Anne Buhrfeind über den Kampf gegen das Waldsterben

Bäume pflanzen
Wir dürfen dem Waldsterben nicht tatenlos zuschauen.

Dieser Sommer brachte krasse Bilder. Sterbende Wälder mit vertrockneten, von Schädlingen befallenen und von Stürmen gefällten Bäumen. Auf den Feldern pflanzen wir Solarzellen hektarweise. In den Wohngebieten: Rosen- und Dahliengärten, üppig bepflanzte Balkone, weil die Besitzerinnen im Frühjahr viel Zeit hatten. Zugleich vermehren sich diese verbotenen, aber pflegeleichten Schottergärten, denen der Klimawandel nun wirklich nichts mehr anhaben kann. Und Kiesel in Drahtkäfigen ersetzen vogelfreundliche Hecken…

Anne Buhrfeind

Anne Buhrfeind ist stellvertretende Chefredakteurin bei chrismon. Davor war sie stellvertretende Chefredakteurin "Gala" und "woman" in Hamburg.
Lena UphoffPortrait Anne Buhrfeind, chrismon stellvertretende Chefredakteurin

Franz Alt zitiert in einem seiner Blog-Beiträge indische Verse: "Pflanze einen Baum, mein Freund, und lass Dich mahnen,
Pflanze einen Wald, wenn Du es irgend kannst,
Frag nicht, wer dereinst in seinem Schatten tanzt,
Bedenke nur, es haben Deine Ahnen, die Dich nicht kannten,
Auch für Dich gepflanzt."

Genau: Wir müssen Bäume pflanzen, auch wenn wir noch nicht wissen, welche Sorten dem Klimawandel standhalten. Zugleich müssen wir das herausfinden. Und den Klimawandel bremsen. Große Aufgaben. Aber wir können ja mit dem Pflanzen anfangen. Solaranlagen auf die Dächer, Bäume aufs Feld.

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Lesermeinungen

Zitat: "Wir müssen Bäume pflanzen, auch wenn wir noch nicht wissen, welche Sorten dem Klimawandel standhalten.....Und den Klimawandel bremsen. Große Aufgaben. Aber wir können ja mit dem Pflanzen anfangen. Solaranlagen auf die Dächer, Bäume aufs Feld".

Dazu ein banales Gleichnis: "Wir müssen die Taschentücher besonders gut waschen um den Schnupfen erträglich zu machen".
Wo sind die Ursachen? In der Zielvorgabe. Macht Euch die Erde untertan, forscht, seid neugierig, vermehret Euch unablässig, hofft auf die erlösenden Wunder der Zukunft! Seid hemmungslos optimistisch und glaubt unablässig an das Gute. Betet nur inbrünstig genug, dann werdet ihr auch erhört.

Aber so einfach ist das nicht, oder doch noch einfacher? Wer verbraucht, und wenn es nur das eigene Leben ist, wer die Bodenschätze vernichtet und den grenzenlosen Wohlstand (Wachstum des BIP!) preist, braucht sich doch nicht mehr über die Folgen zu wundern. Diese Ursache, deren Wirkung wir nicht wahr haben wollen, schmerzt. Es sind die Folgen unserer Zivilisation zusammen mit der unausrottbaren menschliche Gier. Die Forderung, dass die Zukunft alle Wunden heilt und wir die Räder zurückdrehen können, was für ein Unsinn! Leben bedeutet Vernichtung. Unsere Zivilisation und deren Folgen ist quasi ein Naturgesetz. Da hilft auch keine Solaranlage. Wir müssen die unvermeidlich destruktiven menschlichen Eigenschaften erkennen. Die guten Eigenschaften sind auf Dauer der Gier nicht gewachsen. Einen „Neuen Menschen“ zu fordern, zu machen und dann noch erfolgreich leben lassen, wird wohl kaum möglich sein. Aber auch ein pragmatischer Realismus wird die Entwicklung nicht aufhalten können. So wie jedes Leben vom Tod ereilt wird. Aber immer noch besser Bäume zu pflanzen um das Gewissen zu besänftigen als gar nichts zu tun. Die Kunst ist, trotzdem mit Freude die Zeit zwischen "Abholzen-Verbrauch" und pflanzen und hoffen auszufüllen.