Tipps zum Kauf von Lachs aus Aquakultur

Bio oder konventionell?
Lachs aus Aquakultur: bio oder konventionell?

Boonchuay 1970 / Getty Images

Der Lachs in deutschen Supermärkten stammt vor allem aus Norwegen.

Lachs aus Aquakultur: bio oder konventionell?

Wie sinnvoll sind nachhaltige Lebensmittel? Wir schauen genauer hin. Diesmal: Lachs aus Aquakultur.

Die Welt hat Hunger auf Seefisch, die Deutschen vor allem auf Lachs. Weil die Meere nicht genug hergeben, sollen Aqua­kulturen das Problem der Überfischung lösen – Fischgehege auf offener See. Jeder zweite Fisch kommt daher. Es gibt sie mit und ohne Bio-Siegel. Was ist der Unterschied?

Aquakultur ist nicht ohne, weiß der Fischerei­experte des WWF, Philipp Kanstinger. Der Lachs in deutschen Supermärkten stammt vor allem aus Norwegen. Durch die Zahl der Farmen und die Enge in der Haltung breiten sich dort Parasiten aus. "Oft entwischen Lachse", sagt Kanstinger. "Ver­mischen sich die gezüchteten mit den wild lebenden Tieren, schadet das der Widerstandskraft der Art."

Immerhin: Norwegischer Aquakultur-Lachs ist geimpft, so braucht man da kaum Antibiotika. Schaut man auf Tierwohl und Nachhaltigkeit, ist die mit den bekannten Siegeln ausgezeichnete Bio-Kultur besser. Oder MSC-zertifizierter Wildlachs aus Alaska, wo der Schutz der Bestände in der Verfassung verankert ist und streng durchgesetzt wird, sagt Kanstinger.

Aber: "Raubfische wie Lachs sind keine nachhaltige Speise", sagt Kanstinger. "Der Futter­bedarf ist enorm, oft wird Wildfisch verwendet." Will man unbedingt Seefisch ­essen, rät er zu Heringen oder Sprotten.

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