Franz Alt: Mit Solar und Stromspeicher Ressourcen schonen

Eigene Stromproduktion: wichtig und preiswert
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Eines der Hauptargumente gegen Solarenergie lautet noch immer: „Ja, was machen wir, wenn nachts die Sonne nicht scheint, woher soll dann unsere Energie kommen?“

Bitte, liebe Leserin und lieber Leser: Seien Sie wegen der Speicher unbesorgt. Wir können speichern. In den letzten Jahren haben die Speichertechnologien solche Fortschritte gemacht – auch bei den Kosten – wie die Fotovoltaik 15 Jahre zuvor. Schon im Jahr 2019 haben die deutschen Solarfreunde Speichertechnologien im Wert von sechs Milliarden Euro gekauft. Und nun kommt das Elektroauto in raschen Schritten, dessen Batterie uns nachts als Stromspeicher dienen kann. Mit Hilfe der Digitalisierung können wir künftig hunderttausend E-Autos zusammenschließen und damit nachts ein altes Kraftwerk ersetzen.

Mit Solar und Stromspeicher Ressourcen schonen

Wer sein E-Auto und seine Solaranlage kombiniert, profitiert gleich doppelt: Die Solaranlage ist die Tankstelle für das E-Auto und das E-Auto ist der Speicher für die Solaranlage: Eigene Sonne. Hinzu kommt: Von den sechs großen erneuerbaren Energieträgern sind vier von Natur aus speicherbar: Wasserkraft, Erdwärme, Bioenergie sowie Wellen- und Meeresenergie. Für Sonne und Wind brauchen wir technische Speicher und diese haben wir.

Die Probleme mit der Sonnenenergie scheinen zunächst kaum glaubhaft, denn unser Zentralgestirn schenkt uns ja jährlich unglaubliche 1.5 Trillionen Kilowattstunden  auf die Erde. Das sind – so hat es Joachim W. Ekrutt in seinem Buch „Die Sonne – Die Erforschung des kosmischen Feuers“ errechnet – „so viel wie nach dem jetzigen Verbrauch die gesamte Menschheit in 19.000 Jahren benötigt. Sonnenenergie ist genug da, doch man muss sie erst einmal abernten – in technisch und wirtschaftlich machbarer Weise“.

Solarstrom ist Sozialstrom

Diese Zeilen von Joachim W. Ekrutt wurden 1981 publiziert – noch am Anfang der modernen Sonnenenergieforschung. Doch heute sind  Sonnenforscher wie der renommierte Eicke Weber – viele Jahre Direktor des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg – so optimistisch, dass sie davon ausgehen, dass die ganze Welt bis 2035 komplett mit Sonne, Wind, Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie – das sind ja alles solare Energiequellen – versorgt werden kann. Die meisten Solarforscher rechnen damit, dass dieses Ziel bis spätestens 2050 erreichbar ist. Doch die Erfahrung lehrt: Es ging in den letzten Jahrzehnten immer schneller als von vorsichtigen Wissenschaftlern vermutet.

Es ist keine Prophetie, wenn man davon ausgeht, dass die technologischen Fortschritte der nächsten zehn Jahre größer sein werden als in den letzten 100 Jahren.

Ohne Sonne kein Leben

Wenn die Sonne nur drei Wochen nicht schiene, wäre alles Leben tot. Es gäbe keine Tiere mehr, keine Menschen, keine Bäume und keine Pflanzen. Nach drei Wochen ohne Sonne hätten wir auf der Erde eine Temperatur von minus 170 Grad und alles Leben wäre den Kältetod gestorben.

Der britische Astrophysiker und Autor Fred Hoyle hat in seinem Science-Fiction-Roman „Die schwarze Wolke“ die Sonne nur drei Tage verschwinden lassen. Diese drei Tage reichten aus, um die Menschheit an den Rand des Untergangs zu bringen. Die Wissenschaftler stünden vor einem Rätsel, die Temperaturen fallen rapid, der Stromverbrauch klettert deshalb rasch über seine Leistungsgrenze, die Stromnetze fallen aus und damit auch die Nachrichtenverbindungen in aller Welt. Kein Mensch weiß mehr, was wirklich geschieht. Chaos und Ende der menschlichen Zivilisation. Totenstille auf der Welt. Der Kältetod hatte die Erde überfallen.

Doch keine Angst

Die Sonne, die uns die lebensspende Wärme liefert, ist fünf Milliarden Jahre alt und scheint noch circa 4.5 Milliarden Jahre. Das ist doch  mal eine erfreuliche Perspektive oder? Hingegen sind unsere klassischen Energiequellen Kohle, Erdöl, Erdgas, aber auch Uran, in wenigen Jahrzehnten aufgebraucht. Ich erwarte nicht, dass die alten Energiekonzerne sehr schnell aus Sorge um das Weltklima aus der Kohle aussteigen, aber ich bin davon überzeugt, dass die Kohlekraftwerke sehr bald Investitionsruinen sind. Denn nicht subventionierte Solaranlagen sind schon heute preisgünstiger als hoch subventionierte Kohlekraft. Solarstrom ist Sozialstrom.

Das heißt: Nicht nur aus ökologischen, sondern hauptsächlich aus ökonomischen Gründen werden die Energiewende und das Solarzeitalter schneller Realität als wir uns das heute vorstellen.

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Über diesen Blog

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Franz Alt
Dr. Franz Alt, Jahrgang 1938, war 20 Jahre lang leitender Redakteur und Moderator des ARD-Magazins "Report". Heute arbeitet er als freier Autor und Kolumnist. In der edition chrismon gibt von ihm das Buch zu seinem Blog: "Die Alternative. Plädoyer für eine sonnige Zukunft."

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