Sea-Watch 4: Was aus den Geretteten wurde

Die Unsicherheit bleibt
Souleman aus Kamerun mit Frau und Kind

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"Nach mehr als drei Jahren in libyschen Höllenlagern habe ich mein Lächeln wiedergefunden." - Souleman aus Kamerun

Pfarrerin Constanze Broelemann war an Bord der "Sea-Watch 4". Nun hat sie recherchiert: Was wurde aus denen, die sie aus dem Mittelmeer zu retten half?

Am frühen Morgen des 20. September 2020 ging ich von Bord der "Sea-Watch 4". Giuseppe vom Schiffsmanagement holte uns mit einem Auto ab und fuhr uns bis vor die Tore des Industriehafens von Palermo. Ich verabschiedete mich.

Vier Wochen hatte ich mit Nora, Arnaud, Jonas und all den anderen auf der Sea-Watch eine intensive Zeit erlebt. Noch im August hatte ich am Hafenkai des spanischen Burriana mit ­Aktivistin Nora auf Holzpaletten gesessen und über den Sinn von Nationalstaaten diskutiert. Arnaud hatte mir gesagt: "Wenn du einmal das hier siehst, einmal aussteigst aus dem Spiel, dann gibt es kein Zurück mehr." Er selbst hatte vor Jahren mit seiner Familie ein griechisches Flüchtlingslager besucht, dann seinen gut bezahlten Job in Paris aufgegeben und war ans Meer gezogen: um Menschenleben zu retten. Und ­Jonas hatte mir bei einem abendlichen Bad im Mittel­meer geraten: "Am besten, du machst an Bord mit, wenn du die Leute besser kennenlernen willst." 

Constanze Broelemann

Constanze Broelemann, 42, ist Pfarrerin in Graubünden mit Schwerpunkt Konfirmand:innenarbeit. Außerdem ist sie Redakteurin von "Reformiert", der auflagen­stärks­ten evangelischen Zeitung der Schweiz. Vom 15. August bis zum 20. September 2020 fuhr sie als Journalistin auf dem Schiff "Sea-Watch 4" mit, das im Mittelmeer Migranten in Seenot rettete.
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Eigentlich war ich als Journalistin dabei. Aber ich packte mit an, so gut ich konnte. In den Nach­richten sah man Menschentrauben auf Schlauchbooten, Köpfe, die aus Schwimmwesten ragen, auf den Wogen, Gerettete auf den Holzdielen der "Sea-Watch 4". Ich lernte ihre Geschichten kennen. Die der 26-jährigen Cisse Amirata, sie war mit ihrem eineinhalbjährigen Sohn Ali – wie alle anderen – aus einem überfüllten Gummiboot gerettet worden. Der Kleine war der ­Sonnenschein auf dem Achterdeck. Cisse hatte sich von der Elfenbeinküste aufgemacht. Sie erreichte uns mit Zeichen schwerer Verbrennungen an ihrem ­Körper, Wundmale der Folter in Libyen. Heimlich trat ich ihr meine Bodylotion ab. Ich hätte sie nicht bevorzugen dürfen, die Crew sollte alle gleich behandeln.

Christian Tschabon, ein junger Kameruner, zeigte mir stolz seinen USB-Stick, den er am Handgelenk trug. Er erzählte mir, dass er in Europa unbedingt weiterstudieren wolle. Dawda aus Ghana konnte nicht mal lesen und schreiben, weil die Familie kein Geld für seine Ausbildung hatte. Via Smartphone hatte er sich ein wenig Deutsch beigebracht. Fußball und ­Reggae waren seine Leidenschaft. Dawda wollte in den deutschen Profifußball einsteigen. 

An Bord wurden alle gleich behandelt

Nun waren wir alle an Land. Die Beamten der italienischen Küstenwache hatten Cisse Amirata, Ali, Chris­tian Tschabon, Dawda und alle anderen Geretteten bereits zwei Wochen zuvor auf ein Quarantäneschiff gebracht. Wir wussten nicht, wo genau sie jetzt waren. Mittlerweile mussten auch sie europäischen Boden betreten haben. Einigen hatte ich mein Facebook-Profil genannt. Sie sollten sich wieder bei mir melden. Ich wollte wissen, wie es für sie weitergeht – ohne den Schutzraum der "Sea-Watch 4".

An Bord hatte die Crew sehr darauf geachtet, dass alle gleich behandelt werden. An Land würde das so nicht mehr sein. An Bord galten Regeln der Fairness: Die Geretteten mussten ihre Habseligkeiten wie Handys und Zigaretten abgeben. Also durfte auch die Be­satzung keine Getränke mit Kohlensäure trinken, die Handys nicht hervorholen, nicht rauchen – zumindest im ­Beisein der Geretteten hielten wir uns daran.

Schon im Hafen von Palermo faszinierte mich der kulturelle Mix. Jede Kirche, jedes historische ­Gebäude erzählt von der Brücke, welche die Hafen- und Handelsstadt seit Jahrtausenden zwischen Afrika und Europa bildet. Ich bezog ein Airbnb-Zimmer in einem Ausländerviertel in der Via Maqueda. 

Jetzt hatte ich wieder Privilegien

Im Nu war ich wieder eine weiße Europäerin. Ich begegnete Afrikanerinnen und Afrikanern eigentlich nur noch zufällig. Die meisten schlugen sich irgendwie durch. Eines Abends sah ich eine Gruppe junger Schwarzer am Rand eines Parks, benebelt von Rauschmitteln. Sie hingen auf ausrangierten Bürostühlen herum. An die Mauer neben ihnen war ein ­schwarzer Kopf gesprayt: "No racism". Viele italienische Akti­visten setzten sich für ihre Rechte ein. Für andere Sizilianer sind Afrikaner unerwünscht, bringen sie in ihren Augen doch nichts als Probleme. Ich hörte von Prostitution und afrikanischen Bandenchefs, die ihre Landsleute verkauften und in die Kriminalität zwingen. Meine Vermieterin in der Via Maqueda, ­eine gebildete Frau, warnte, dass Flüchtlinge angeblich ­Covid-19 einschleppten.

Manchmal nahm ich die einheimische Perspektive hin. Manches rief auch heftigen Widerstand in mir hervor. Ich wusste ja, wie gewissenhaft die Geretteten an Bord der "Sea-Watch 4" ihre Masken angelegt, wie sie ihre Hände desinfiziert hatten. Die weißen ­Italiener an Land nahmen die Vorsichtsregeln gegen Covid-19 weniger ernst. 

Der Pfarrer lehnte sie ab

Während ich nach Cisse, Ali, Christian, Dawda und all den anderen suchte, sah ich in irgendeiner Seitengasse in Palermos Altstadt eine Ghanaerin an einer Nähmaschine inmitten von afrikanischen Stoffen. Ein Bild hinter ihr zeigte das schweizerische Matterhorn. Ich sprach sie darauf an. "Das Geschenk einer ­Freundin aus der Schweiz", sagte mir die Frau, Esther heißt sie. Als ich ihr erzählte, dass ich gerade von der "Sea-Watch 4" kam, öffnete sie sich. Sie selbst versuche sich mit Näharbeiten durchzuschlagen. Sie sei sehr gläubig, sagte Esther, als ich auf die gestickten Bibel­zitate neben der Kasse wies. Aber in die Kirche gehe sie nicht mehr, nachdem ein Pfarrer sie als unerwünscht bezeichnet habe.

Esther wies mir den Weg zum Zentrum des heiligen Biagio Conte. Der ehemals reiche Palermitaner Conte hatte sich, wie einst Franz von Assisi, der Armenfürsorge verschrieben. In seinem "Centro" strandeten Obdachlose und Migranten. Auf dem Weg dahin ­reihten sich Polizeiautos. Ärzte in Schutzanzügen liefen auf und ab. Flüchtlinge schlugen gegen die Tore des Innenhofs. Wenige Tage zuvor hatte der ­sizilianische Regionalpräsident Sebastiano Musumeci in einem emotionalen Facebook-Post davor gewarnt, dass Flüchtlinge aus Afrika Viren einschleppen würden. Nun war das Centro zur "zona rossa" erklärt, zur höchs­ten Alarmstufe wegen Covid-19. Einer der Carabinieri fragte mich schroff, was ich hier zu suchen habe. 

Die Migranten seien gefährlich, heißt es

Ein junger Italiener redete beruhigend auf einen wild gestikulierenden Afrikaner in einem Rettungswagen ein. Ich gesellte mich dazu. Wie sich herausstellte, klärte der Jurist des italienischen Kulturvereins ARCI (Associazione Ricreativa e Culturale Italiana) gerade einen Migranten über seine Rechte auf. Ich ­erfuhr: ARCI unterhält in Palermo ein Beratungsbüro für Asylsuchende und Flüchtlinge in der Altstadt, betrieben von jungen Aktivist:innen. In der Nähe fand ich die entsprechenden karitativen Einrichtungen der katholischen Kirche. An irgendeiner verwitterten Holztür hing ein Stundenplan für Essensausgabe und Duschzeiten. Für die Völkerverständigung steht das italienisch-afrikanische Projekt Giocherenda, auf das ich in Palermos Altstadt stieß, gefördert von einer palermitanischen NGO.

Aber nirgends die Menschen von Bord der "Sea-Watch 4". Sie konnten sich ver­mutlich zu der Zeit noch nicht frei bewegen. Einige Palermitaner meiden das Viertel, in dem ich wohnte. Es sei gefährlich. Ich spürte diese Gefahr nicht. Wie auf der "Sea-Watch 4" trug ich meine Mund-Nase-Bedeckung, hielt Abstand, desinfizierte häufig meine Hände und bewegte mich selbstverständlich zwischen all den kleinen Läden von Indern, Afrikanern und Arabern. Dort kam ich mit weiteren Schwarzen ins Gespräch. Viele rückten nur ungern ihre Fluchtgeschichte heraus. Niemand will sich darauf reduzieren lassen. "Jeder hier weiß, wie wir hierherge­kommen sind", sagte mir jemand von der Giocherenda, dem ­kleinen Laden für Kleider aus afrikanischen Stoffen – und für Gemeinschaftsspiele, die Vorurteile abbauen sollen. Afrikaner:innen und Italiener:innen betreiben den Laden gemeinsam. 

Keine Arbeit, keine Adresse, kein Konto

Neun Tage nach der Landung reiste ich zurück via Mailand in die Schweiz. Auf dem Mailänder Hauptbahnhof hielten sich viele Schwarze auf. Einer bat mich um Geld. Ich erzählte ihm, wo ich gerade gewesen war, auf einem Rettungsschiff. "Ihr müsst uns auch einen Job geben", sagte er, "nicht nur uns retten." Ich verstehe diesen Wunsch. Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis in Europa finden keine Wohnung, haben keine Adresse, können kein Konto eröffnen, dürfen keine Arbeit an­nehmen. Viele wollen arbeiten, sie wollen nichts geschenkt ­bekommen. Oft sind sie Opfer einer euro­päischen Abschreckungspolitik, die den Daheimgebliebenen ­signalisieren soll: Macht euch gar nicht erst auf den Weg. Ihre Lebenszeit verstreicht sinnlos.

Beim Umsteigen auf dem Mailänder Hauptbahnhof konnte ich nur wenig ausrichten. Der junge Mann bot mir an, meine Koffer zu tragen. Ich gab ihm ein wenig Geld. Ein anderer Afrikaner bettelte mich vor einem Schuhgeschäft an.

Daheim in der Schweiz fielen mir als Erstes die ­lockeren Covid-19-Bestimmungen auf. Wir hatten ­wochenlang auf der "Sea-Watch 4" mit Schutzmasken und -anzügen gelebt, hatten uns mehrmals testen ­lassen, uns zu Abstand ermahnt. Sollte alles Elend an der Schweiz vorüber­gehen? Eine Woche später kam auch hier die zweite Welle an. Das andere, was mir auffiel: Ich sah kaum Schwarze. Dafür riefen mich Journalisten an. Die Lokalzeitung wollte ein Interview. Ein kleiner Film wurde gedreht, ich machte Podcasts, schrieb Kommentare, verfasste Berichte. Das Interesse war groß, zumal ich auch als Pfarrerin an Bord gewesen war. 

Empathische Konfirmand:innen

In einer kleinen Bergkirche predigte ich über die Kraft des Teilens. Jesus teilt Brot und Fische, das ­Wenige reicht für viele. Ich erzählte, wie ich das Teilen von Zeit und Ressourcen auf der "Sea-Watch 4" erlebt hatte. ­Wie Menschen ihre Lebenszeit ehrenamtlich hergeben, Menschen in Seenot zu retten. Eine Frau sagte mir nach dem Gottesdienst, sie fühle sich "aus der Komfortzone gerissen". War das positiv oder negativ gemeint? Ich weiß es nicht. Andere sprachen mir Anerkennung für die "Arbeit mit den Flüchtlingen" aus oder fanden sie "inspirierend".

In meinem Konfirmandenlager spielten wir das ­Rollenspiel "Seenotrettung" der EKD. Einige übernahmen die Rolle der Seenotretter, andere die der Gegner, des ­Bürgermeisters einer italienischen Kleinstadt und so weiter. Wir sollten einen Konsens, die "Erklärung von Baiersfurt" formulieren, einer imaginären deutschen Kleinstadt. Alle argumentierten aus ihren Rollen. Es entwickelte sich eine spannende Debatte. Anschließend sahen wir uns einen Film über ein Ausreisezentrum in den Bündner Bergen an, über Menschen mit negativem Asylbescheid und die "Nothilfe", die sie bekommen. Manche leben dort jahrelang, weil ihre Herkunftsländer sie nicht zurücknehmen. Die Jugendlichen zeigten Unverständnis für die feindlich gesinnten Dorfbe­wohner, die neben dem Ausreisezentrum leben. Uns alle beeindruckte das Engagement eines örtlichen Vereins für Verbesserungen im Nothilfezentrum.

Die Offenheit der Jugendlichen war mir nach ­meinen Eindrücken auf der "Sea-Watch 4" wahn­sinnig wichtig. Ich bin auch Deutsche unter Schweizern, kenne missgünstige Kommentare zu meinem "Anderssein". Es ist kein Defizit, sein Land zu verlassen. Man verändert etwas, muss sich anpassen, muss stark sein. Viel merkwürdiger ist: Warum sind Daheimge­bliebene so misstrauisch gegenüber Zugezogenen? 

 Dawda aus Gahna träumt von einer Pofikarriere in der Bundesliga. In Frankreich angekommen: Cisse Amirata, 26, mit ihrem Sohn AliPrivat

Im warmen Bett dachte ich: wie ungerecht!

Nach und nach kamen Facebook-Anfragen von den Afrikanerinnen und Afrikanern herein. Christian, der Kameruner, meldete sich vom Mailänder Hauptbahnhof: Er sei aus Süditalien aus einem Aufnahmelager bis Mailand geflohen und übernachte nun dort. Ich lag gleichzeitig in einem warmen Bett in Chur und dachte: "Wie ungerecht." Er bat um 40 Euro für den Zug nach Frankreich. "Gott wird mir helfen."

Eine junge Frau aus Chur, die seit Jahren in der Flüchtlingshilfe arbeitet, riet mir, mich abzugrenzen: "Wir helfen vor Ort." Ich könne mir Probleme ein­handeln, wenn ich für Christian eine Fahrkarte ­lösen würde. Trotzdem wollte ich etwas tun. Christian nannte die Kontoverbindung eines Afrikaners, dem ich die 40 Euro überwies. Ob er das Geld je gesehen hat? Jedenfalls schaffte er es nach Bordeaux, war dort aber ohne Dach über dem Kopf. Ich recherchierte Hilfsorganisationen, die ihm einen Schlafplatz vermitteln könnten. Christian fand mal hier was, mal da. In Frankreich könne er keine Hilfe erwarten, Deutschland und die Schweiz seien besser, habe er gehört. Ich wünschte ihm viel Glück, wusste aber, dass ein ­junger Mann aus Kamerun unmöglich Asyl be­kommen würde. Noch einmal bat er um 70 Euro für den Zug nach München oder Hamburg. Es war der Silves­ter­abend. Ich überwies das Geld auf das Konto eines französischen Ladenbesitzers. Dieses Mal kam es an. "God bless you", schrieb Christian. "Du musst einen Asylantrag stellen", schrieb ich zurück, "sonst wird dein Leben immer schwieriger." Gerade erst schrieb er mir von der deutsch-französischen Grenze: "Sie geben mir ein Dach über dem Kopf. Dann muss ich ins ­Krankenhaus." "Wer?", frage ich. "Die Caritas", sagt er, "ich kenne sie nicht." "Sie sind von der Kirche", antworte ich. Gut, dass er endlich Hilfe bekommen hat. 

Sie sei glücklich, schrieb sie

Auch Cisse, die junge Frau mit dem kleinen Ali, meldete sich per Facebook. Immer wieder will sie wissen, wie es mir geht. Mich erstaunt diese Frage, mir geht es so viel besser als ihr. Trotzdem freue ich mich darüber. Lange war Cisse mit Ali in der Nähe von Messina geblieben. Sie wolle am liebsten nach Frankreich, wegen der Sprache, schrieb sie. Viele Afrikaner bedauerten die unzureichende medizinische Versorgung in den Aufnahmelagern in Italien. Cisse äußerte sich dazu nicht, auch wenn sie gehofft hatte, in Europa könnten ihre schweren Hautverbrennungen behandelt werden. Ob ich helfen könne? Ich schickte ihr Links von Hilfsorganisationen. Inzwischen ist auch sie in Frankreich angekommen. Sie sei glücklich, schrieb sie.

Eine weitere junge Familie konnte ich nicht über Facebook, wohl aber über andere Kontakte aus­findig machen: Souleman, seine Frau Layla und seinen Sohn Cillian. Die Geretteten sind untereinander recht gut vernetzt. Noch an Bord der "Sea-Watch 4" hatte der junge Vater in einem aufrüttelnden Brief die Zu­stände in den libyschen Folterstätten beschrieben und ­Europa für seine Immigrations- und Grenz­politik anklagt: "Nach mehr als drei Jahren habe ich nun mein Lächeln wiedergefunden. In Libyen hatten wir nur versucht zu überleben, es gibt dort keine Lager für geflüchtete Menschen, es gibt nur Höllenlager." Die Presse­sprecher von Médecins Sans Frontières und ­Sea-Watch drehten an Bord ein Video mit ihm und teilten es in den ­sozialen Medien. 

Souleman ist mit Frau und Kind noch immer in Süd­italien, wo, weiß ich nicht. Als er sich zuletzt gemeldet hatte, wollte er dort einen Asylantrag stellen. Ich habe ihn kürzlich noch einmal per Whatsapp angeschrieben. Er hat die Nachricht noch nicht em­pfangen. Warum? Dafür kann es tausend Gründe geben. Wir von der Crew der "Sea-Watch 4" sind in unser bürgerliches Leben zurückgekehrt und haben einen sicheren WLAN-Zugang. Souleman, Layla, Cillian und all die anderen, die auf dem Mittelmeer in Seenot ­waren, suchen noch immer nach einer neuen Heimat. Für sie geht die Unsicherheit weiter.

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