Susanne Breit-Keßler über Angelique Kerber und die deutsche Nationalmannschaft

Susanne Breit-Keßler über Angelique Kerber und die deutsche Nationalmannschaft
Na toll
Zwei gelbe Tennisbälle auf roten Handschuhen und schwarzem Grund

Foto: Susanne Breit-Keßler

Sieg mit Ball

Wir sind Wimbledon. Das ist ungefähr so witzig wie „Wir sind Papst“. Und damit keine Missverständnisse entstehen: Hier ist der Heilige Rasen. Auf chrismon.de. Nicht in London auf irgendwelchen Tennisplätzen. Mal ganz abgesehen davon, dass England, weltmeisterlich gesehen, sowieso weg ist vom Fenster. So. Das musste geklärt werden. 

Angelique Kerber ist Wimbledon-Siegerin. Boris Becker überlegt laut Twitter wegen ihr das „Wohnzimmer zu vergrößern“, das er seiner Meinung nach mit Steffi Graf und Michael Stich teilt, den bisherigen Wimbledon-Siegern. Ich verstehe das alles nicht so ganz. Kann mir jedoch vorstellen, dass daraus diverse familiäre Probleme entstehen können. Geht mich aber nix an. 

Unfassbar!

Grummelig werde ich bei der Bemerkung in der Presse, dass „selbst die Fußballwelt Angelique Kerber feiert“. Echt? Wen sollte sie denn sonst feiern?  Sich selbst? Ha! Ja, ich weiß, man darf in Beziehungen keine alten Geschichten aufwärmen. Aber ich lese „congrats“ von Boateng und Glückwünsche von Gündogan: „Yesssssss!!!! #Wimbledon Champion!!“ 

Dann folgen zwei Pokale, zwei Tennisbälle und die Bemerkung: „Unfassbare Leistung“. Das glaube ich sofort. Und denke mir, hättste mal lieber selber ein paar Bälle reingebracht und den Pokal geholt. Ein Paartherapeut würde mich sensibel festnageln darauf, dass ich etwas nicht verarbeitet habe. Stimmt. Es ist Finale und wir sind danach nicht mehr Weltmeister. Congrats. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Über diesen Blog

Fußball ist ihr Leben - sagt Regionalbischöfin und Schiedsrichtertochter Susanne Breit-Keßler. Und da der Ball rund ist und das zugehörige Spiel mindestens die wichtigste Nebensache der Welt, schreibt sie - wie bereits bei der EM 2016 - auf, was sie während der WM in Russland bewegt

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon und betreibt aktuell das "Blog "Mahlzeit!" auf chrismon.de. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD und war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt". Was nicht alle wissen: Sie ist ein glühender Fußballfan und richtet ihren Terminkalender durchaus nach wichtigen Spielen aus.

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