade zur Seelsorge unterwegs. Geschichten aus dem Ahrtal: über Trauer, Tod und Hoffnung.

Text:
Franz Alt
202 Beiträge

„Lust auf Zukunft“ will unser Kolumnist Franz Alt vermitteln. Ob Energie, Politik, Gesellschaft, Familie oder Umwelt - überall ist der Wandel möglich und durch den Wandel eine bessere Welt für uns alle

Text:
Johann Hinrich Claussen
232 Beiträge

Auch das Überflüssige ist lebens­notwendig: Der Autor und Theologe Johann Hinrich Claussen reist durch die Weiten von Kunst und Kultur

Text:
41 Beiträge

Dorothea Heintze lebt in einer Baugemeinschaft in Hamburg und weiß aus eigener Erfahrung: Das eigene Wohnglück finden ist gar nicht so einfach. Dabei gibt es tolle, neue Modelle. Aber viele kennen die nicht. Und die Politik hinkt der Entwicklung sowieso hinterher. Über all das schreibt sie hier.

Text:
Susanne Breit-Keßler
158 Beiträge

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Text:
Hanna Lucassen
41 Beiträge

Schwester, Schwester! Hanna Lucassen erzählt von Streiks, Spritzen und Sonntagsdiensten.

Text:
8 Beiträge

Die afghanische Frauenrechtlerin Tahora Husaini hat in Berlin Zuflucht gefunden. Oft ist sie mit ihren Gedanken in ihrer Heimat, bei ihrer Familie, bei den hochragenden Bergen um Kabul. In ihrem Blog nimmt sie uns mit.