Susanne Breit-Keßler über die krachende Niederlage der Deutschen

Keine Bouillabaisse mehr!
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Susanne Breit-Keßler

Auf Bouillabaisse, eine französische Fischsuppe mit Muscheln, kann Susanne Breit-Keßler in nächster Zeit verzichten

Auf Bouillabaisse, eine französische Fischsuppe mit Muscheln, kann Susanne Breit-Keßler in nächster Zeit verzichten

„Les Misérables“ als Aufführung der Nationalmannschaft.

Toni Kroos, der Nationalspieler, der bei Real Madrid unter Vertrag steht, hat etwas getan, was man nach den Gesetzen meiner Herkunftsfamilie nicht darf.  Er hat’s „verschrieen“. In einem Interview meinte er tatsächlich, sagen zu müssen: „Ich glaube, uns bleibt nichts anderes übrig, als sofort voll da zu sein, denn wir spielen gleich am Anfang gegen Frankreich, den Weltmeister … .Wenn wir nicht gut anfangen, kann es schnell vorbei sein. Die Gruppe zu überstehen, wäre schon ein Statement.“

Hätte meine Mutter das zu meinem Vater gesagt - oder umgekehrt -, wäre es um den Hausfrieden schlecht bestellt gewesen: Herbeireden der Katastrophe! Gefordert waren, ohne dass einer das Wort gekannt hätte, gut biblische apotropäische Riten. Sie wenden Unheil ab. Toni Kroos hat alles dafür getan, den Schaden weder fernzuhalten noch unwirksam zu machen. Ganz zu schweigen von Mats Hummels mit seinem ungeschickten Eigentor. Beide mögen froh sein, dass meine Eltern sie nicht mehr zur Rechenschaft ziehen können.

Stockfisch statt Burgunder

Da fällt der Greenpeace-Segler, der mit einer unverständlichen Botschaft gegen Dieselmotoren und Benziner ins Münchner Stadion krachte, eine Beleuchterin verletzte und technisches Gerät beschädigte, kaum noch ins Gewicht. Ihm selbst ist nichts passiert. Immerhin. Trotzdem ist meine Laune im Keller. Sprechen Sie mich vor Samstagabend bloß nicht an. Da spielt Deutschland gegen Portugal. Und offerieren Sie mir bis dahin keine Bouillabaisse, Macarons oder Bordeaux. Vielleicht esse ich danach wenigstens Bacalhau.

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Über diesen Blog

Fußball ist ihr Leben - sagt die ehemalige Regionalbischöfin und Schiedsrichtertochter Susanne Breit-Keßler. Und da der Ball rund ist und das zugehörige Spiel mindestens die wichtigste Nebensache der Welt, schreibt sie - wie schon bei der EM 2016 und der WM 2018 - wieder auf, was sie während der EM 2021 bewegt.

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler betreibt aktuell den Blog "Mahlzeit!" auf chrismon.de. Bis 2019 war sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern. Momentan ist sie Vorsitzende des Bayerischen Ethikrates. Was nicht alle wissen: Sie ist als Schiedsrichtertochter vor allem glühender Fußballfan und richtet ihren Terminkalender auf jeden Fall nach wichtigen Spielen aus.

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Susanne Breit-Keßler
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Fußball ist ihr Leben - sagt die ehemalige Regionalbischöfin und Schiedsrichtertochter Susanne Breit-Keßler. Und da der Ball rund ist und das zugehörige Spiel mindestens die wichtigste Nebensache der Welt, schreibt sie - wie schon bei der EM 2016 und der WM 2018 - wieder auf, was sie während der EM 2021 bewegt.

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Dominique Bielmeier, Dorothea Heintze, Anne Buhrfeind
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Zwei Redaktionen, ein Blog: Dominique Bielmeier arbeitet bei der Sächsischen Zeitung in Dresden. Anne Buhrfeind und Dorothea Heintze bei chrismon in Frankfurt. Nun bloggen sie: Über ihren Redaktions-Austausch, ihr Leben als Ossi im Westen, ihr Leben als Wessi im Osten. Und ihren Alltag, hier wie dort.

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Schön bunt ist das Familienleben, manchmal auch zu bunt. Geschichten aus dem turbulenten Alltag von Claudius Grigat