Claudius Grigat über konsequente Erziehung und Wasser

Claudius Grigat über konsequente Erziehung und Wasser
Mach' mich nicht nass!
Badesse, Strand, Sonne und Bäume

Foto: Claudius Grigat

So leer kann es am Badesee nach einem Gewitter sein.

Badesse, Strand, Sonne und Bäume

Konsequenz in der Erziehung ist ja so eine Sache… Ein Klassiker ist zum Beispiel das Vermeiden von "Kraftausdrücken" (schönes Wort für böse Wörter). Über die Schwierigkeiten damit wurde in diesem Blog ja an anderer Stelle bereits berichtet. Aber fordert man von den Kindern, das Wort mit "Sch" am Anfang nicht zu verwenden, sollte es einem auch selbst nicht inflationär entfahren, finde ich. Anderes Beispiel: Sollen die Kinder einen Fahrradhelm aufsetzten, muss man auch selbst in den sauren Apfel beißen, denn selbiger fällt ja bekanntlich nicht weit vom Stamm. Auch wenn es noch so sch… aussieht. Schließlich gilt: "Wasch' mich, aber mach' mich nicht nass" – das geht nicht.

Das gilt auch schon bei den Dingen, die man den ganz Kleinen beibringt. Als unsere Kinder einmal gelernt hatten, auf die Frage "Wie macht die Kuh?" und das Deuten auf ein x-beliebiges Rind mit "Muuuuuh!" zu antworten, mussten wir auch mit den Folgen leben: Immer, wenn wir irgendwo an Milchvieh vorbeikamen, tönte es aus Kinderwagen oder –sitz laut und unmissverständlich: "Muuuuuh!" Egal, ob gerade jemand eingeschlafen war oder das Geräusch nun so gar nicht zum Thema passte. Und so mussten sich auch die Eltern der anderthalbjährigen Lina aus dem Bekanntenkreis damit abfinden, dass ihr Kind nicht mit dem Gelernten hinterm Berg hielt: Als ein Freund der Familie zu Besuch war, fragte sie: "Wie heißt du?" Er antwortete wahrheitsgemäß: "Kasper." Sie daraufhin freudestrahlend: "Tritratrullala…!"

Wie man nass wird

Apropos Konsequenz und "mach' mich nicht nass": Neulich machten wir einen Familienausflug zum Badesee. Direkt bei Ankunft ging ein fürchterliches Gewitter nieder. Reihenweise kamen die Badegäste mit durchnässten Strandmatten und Picknickkörben aus dem Strandbad geströmt, während wir als Beobachter sicher und trocken im Auto saßen. Nachdem Blitz und Donner überstanden waren, kamen Sonne und Wärme zurück – und wir zu einem unverhofft einsamen Badevergnügen. Trotzdem beobachtete ich eine Weile noch besorgt den Himmel: "Was machen wir denn, wenn wir jetzt im Wasser sind und es wieder anfängt zu regnen?" Mein Sohn, ohne lange zu überlegen: "Dann tauche ich einfach unter, dann werde ich nicht nass!" Es dauerte knapp vier Sekunden, bis er laut losprustete…

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Über diesen Blog

Schön bunt ist das Familienleben, manchmal auch zu bunt. Geschichten aus dem turbulenten Alltag von Claudius Grigat

Claudius Grigat
Claudius Grigat lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern am Stadtrand – sehr normal. Aber was ist schon normal, wenn es um Kindersachen geht? Wenn man zum Beispiel entdeckt, dass zwei verschiedene Socken cool sind, Barbies nicht stehen können und das Leben kein Ponyhof, der Ponyhof aber das Leben ist… Den Dingen auf den Grund zu gehen ist für ihn als Journalist und als Papa immer wieder eine schöne Herausforderung.

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Zwei Redaktionen, ein Blog: Dominique Bielmeier arbeitet bei der Sächsischen Zeitung in Dresden. Anne Buhrfeind und Dorothea Heintze bei chrismon in Frankfurt. Nun bloggen sie: Über ihren Redaktions-Austausch, ihr Leben als Ossi im Westen, ihr Leben als Wessi im Osten. Und ihren Alltag, hier wie dort.