Franz Alt zum Thema die Wirtschaft nach Covid19

Die grüne Wirtschaft nach Corona
Wirtschaft grün

pixelio.de | Gerd Altmann

Wirtschaft grün

Wie soll die Wirtschaft nach Corona aussehen? "Grün", fordert eine ungewöhnliche Koalition aus europäischen Unternehmerchefs, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen sowie einigen Politikern. 

In dem Aufruf heißt es: "Covid 19 wird den Klimawandel und die Zerstörung der Natur nicht verschwinden lassen." Der Aufruf wurde in Zeitungen in Frankreich, Belgien, Italien, Portugal, Spanien und der Slowakei publiziert.

Schon vor Ostern hatte der Dalai Lama in einem "Appel an die Welt" gefordert: "Trotz Corona den Klimawandel nicht vergessen."

Die künftige Wirtschaftsstrategie müsse den Kampf gegen den Klimawandel endlich ernst nehmen. "Der Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft, der Schutz der Artenvielfalt und die Umgestaltung der Agrar- und Lebensmittelindustrie bieten die Möglichkeit zum schnellen Ausbau von Jobs und Wachstum - und können dazu beitragen, Gesellschaften widerstandsfähiger zu machen," schreiben die Unterzeichner des neuen Aufrufs.

Klimawandel nicht vergessen

Der Appell wurde vom französischen EU-Abgeordneten Pascal Canfin initiiert und auch von der deutschen Umweltministerin Sonja Schulze unterzeichnet.

Aber auch Unternehmerchefs von E.on, Coca Cola, Danone, Volvo, Microsoft, Renault und IKEA sowie H&M gehören zu den Unterzeichnern. Sie alle wollen "unsere Volkswirtschaften auf morgen" vorbereiten und einen "Beitrag zu den Investitionsentscheidungen leisten". Der Wiederaufbau könne ein neues Wohlstandsmodell entwickeln: "Produktiver, umfassender und widerstandsfähiger".

Wenn wir nach der Corona-Krise eine Massenarbeitslosigkeit verhindern wollen, dann ist es gerade jetzt notwendig, in Arbeitsplätze bei der Solarbranche, bei der Windenergie und in Wärmedämmung zu investieren, denn das sind die Jobs von morgen.

Ein ökologisches Wirtschaftswunder ist möglich

Damit dies auch möglich wird, muss die deutsche Politik endlich den 52-Gigawatt-Solardeckel aufheben und eine Abstandregel für Windräder von 600 Metern zum nächsten Haus beschließen statt der 1.000 Meter, die jetzt vorgesehen sind. Auch der ökologische Landbau bringt weit mehr Arbeitsplätze als die alte Chemie-Landwirtschaft.

So könnte eine ökologische Wirtschaft und ein ökologisches Wirtschaftswunder entstehen, zu dem zum Beispiel auch Elektroautos gehören. Die Unterzeichner des neuen Öko-Aufrufs weisen darauf hin, dass Windstrom allein in den letzten zehn Jahren um ca. 70% preisgünstiger wurde und Solarstrom um etwa 85%. 

Sowohl die neue EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen mit ihrem "Green New Deal" wie auch die Leopoldina in einem Umwelt-Gutachten hatten bereits zuvor dafür plädiert, ein grünes Europa zu schaffen. Worauf warten wir denn noch?

 

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Lesermeinungen

die Hr. Husmann und Hr. Markschies oben beschwören, müssen wir nutzen um in Kürze für ein paar Wochen alle Windräder auszuschalten, damit wieder etwas Regen nach Mittel- und Osteuropa vordringt.

Über diesen Blog

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Franz Alt
Dr. Franz Alt, Jahrgang 1938, war 20 Jahre lang leitender Redakteur und Moderator des ARD-Magazins "Report". Heute arbeitet er als freier Autor und Kolumnist. In der edition chrismon gibt von ihm das Buch zu seinem Blog: "Die Alternative. Plädoyer für eine sonnige Zukunft."

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