Frankfurter pflegt 180 Jahre altes Grab ehrenamtlich

"Bei manchen Grabsteinen reicht eine Wurzelbürste"
Kreuz und Quer - Ich mach das

Felix Schmitt

Kreuz und Quer - Ich mach das

Udo Fedderies, 65, möchte mit seinem Projekt die Frankfurter Friedhofskultur erhalten. Seine Frau und er spenden schon lange an die Denkmalpflege.

Wessen Grab pflegen Sie?

Wilhelm Behrends, ein Kaufmann und Spediteur aus Frankfurt am Main, lebte von 1785 bis 1842. Das neogotische Grabmal wurde von seinem Bruder errichtet, der in ­London als Konsul für Frankfurt tätig war.

Warum machen Sie das?

Für mich kommt hier alles zusammen: Natur, Kultur und Stadtgeschichte. Ich möchte helfen, die Frankfurter Friedhofs­kultur zu erhalten. ­Meine Frau und ich spenden schon lange an die Denkmal­pflege – nun haben wir unser ­eigenes kleines Projekt.

Welche Herausforderungen gab es?

Anfangs das Organisatorische: Man wählt ein Grab, schließt mit Grünflächen­amt und Denkmalamt eine Vereinbarung und muss einen Projektplan vorlegen. Bei manchen Grabsteinen reicht dann ­eine Wurzelbürste. Bei uns musste der Steinmetz ran: Das kostet!

Wie viel Zeit ist nötig?

Jede Woche gießen, mal jäten, mal den Stein schrubben.

Was war ein schönes Erlebnis?

Einmal war eine Schulklasse unterwegs und hat Menschen befragt, warum sie den Friedhof besuchen. Dass ich aus Gründen des Denkmalschutzes hier war, fanden sie sehr interessant.

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