Susanne Breit-Keßler über den geschlagenen Ronaldo

Ehrlich: Ich verstehe Portugiesen
Ein kostbares Goldarmband

Foto: Susanne Breit-Keßler

Goldwert

Es gibt Männer, die sind Frauenversteher. Sie sind einfühlsam und respektvoll. Das bin ich auch. Mit Frauenverstehern kann man über alles reden. Mit mir ebenso. Vielleicht weil ich selbst eine Frau bin. Frauenversteher sind eher zurückhaltend. Sie haben Angst, unangenehm aufzufallen. Das passt auf mich nicht im Mindesten. 

Deshalb oute ich mich. Ich bin eine Ronaldoversteherin. Ja, ja, ich höre das gewohnte Geraune. Ronaldo: Selbstdarsteller. Angeber. Wie er sich in Positur wirft! Mit diesen hochgekrempelten Hosen. Angeber, eitler Fatzke ... In solchen Fällen, wenn vor allem männliche Menschen schlecht über den Portugiesen reden, hole ich tief Luft. 

Plädoyer für einen Unverstandenen

Ich setze zu einem meiner Lieblingsvorträge an. Über Cristiano Ronaldo. CR7 wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Ronaldos Mutter war Köchin. Sein Vater arbeitete als städtischer Gärtner und Zeugwart bei einem Fußballklub. Er war dem Alkohol sehr zugetan und starb an Leberkrebs. Ronaldo war miserabel in der Schule. Mit 15 hatte er  eine Herzoperation. 

Inzwischen ist CR7  absoluter Weltstar. Hat selbst vier Kinder und tut  Gutes. Dem drogensüchtigen Bruder hat er Entziehungskuren bezahlt, für einen epilepsiekranken Jungen übernahm er die Operationskosten. Gespendete Siegprämien, eine Hilfsaktion für syrische Kinder. Beim verlorenen Spiel gegen Uruguay führte Ronaldo den verletzten Edinson Cavani vom Feld. 

Sollte der Top-Spieler von Uruguay sich über diese Geste gewundert haben,   kann er sich bei mir nach den Gründen erkundigen. Anruf genügt. Ich bin eine Ronaldoversteherin. Keinerlei Angst, unangenehm aufzufallen. 

 

 

 

 

 

 

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Über diesen Blog

Fußball ist ihr Leben - sagt Regionalbischöfin und Schiedsrichtertochter Susanne Breit-Keßler. Und da der Ball rund ist und das zugehörige Spiel mindestens die wichtigste Nebensache der Welt, schreibt sie - wie bereits bei der EM 2016 - auf, was sie während der WM in Russland bewegt

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon und betreibt aktuell das "Blog "Mahlzeit!" auf chrismon.de. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD und war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt". Was nicht alle wissen: Sie ist ein glühender Fußballfan und richtet ihren Terminkalender durchaus nach wichtigen Spielen aus.

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Zwei Redaktionen, ein Blog: Dominique Bielmeier arbeitet bei der Sächsischen Zeitung in Dresden. Anne Buhrfeind und Dorothea Heintze bei chrismon in Frankfurt. Nun bloggen sie: Über ihren Redaktions-Austausch, ihr Leben als Ossi im Westen, ihr Leben als Wessi im Osten. Und ihren Alltag, hier wie dort.