Franz Alt zum Thema Krise in der Politik

Franz Alt zum Thema Krise in der Politik
Volksparteien ohne Volk
Deutschlandfahne zerfetzt

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Deutschlandfahne zerfetzt

Noch nennen sie sich Volksparteien, die Parteien der großen Koalition in Berlin. Aber die dringendste Frage des Volkes, die Klimaerhitzung und ihre Folgen, interessiert sie kaum. Und auch nur wenige Journalisten beschäftigen sich damit. Selten zeigten sich Politiker und Journalisten so überfordert wie in diesen Tagen und Wochen. 

In der ARD-Tagesschau und in der ZDF-Heute-Sendung sind die Karrieren einige Politiker und Politikerinnen viel wichtiger als die Überlebensfrage der Menschheit. Und wenn dann noch die SPD-Vorsitzende beleidigt aus der Politik aussteigt, brennt gleich die ganze Hütte. Der eigentliche Grund für die immer sichtbarer werdende Krise der ehemaligen Volksparteien spielt bei der Analyse der Wahlen zum Europa-Parlament nur noch eine Nebenrolle.

Wenn Politik und Journalismus versagen

Dabei ist vor wenigen Tagen eine Studie erschienen, die alles erklärt. SPD-Umweltministerin Svenja Schulze legte die repräsentative Studie „Umweltbewusstsein der Deutschen“ vor. Danach sind gerademal drei Prozent unserer Mitbürger und Mitbürgerinnen mit der Umwelt- und Klimapolitik der Bundesregierung zufrieden.

Ganze drei Prozent sagen, diese Regierung tue „genug“ für Klima und Umwelt. Elf Prozent sagen, die Groko tue „eher genug“. Aber 85% der Befragten sagen, die Groko tue „eher nicht genug“ oder „nicht genug“. Ein verheerendes Urteil und eine Blamage für den früheren Umwelt-Weltmeister Deutschland.

Doch die Groko und die meisten Journalisten beschäftigen sich wieder einmal viel lieber mit Personalfragen als mit den eigentlichen Ursachen der Wahlschlappen. Andrea Nahles will sich ganz aus der Politik zurückziehen, die Kanzlerin schweigt und AKK sieht die Schuld bei einem jungen Mann mit blauen Haaren und dem Künstlernamen „Rezo“. Hilfloser und peinlicher geht´s wirklich nicht.

Vor zwei Jahren waren in der Studie, die vom Umweltministerium und dem Umweltbundesamt in Auftrag gegeben wird, noch dreimal so viele Wählerinnen und Wähler mit der Klima- und Umweltpolitik der Bundesregierung zufrieden oder eher zufrieden.

Vor der Europawahl haben knapp zwei Drittel der Deutschen dieses Thema zum wichtigsten ihrer Wahlentscheidung erklärt. Wie groß muss der Realitätsverlust von „Volksparteien“ sein, wenn sie diesen klaren Willen des Volkes total ignorieren und stattdessen nur noch die Interessen der alten Energie- und Autokonzerne bedienen? SPD und CDU haben den Kontakt zu ihren Wählerinnen und Wählern weitgehend verloren.

Noch drei Prozent für CDU und SPD?

Immerhin spottet der „Spiegel“ über das nächste Wahlziel von CDU und SPD: „drei Prozent“. Sollte es tatsächlich so kommen, werden die alten Volksparteien eher die Abschaffung der Fünf-Prozent-Hürde fordern als sich der Klimapolitik zu stellen. Wen wundert´s noch, dass bei einer neuen Umfrage die Grünen in Deutschland erstmals die stärkste Kraft sind? Sie können ihr Glück über die Ignoranz der Altparteien kaum fassen. Man sah es ihnen am Wahlabend schon an.

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Lesermeinungen

Seit den 1970‘er Jahren wird das Thema des Klimawandels als Mittel zur Erreichung politischer und gesellschaftlicher Veränderungen benutzt. Wer „Alt“ genug ist, der kann sich doch auch gut daran erinnern, dass es zu Zeiten der Ölkrise und im Zusammenhang mit dem damaligen Temperaturabkühlungen (1940 - 1980) bei der UN und dem Club of Rome Konzepte gab, wie man dem Ziel einer neuen Weltordnung durch die Erzeugung einer Klima-ABKÜHLUNGS-Hysterie näher kommen könnte.
Kaum angelaufen, war es aber aufgrund der seit 1980 bis jetzt andauernden (zyklischen?) Erwärmungsphase vorbei mit diesem ersten Anlauf. Heute erlebt die Welt den zweiten Anlauf, mittels der Klimaagenda vermeintlich eine bessere, menschlichere Welt zu errichten und zu diesem Zweck den Vereinten Nationen und der EU die politische und gesellschaftliche Gestaltungsmacht zu übertragen. Unter Verwendung eines sehr humanistisch anmutenden Narrativs steht nun die neue säkulare Weltordnung vor der Tür und man darf zumindest skeptisch sein, ob die Initiatoren wirklich der Menschheit und dem Ökosystem Gutes tun wollen.
Auf der spirituellen Ebene deutet die bedingungslose Übernahme der alternativlos erscheinenden Globalisierungsagenda womöglich darauf hin, dass wir Zeitzeugen der Offenbarungen werden, wie sie in den Büchern Daniel und Offenbarung beschrieben sind.
Wenn das christliche Abendland sich quasi freiwillig selbst abschafft, wo bleibt dann Gott in unserem Leben?
Sollten wir Gott nicht zutrauen, dass er die von ihm erschaffenen Klimagewalten bestens kennt und steuert, anstatt uns nun anzumaßen, das Temperaturniveau auf 0,5 Grad genau managen zu können, indem wir einfach kein CO2 mehr emittieren?

Ich frage dies auch, weil CO2 auch deshalb „Treibhausgas“ genannt wird, weil es das Wachstum von C3-Pflanzen ermöglicht und optimiert. Unterhalb einer Konzentration von 170ppm gibt es mutmaßlich kein Wachstum mehr und ab einer Konzentration von 1.200ppm(!) liegen optimale Wachstumsbedingungen vor. Das sind Aspekte, die man sich in vielen Gewächshäusern der Welt durch CO2-Zuführung zunutze macht und die bei einer dringend notwendigen Umstellung der Landwirtschaft Hoffnung darauf machen, künftig auch 9 Milliarden Menschen ernähren zu können.
Und weil die Welt nach den Erkenntnissen der Klimawissenschaft vor 450 Millionen Jahren selbst CO2-Konzentrationen von über 6.000ppm(!) überstanden hat, darf man mit Blick auf die reichlich vorhandenen Inkonsistenzen der heutigen Klimamodelle fest daran glauben, dass unsere Welt nicht wegen der anthropogenen Erhöhung der CO2-Konzentration zugrunde gehen wird. Eher schon an der bereits sichtbaren Tendenz in Richtung Anarchie an deren Ende die Etablierung eines totalitären Überwchungssystems auf globaler Ebene stehen könnte. Es sei denn ... wir kehren um!

Über diesen Blog

„Lust auf Zukunft“ will unser Kolumnist Franz Alt vermitteln. Ob Energie, Politik, Gesellschaft, Familie oder Umwelt - überall ist der Wandel möglich und durch den Wandel eine bessere Welt für uns alle

Franz Alt
Dr. Franz Alt, Jahrgang 1938, war 20 Jahre lang leitender Redakteur und Moderator des ARD-Magazins "Report". Heute arbeitet er als freier Autor und Kolumnist. In der edition chrismon gibt von ihm das Buch zu seinem Blog: "Die Alternative. Plädoyer für eine sonnige Zukunft."

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Zwei Redaktionen, ein Blog: Dominique Bielmeier arbeitet bei der Sächsischen Zeitung in Dresden. Anne Buhrfeind und Dorothea Heintze bei chrismon in Frankfurt. Nun bloggen sie: Über ihren Redaktions-Austausch, ihr Leben als Ossi im Westen, ihr Leben als Wessi im Osten. Und ihren Alltag, hier wie dort.