Symbole der Bibel: "Paradiesgarten". Woher kommt's?

Paradiesgarten
Wo kommt das her? Paradiesgarten

Stiftung Bibel+Orient, Umzeichnung: Hildi Keel-Leu

Ein Aquädukt führt Wasser in künstlich bewässerte königliche Gärten Assurbanipals (668–627 v. Chr.) in Ninive. Sie umgeben eine Prachtstraße, die auf einen Tempel zuführt.

Wo kommt das her? Paradiesgarten

Grünanlagen sind Weltwunder. Und sie umgeben die ganze Heilige Schrift.

Von oben fließt Kanalwasser durch die Gärten; die Wege sind duftgeschwängert; im Lustgarten glitzern Wasserfälle wie Himmelsgestirne. Granatapfel­bäume, dicht behangen mit Trauben von Früchten wie Wein, bereichern die Lüftchen . . ." So pries der assyrische König Assurnasirpal II. (883–859 vor Christus) seinen Garten. 

Thomas Staubli

Thomas Staubli, Jahrgang 1962, lehrt am Departement für Biblische Studien der Universität Freiburg (Schweiz) und leitete dort bis 2012 das "Bibel- und Orient-Museum". Der studierte Theologe, Religionswissenschaftler, Ägyptologe und Orientalist hat unter anderem auch in Jerusalem, Berlin und Bern gelebt. Von 1986 bis 87 war er Studienleiter der Dormition Abbey, Jerusalem. Bis 1994 leitete er die Bibelpastoralen Arbeitsstelle in St. Gallen.
Sophie StiegerThomas Staubli, Mitbegründung, Aufbau und Leitung des BIBEL+ORIENT Museums der Universität Fribourg

Die "hängenden Gärten" von Babylon waren eines der antiken Weltwunder: kolossale bewässerte Terrassen in der Stadt. Herrscher machten sich mit Gärten einen Namen. Judäische Könige ließen sich in ihren Gärten bestatten (2. Könige 21,18). Die Perser nannten solche Anlagen "pairidaeza", woher das hebräische Wort "pardes" und unser "Paradies" stammt.

Der Bibel zufolge hatte auch Gott einen Lustgarten, Eden, "Wonneland". Er machte Adam zu seinem Gärtner­ ­ (1. Mose 2,15) und lustwandelte abends darin (3,8). Am Anfang der Bibel steht Eden, an ihrem Ende der Stadtpark im himmlischen Jerusalem (Offenbarung 22,1–2). So ist die ganze Heilige Schrift von Gärten umgeben.

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