Papst Franziskus und seine Enzyklika "Fratelli tutti"

Appell an die Guten
War das wirklich nötig? Der Papst und seine Enzyklika

Oft wird Franziskus kritisiert, er sei zu moralisch. Er durchdenke die Dinge nicht so theologisch wie sein Vorgänger. Tatsächlich kommt der Papst auch in seiner neuen Enzyklika "Fratelli tutti" nicht weit über einen Appell an den guten Willen und zu mehr Selbstlosigkeit hinaus. Er beklagt wirtschaftliche Kälte, mafiöse Machtstrukturen, Herzenskälte gegenüber Fremden und vieles mehr. Grundsatzfragen rührt er nicht an: Die Ursache des Bösen – ist es die Begierde des Menschen oder seine Hybris oder seine Gottvergessenheit?

Burkhard Weitz

Burkhard Weitz ist chrismon-Redakteur und zusammen mit Claudia Keller  verantwortlich für die Aboausgabe chrismon plus. Er studierte Theologie und Religionswissenschaften in Bielefeld, Hamburg, Amsterdam (Niederlande) und Philadelphia (USA). Er ist ordinierter Pfarrer und Journalist. Über eine freie Mitarbeit kam er zum "Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt" und war seither mehrfach auf Recherchen in den USA, im Nahen Osten und in Westafrika.      
Lena UphoffPortrait Burkhard Weitz, verantwortlicher Redakteur für chrismon plus

Ebenso wenig die Fallstricke der Sünde: Kann sich jemand auf der Seite des Guten wähnen, ohne überheblich – und damit sündig zu sein? Oder auch die Hoffnung auf Erlösung: Warum an Gottes Güte festhalten, wenn die Welt um mich herum untergeht?

Wer die Enzyklika liest, fragt sich irgendwann: Brauchen wir das Christentum, die Religion überhaupt, um all dieses Elend zu bewältigen? Papst Franziskus Antwort darauf ist theologisch wenig elaboriert, dafür aber verblüffend einfach: Ja, wir brauchen Christentum und Religion. Aber nicht als theoretischen Überbau. Sondern, damit überhaupt mal jemand anfängt, Gutes zu tun.

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