Susanne Breit-Keßler über alles, was zu viel ist

Alles reichlich
Wembley-Stadion, London

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Die EM ist eine Großpackung von allem.

Manchmal, wenn ich einkaufen gehe, fragen der Mann oder die Frau hinter der Theke, weil man sich etwas verschätzt hat: „Darf es ein bisschen mehr sein?“ Bei dieser EM wird diese Frage gar nicht erst gestellt - es ist so. Mehr. Außer bei den Italienern, die mit Textilien sparen. Es gibt reichlich Drama und Tränen, Eigentore und Elfmeter, Verlängerungen und Viren. Von allem eine Extraportion.

Einer stirbt fast auf dem Spielfeld und muss reanimiert werden. Andere weinen, weil sie vorzeitig aus dem Turnier ausscheiden. Man ballert aus Versehen ins eigene statt ins gegnerische Tor, verschießt Elfmeter oder versenkt sie glücklich neben dem Torhüter im Netz. Die Spiele dauern häufig länger als 90 Minuten und das Virus verteilt sich munter unter viel zu dicht gepackten, enthemmten Fans.

Leider Wembley

Dass die Leidenschaft für Fußball ansteckend ist, bekommen gerade Tausende von Anhängern zu spüren. Schotten und Finnen haben sich bei der EM wohl am häufigsten mit COVID-19 infiziert. Auch in Dänemark, Frankreich, Schweden, Kroatien und den Niederlanden wurden laut EU-Gesundheitsbehörde Fälle gemeldet. Wer weiß, in welche Länder das Virus außerdem noch reist. Es verzeiht keine Distanzlosigkeit.

Gareth Southgate, dem englischen Nationaltrainer, ist verziehen. Dass er 1996 bei der Europameisterschaft im eigenen Land den sechsten Elfmeter verschossen und damit England ins Aus befördert hat, hat man ihm lange nachgetragen. Diesmal schickte seine Mannschaft die Germans nach Hause. Southgate ist ein Held. Die jüngste Mannschaft der EM tritt im Finale gegen Italien an. Leider in Wembley, wo das Virus wieder kräftig mitfeiert.

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Über diesen Blog

Fußball ist ihr Leben - sagt die ehemalige Regionalbischöfin und Schiedsrichtertochter Susanne Breit-Keßler. Und da der Ball rund ist und das zugehörige Spiel mindestens die wichtigste Nebensache der Welt, schreibt sie - wie schon bei der EM 2016 und der WM 2018 - wieder auf, was sie während der EM 2021 bewegt.

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler betreibt aktuell den Blog "Mahlzeit!" auf chrismon.de. Bis 2019 war sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern. Momentan ist sie Vorsitzende des Bayerischen Ethikrates. Was nicht alle wissen: Sie ist als Schiedsrichtertochter vor allem glühender Fußballfan und richtet ihren Terminkalender auf jeden Fall nach wichtigen Spielen aus.

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Susanne Breit-Keßler
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Fußball ist ihr Leben - sagt die ehemalige Regionalbischöfin und Schiedsrichtertochter Susanne Breit-Keßler. Und da der Ball rund ist und das zugehörige Spiel mindestens die wichtigste Nebensache der Welt, schreibt sie - wie schon bei der EM 2016 und der WM 2018 - wieder auf, was sie während der EM 2021 bewegt.

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Dominique Bielmeier, Dorothea Heintze, Anne Buhrfeind
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Zwei Redaktionen, ein Blog: Dominique Bielmeier arbeitet bei der Sächsischen Zeitung in Dresden. Anne Buhrfeind und Dorothea Heintze bei chrismon in Frankfurt. Nun bloggen sie: Über ihren Redaktions-Austausch, ihr Leben als Ossi im Westen, ihr Leben als Wessi im Osten. Und ihren Alltag, hier wie dort.

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Schön bunt ist das Familienleben, manchmal auch zu bunt. Geschichten aus dem turbulenten Alltag von Claudius Grigat