Susanne Breit-Keßler über die Chancen der deutschen Mannschaft gegen Schweden

Susanne Breit-Keßler über die Chancen der deutschen Mannschaft gegen Schweden
Putzen macht erfolgreich
Ein Wischer sorgt für klären Blick aus dem Fenster - auf strahlend blauen Himmel

Foto: Getty Images/iStockphoto/BrianAJackson

Klare Sicht bei der WM

Wenn ich gestresst bin oder nachdenken muss, dann putze ich. Nichts hilft  so sehr, die Gedanken zu klären, wie den Putzlappen zu schwingen oder Staub zu wischen. Auch bügeln hat eine gewisse Effizienz. Die Hemden des Gatten sind picobello und seine Anzüge werfen ein Licht auf häusliche Sorgfalt. Kommen Sie mir jetzt nicht mit Rollenbildern! Ich mache das gerne. Denn äußerer Reinlichkeit folgt innere Klarheit auf dem Fuß. Ich bin anschließend die Ruhe selbst und löse jede Aufgabe im Nu. 

Bei der WM haben japanische Fans nach dem 2:1-Erfolg ihrer Mannschaft  über Kolumbien reine gemacht. Becher, Fahnen, Papier und der ganze restliche Müll wurden von den Asiaten sorgsam in Plastiksäcke verpackt. Die Südamerikaner schauten zunächst verdutzt zu. Aber gutes Vorbild wirkt auch im Stadion: Hurtig eilten noch ein paar Kolumbianer durch die Reihen und sammelten ebenfalls hinterlassenen Dreck auf. Und jetzt wird es wirklich interessant.

So sehen Sieger aus!

Nach dem 2:1-Sieg von Senegal gegen Polen wurde auf den Tribünen auch  fleißig geputzt. Die afrikanischen Fans räumten wie die Japaner hingebungsvoll ihren Schmutz weg. Von polnischen Fans gibt es diesbezüglich keine Bilder. Merken Sie was? 2:1. In beiden Fällen. Jedesmal Putzkohorten. Dass die erst im Nachinein kamen ist klar. Vorher gibt es schließlich noch nichts Weggeworfenes. Die richtige Gesinnung haben japanische und senegalesische Anhänger jedenfalls schon mitgebracht. 

Japan und Senegal führen in ihrer Gruppe die Tabelle an. Was lernen wir daraus? Deutschland muss putzen. Ich schlage vor, La Mannschaft reinigt als erstes ihr Quartier selbst. Zimmer, Sanitäranlagen... Alles. Bettwäsche und Trikots waschen und bügeln. Das sorgt für kopfballstarke Schädel, flinke Beine und einen sauberen Torkasten. Die Fans kommen am Samstag mit Lappen, Wischmops und Müllsäcken ins Stadion, um guten Willen zu zeigen. Ein 2:1 gegen die Schweden müsste so drin sein. Man darf ihnen nur meinen Plan nicht verraten.

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Lesermeinungen

Als Ex-Katholikin sträuben sich mir immer noch die Nackenhaare, wenn mir ein Bischof die "richtige Gesinnung" definieren will. Auch wenns eine Bischöfin ist.
Aber richtig enttäuscht bin ich, dass die Putin-Spiele hier auf dem Niveau von Hausfrauen-Frühstücksfernsehen kommentiert werden. In Lagern sind politische Gegner dem Tod geweiht, die Opposition unterdrückt. der selbst für die FiFa zu korrupte Blatter wird vom Menschen- und Menschenrechtsverächter Putin in die Ehrentribüne geladen. Ein kolumbianischer Spiele erhält Morddrohungen, mexikanische Fans missbrauchen Frauen und machen das auf Youtube öffentlich. Eine deutsche Fernsehkommentatorin wird von deutschen Machos erniedrigt und bedroht.
Die argentinischen Spielern erhielten von Antisemiten Morddrohungen, weil sie ein Freundschaftsspiel in Jerusalem spielen wollten.

Aber Hauptsache alles weggefegt? Wo ist da die Evangelische Kirche, die sich politisch "in alles einmischen" will, die für Toleranz und Menschenwürde stehen will? Gab es ne gelbe Karte vom lupenreinen Kremlfreund Gerd Schröder? Parallel dazu aber anti-amerikansiche Gottesdienste feiern?

Das ist nicht Geist oder Gesinnung Johannes Calvins, Dietrich Bonhoeffers oder Karl Barths. Nicht einmal Gustav Heinemanns oder Johannes Raus.

Über diesen Blog

Fußball ist ihr Leben - sagt Regionalbischöfin und Schiedsrichtertochter Susanne Breit-Keßler. Und da der Ball rund ist und das zugehörige Spiel mindestens die wichtigste Nebensache der Welt, schreibt sie - wie bereits bei der EM 2016 - auf, was sie während der WM in Russland bewegt

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon und betreibt aktuell das "Blog "Mahlzeit!" auf chrismon.de. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD und war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt". Was nicht alle wissen: Sie ist ein glühender Fußballfan und richtet ihren Terminkalender durchaus nach wichtigen Spielen aus.

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Susanne Breit-Keßler
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Fußball ist ihr Leben - sagt Regionalbischöfin und Schiedsrichtertochter Susanne Breit-Keßler. Und da der Ball rund ist und das zugehörige Spiel mindestens die wichtigste Nebensache der Welt, schreibt sie - wie bereits bei der EM 2016 - auf, was sie während der WM in Russland bewegt