Susanne Breit-Keßler über ein kroosteils aufregendes Fußballspiel

Susanne Breit-Keßler über ein kroosteils aufregendes Fußballspiel
Vielfalt ist intelligenter als Einfalt
Fußballspieler springt himmelwärts

Foto: iStockphoto

Fußball eröffnet neue Perspektiven

Fußball, Fußballspieler, Ehrfurcht, Wettbewerb, Blick nach oben, Deutschland, Europa, Menschen

Momentan wird von Politikern an allen Ecken und Enden gezündelt. Die Große Koalition ist in Gefahr, der Zusammenhalt in Europa auch. Durch leichtfertige verbale Attacken auf Personen und Institutionen. Durch emotionalisierte, nationalistische Egozentrik wird die Gemeinsamkeit im eigenen Land und über Grenzen hinweg gefährdet. 

Bei der WM kann man lernen, dass ein europäisches und internationales Miteinander auch im Wettstreit möglich ist. Cristiano Ronaldo spielt für Real Madrid. In Russland tritt er mit seinem Heimatland gegen Spanien an. Ante Rebic steht bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag und spielt im kroatischen Trikot. Nirgendwo Identitätskrisen festzustellen. 

Krooshirn einschalten! 

Robert Lewandowski ist wie James Rodriguez (noch) Spieler beim FC Bayern. Beide sind Gegner im Spiel zwischen Polen und Kolumbien. Die Bundesliga-Profis Emil Forsberg (Leipzig), Albin Ekdal (Hamburg) und Ludwig Augustinsson (Bremen) haben in einem unglaublichen Fight gegen Deutschland ihr Bestes für Schweden gegeben. 

Dass sie verloren haben, ist Toni Kroos zu verdanken, dem Champions League Sieger aus Madrid, der Deutscher aus Mecklenburg-Vorpommern ist. Geht doch! Wie ärgerlich und brandgefährlich sind  dagegen alle politischen Versuche, sich ganz alleine in den Vordergrund zu spielen und ausschließlich auf das Eigene zu schauen.  

Höchste Zeit, das Krooshirn einzuschalten: Sinneseindrücke sorgsam verarbeiten, Bewegungen mit anderen koordinieren, Geschichte erinnern und neu denken. Schaut Fußball und lernt! Es braucht einen entschlossenen Krooseinsatz für das, was uns heilig ist: Eine Demokratie, die auf Menschenwürde beruht. Die sich an himmlischer Vielfalt freut. Und das Eigene mit Leidenschaft bewahrt. Die letzte Minute ist angebrochen ...

 

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Lesermeinungen

Für mich ist die WM so was wie Spiele für das Volk, gespickt mit einer unerträglichen Portion von Nationalismus, organisiert von einer der korruptesten Organisationen der Welt, der FIFA. Völlig überbezahlte, nach einem unmenschlichen Auswahlverfahren aussortierte Kicker hecheln den korrupten Bossen hinterher und lassen sich mit Diktaoren ablichten und verbünden sich mit den übelsten Diktatoren und Menschenrechtsverletzern der Welt . Das ganze findet in einem Land statt, in dem Menschenrechte ein Fremdwort ist und Korruption blüht. Sport ist etwas ganz anderes ... Das ist gemeinsam spielen. WM und Olympia ist einer Perversion des Sportgedankens

Über diesen Blog

Fußball ist ihr Leben - sagt Regionalbischöfin und Schiedsrichtertochter Susanne Breit-Keßler. Und da der Ball rund ist und das zugehörige Spiel mindestens die wichtigste Nebensache der Welt, schreibt sie - wie bereits bei der EM 2016 - auf, was sie während der WM in Russland bewegt

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon und betreibt aktuell das "Blog "Mahlzeit!" auf chrismon.de. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD und war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt". Was nicht alle wissen: Sie ist ein glühender Fußballfan und richtet ihren Terminkalender durchaus nach wichtigen Spielen aus.

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