Musik verbindet Menschen: Eine Pfarrerin berichtet aus Prag

Ein Konzert für Europa
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Die Kirche Sankt Martin in der Mauer wurde im 12. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut. Heute kann man sie in der Altstadt Prags bewundern.

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In der tschechischen Hauptstadt feiert man auf der Moldau die europäische Zusammenarbeit. Doch auch im Kleinen zeigt sich Europa immer wieder.

Anfang September musizierten die Tschechischen Philharmoniker auf einer schwimmenden Bühne: "Die Moldau" von Bedřich Smetana auf der Moldau, dem Fluss. Ein Konzert anlässlich der Tschechischen EU-Ratspräsidentschaft. Die Eintrittskarten waren ausverkauft, viele lauschten kostenlos von Brücken, Ufern und Booten den weltberühmten Klängen, das Dahinfließen des Flusses im Blick, das Spiegeln der Lichter im Wasser, inmitten der traumhaften Kulisse der Stadt. Außerdem erklangen Antonin Dvořáks Karneval-Ouvertüre und Ludwig van Beethovens Ode an die Freude. Titel des Abends: Konzert für Europa. Gänsehaut. Europa pur. Musik verbindet.

Elisabeth Veronika Förster-Blume

Elisabeth Veronika Förster-Blume ist seit 2017 Auslandspfarrerin in der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde Prag.
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Zu Beginn des Konzertes wurde die Gedächtnisglocke geläutet. Sie erinnert an die 9801 eingeschmolzenen und beschlagnahmten Glocken in Böhmen und Mähren während des Zweiten Weltkriegs. Gleichzeitig bleibt auch im schönen Prag das schicksalsträchtige Jahr 1968 nicht vergessen. Und die Unterstützung für die Ukraine ist sehr breit und klar, auch wenn es kürzlich eine große Gegendemo gab.

Ökumene zeigt sich im Schulalltag

Nicht nur die Musik und die EU-Ratspräsidentschaft verbinden. An der Deutschen Schule Prag lernen Schülerinnen und Schüler aus über 20 Nationen zusammen – auch ukrainische und russische Kinder. Im Ökumenischen Religionsunterricht unterrichten seit zehn Jahren der katholische Auslandspriester und die evangelische Auslandspfarrerin zusammen. Auch da sind manchmal Gänsehaut Momente.

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