Wie afghanische Journalistinnen in Kabul arbeiten

Das bestimmen wir selber!
Afghanistan - Das bestimmen wir selber!

Jordan Siegel

Verloren steht Farahnaz Froogh unter den kahlen Bäumen: Leute auf der Straße befragen, als Frau – eine Herausforderung

Afghanistan - Das bestimmen wir selber!

Viele afghanische Mädchen wollen so sein wie die Journalistinnen von ZAN TV in Kabul: Sie berichten über Frauenrechte, häusliche Gewalt und sogar über Sexualität. Das ist revolutionär in Afghanistan – und lebensgefährlich.

Du solltest hier nicht stehen, sagt der Mann. Er klingt wütend. – Ich ­mache meine Arbeit, sagt die Frau. Sie blickt dem Mann fest in die Augen. – Das ist keine Arbeit für Frauen, sagt der Mann. Er geht einen Schritt auf die Frau zu, als wolle er sie zurückdrängen. In ­seinem Gesicht liegt Verachtung. – Das bestimme ich selber, sagt die Frau. Der Mann mustert sie noch einen Augen­blick, dann dreht er sich weg und geht.

Andrea Jeska

Andrea Jeska wohnte während ihrer Recherchen bei einer afghanischen Familie, wurde von den Kindern be­kuschelt, das ging da noch, wurde von der Mutter mit Essen und warmer Fürsorge umgeben und ­wäre gern noch dort geblieben.
privat

­Farahnaz Froogh atmet aus. Das, sagt sie ­später, sei harmlos gewesen. Sie hat schon erlebt, dass Männer sie wüst beschimpfen, sie der Unmoral und des Verstoßes gegen den ­Islam bezichtigten, ihr prophezeien, man ­werde sie eines Tages töten.

Es ist ein Wintertag in Afghanistans Hauptstadt Kabul. Durch den Sharh-e Naw Park im Zentrum der Stadt zieht ein eisiger Wind, er rüttelt an Frooghs Filmkamera, er lässt die Menschen hastig weitereilen. ­Farahnaz ­Froogh, Journalistin des Senders ZAN TV, will mit Passanten über die Wahrnehmung von Frauen in der afghanischen Gesellschaft sprechen. Doch kaum jemand lässt sich von ihr aufhalten. Verloren steht sie unter den kahlen Bäumen und schaut sich um, geht immer wieder auf die Vorbeieilenden zu. "Entschuldigen Sie . . . ", weiter kommt sie nicht.

Sie sei An­alphabetin, erklärt eine Frau, sie wisse nichts. Ihr Mann wolle nicht, dass sie öffentlich spreche, sagt eine andere, und dann kommt jener Mann, der Froogh maßregelt. Wenige Minuten später gehen zwei Polizisten auf die Journalistin zu und bitten sie höflich und bestimmt, nicht im Park zu filmen.

Farahnaz Froogh wechselt den Ort. Sie stellt ihre Kamera vor einem Einkaufszentrum auf, direkt neben einem Verkäufer bunter Luftballons. Junge Frauen mit ihren Freundinnen, Familien, Mütter mit Töchtern laufen an ihr vorbei. Sie tragen knöchellange Mäntel und haben die Haare mit Tüchern bedeckt. 

Eines der schlimmsten Länder für Frauen

Auf zwei Videobildschirmen am Eingang des ­Zentrums wird Werbung für Kosmetik­produkte gezeigt. Die Frauen in diesen Spots sind luftig angezogen, haben nackte Arme und tragen kurze Röcke, rasieren sich die ­Beine, bemalen sich die Nägel. Die Spots wirken wie absurde Bilder aus einer anderen Welt. Erst als die Sonne endlich ein paar ­Strahlen durch das Grau schickt, bleiben Menschen stehen und lassen sich interviewen. Er sei Aktivist, sagt ein junger Mann. Frauen in ­Af­ghanistan hätten kaum Rechte, und das werde sich auch nicht ändern, wenn sich die Männer nicht änderten. Eine junge ­Studentin beklagt, dass Afghanistan eines der ­schlimmsten Länder für Frauen sei. "Wir ­werden behandelt wie Eigentum."

Farahnaz Froogh ist 23 Jahre alt, eine Frau mit einem noch kindlichen Gesicht und sehr dunklen Augen. Sie strahlt Entschlossenheit aus und eine stille Zähigkeit. Zwei Eigen­schaften, die man braucht, wenn man in einem Land wie Afghanistan, in einer von Krieg und Terror zerrütteten, verwundeten Stadt wie Kabul, in einer patriarchalen ­Gesellschaft ausgerechnet als Journalistin, ausgerechnet für ein feministisches Medium arbeitet. 

Sie rütteln an vielen Tabus

Denn ZAN, das Farsi-Wort für Frau, ist der erste, der einzige afghanische Sender von Frauen für Frauen über Frauen. Nachrichten, Talkshows, Dokumentatio­nen, Features, Kochsendungen, alles, was ein Sender im Programm hat, bietet ZAN TV. Doch die Reporterinnen berichten über an­dere Themen als die von Männern dominierten Sender des Landes: Islam und Feminismus, Gewalt gegen Frauen, Vergewaltigungen und Straflosigkeit, Benachteiligung von Frauen in politischen und ökonomischen Kontexten, die Vor- und Nachteile von Tinder, Menstrua­tionsprobleme und – für viele der Gipfel der Schamlosigkeit – Sex. Alles, was in der af­gha­nischen Gesellschaft nie öffentlich thema­tisiert wird, bringt ZAN TV ins Programm.

In Afghanistan ist ein solcher Sender revolutionär. Und ein Arbeitsplatz mit Lebensgefahr. Denn auch 19 Jahre nach dem Ende der Taliban-Herrschaft hat sich das Land noch nicht von dem fundamentalistischen Schrecken erholt. Gut 60 Prozent des Landes werden erneut von den Taliban beherrscht, Mädchen werden mit zwölf ­Jahren zwangsverheiratet oder als Wiedergutmachung "verschenkt", Väter, Brüder und Onkel bestimmen über die Frauen der ­Familie, vergewaltigte Frauen finden sich auf der Anklagebank wieder. 

Aus dem Dorf nach Kabul

Vor drei Jahren hat Farahnaz Froogh ihr ­Elternhaus und ihr Dorf im Nordosten von Afghanistan verlassen. Dort, wo sich Hindu­kusch und Pamir treffen, verbrachte sie Kindheit und Jugend, und was sie kannte von der Welt, war lediglich das, was sie im Fernsehen sah. Jeder Weg aus ihrem Dorf verliert sich in Berg­ketten und langgestreckten ­Tälern. Nur nach Süden gibt es eine Straße, die ­hinausführt und auf der man schließlich in die Hauptstadt Kabul kommt. Den Gedanken, nach Kabul zu gehen, fasste Froogh, als sie verstand, dass nicht die Gipfel, nicht die Felswände sie einsperrten, sondern die unendlich hohen Mauern aus ­religiösem Eifer, Unwissenheit, Traditionen und Stillstand.

Ihre Eltern waren Analpha­beten, und der Vater kochte, putzte und servierte in einem winzigen Restaurant, die Mutter lebte das eng begrenzte Leben, das ihr die tradi­tionelle Frauenrolle erlaubte. Sechs Kinder mussten vom kargen Gehalt des Vaters ernährt und gekleidet werden. Dennoch schickte der Vater auch seine Töchter zur Schule. Er war nicht verbohrt, er war liebevoll, aber er war wie alle anderen auch gefangen im Kreislauf der Armut. "Ich wusste sehr früh, dass Bildung mein einziger Ausweg ist", sagt Froogh.

 Unter den argwöhnischen Blicken der Männer interviewt Farahnaz Froogh eine PassantinJordan Siegel

Mit einem Stipendium begann sie, an der Universität von Kabul Politik und russische Literatur zu studieren. Ihr Vater und ihre zwei Schwestern zogen mit ihr, bis heute leben sie in einer Wohnung. Die Mutter blieb mit den Brüdern zurück. "So ist es mit den Frauen hier. Man darf nicht einfach allein nach Kabul ­ziehen, ein Elternteil ist immer dabei." Im Fernsehen sah sie vor zwei Jahren ­einen kurzen Werbespot für ZAN TV. "Ich ging hin, ich bewarb mich. Und sie haben mich genommen."

Das klingt wie eine dieser Holly­woodgeschichten vom Mädchen vom Land, das die große, weite Welt erobert. Doch Kabul ist nicht New York oder Paris, man kann dort nicht einfach untertauchen, ein Bohemien­leben führen. Man kann Jeans tragen und einen Schal nur lässig um den Kopf binden, Haare zeigen und einen Job finden, man kann in Cafés und Restaurants gehen. Frei sein kann man deshalb noch lange nicht, denn der Würgegriff der Sittlichkeit endet nicht vor den Toren der Hauptstadt und er beendet auch nicht die angebliche Zweitklassigkeit des weiblichen Geschlechts. 

Auch in Kabul haben die Männer das Sagen

Auch in Kabul haben Männer die Kontrolle über Frauen, und seien es nur Passanten, die eine Journalistin in einem Park einschüchtern. Froogh ist es nicht wirklich gelungen, ­dieser Welt zu entkommen, jedenfalls, wenn man es mit den Maßstäben der westlichen Welt beurteilt. Zwar hat sie die Erlaubnis ihres Vaters, als Journalistin zu arbeiten, aber nicht die Zustimmung ihrer Brüder. Und diese ­ können sie jederzeit wieder zurückbeordern ins Heimatdorf, in die Umklammerung der Berge und der Familie. "Afghanische Frauen müssen immer geschickt verhandeln, wenn sie Freiheiten wollen. Weil die Familie für uns das Wichtigste ist, dürfen wir nichts tun, was für Ärgernis oder Beschämung sorgt."

Um zu ZAN TV zu gelangen, muss man ins schwer bewachte und abgeriegelte Zentrum von Kabul, muss sich an einer der großen Straßensperren ausweisen und auf einer ­Lis­te der Personen stehen, die zur Durchfahrt berechtigt sind. Immer wieder gibt es Selbstmordanschläge. Mit all den Mauern und dem Stacheldraht, den Soldaten, Panzern und Absperrungen gleicht die Stadt einem Narbengeflecht. Der Krieg ist alltäglich und allgegenwärtig, die Sehnsucht nach Frieden groß. Und jetzt steigt auch noch die Zahl der Corona-Infizierten. Heimkehrende Flüchtlinge aus dem benachbarten Iran tragen zur Ausbreitung bei. 

Die Gewalt geht weiter

Seit 2018 führten Vertreter der amerikanischen Regierung Friedensgespräche mit Delegierten der Taliban. Inzwischen haben sie einen Vertrag geschlossen, der Abzug der amerikanischen Soldaten hat begonnen. Die Taliban sollen verhindern, dass sich in dem Vakuum, welches der Truppenabzug hinterlässt, Al Kaida ansiedelt. Ausgerechnet die Fundamentalisten sollen den USA die Garantie geben, dass von Afghanistan keine neue Terrorbedrohung für den Westen ausgeht. Frieden bringt der Vertrag bislang nur dem amerikanischen Militär. Die Gewalt in Afghanistan geht weiter.

Und mit den Taliban könnte auch jene antiquierte und brutale Ideologie zurückkehren, die Frauen ins Haus verbannt und ihnen jegliche Rechte verwehrt.

 Chefredakteurin Shogofa Sediqi in einem der beiden kleinen Studios von ZAN TVScott Peterson/Getty Images

Seit 2001 hat sich das Leben der afghanischen Frauen deutlich verbessert. Die Regierung unter Präsident Ashraf Ghani bekennt sich zur Gleichberechtigung und zur Förderung der Frauen, sie hat ein "Red-Lines-Komitee" begründet, um die Interessen der Afghanen in den laufenden Friedensverhandlungen mit den Taliban zu Gehör zu bringen. Seine rote Linie, hatte Ghani im Fernsehen gesagt, seien die Rechte der Frauen. Das sind große Worte, die bislang wenig wert sind. Zum einen bekleiden ehemalige Warlords und Mudschahedin politische Ämter, auch Ministerposten. Zum anderen standen auch in Runde neun der Friedensgespräche die Rechte von Frauen nicht auf der Agenda.

An den Straßensperren und an den be­waffneten Torhütern des Senders vorbei kommt man endlich in einen verwilderten Garten und in ein villenähnliches Haus, dem man noch den Glanz jener Zeiten ansieht, als Kabul eine Stadt voller Leben und reicher Kultur war. Im Inneren des Hauses ist es klamm und kalt, auch im Winter wird nicht geheizt, der Sender muss sparen. Die Journalistinnen tragen auch drinnen Mäntel und dicke Stiefel. 

Die einzige Chance für Journalistinnen

Zwei Studios hat ZAN TV, sie sind klein, aber mit einigen Sitzplätzen für Live-Publikum. 42 Frauen zwischen 22 und 29 Jahren arbeiten hier, mehr als die Hälfte von ihnen studiert noch. Im Job lernen, wie der Job geht, so werden junge Frauen zu künftigen Jour­nalistinnen ausgebildet. Der Geschäftsmann Hamid Samar hat den Sender begründet.

Mit seinem ge­trimmten Vollbart, den gegelten Haaren, seinem ­runden Gesicht und der kräftigen Statur sieht er eher wie ein Opernsänger aus. Samar sitzt in ­seinem Büro auf einem der antiken Sessel, die er sammelt, und erzählt von den Anfängen des Senders. Eigentlich wollte er eine Stelle in einem anderen Medium besetzen und war erstaunt, dass sich so viele junge Frauen bewarben. "Erst da wurde mir klar, dass Frauen in Afghanistan sonst keine Chance haben, als Journalistin zu arbeiten."

Der Sender finanziert sich aus Spenden, Werbeeinnahmen und Gewinnen, die Samar mit anderen Fernsehformaten macht, die er begründet hat oder an denen er beteiligt ist. Kaum wurde seine Idee öffentlich, hätten die Frauen ihm die Tür eingerannt – und täten es bis heute. Jede Woche, sagt er, komme ein ­Dutzend und frage nach einem Praktikum, ­einer Stelle. Manche kämen von der Uni, doch es gebe auch junge Frauen aus entlegenen ­Dörfern, die ihre Väter oder Brüder überredet hätten, sie nach Kabul zum Sender zu bringen. "Unsere Journalistinnen sind wahrscheinlich die bekanntesten Vorbilder des Landes. Viele Mädchen wollen so sein wie sie." 

Todesdrohungen

Samar hat all das schon oft erzählt, er spult es ab wie vom Band. Regelmäßig kommen Journalisten von der BBC, vom "Guardian", von Al Jazeera vorbei, auch amerikanische, französische und deutsche Filmteams haben schon in seinem Büro gedreht. Er versteht, dass die Fallhöhe der Geschichte faszinierend ist: hier das als archaisch geltende Afghanistan, kriegszerrüttet, terrorinfiziert. Dort mutige, junge Frauen, die sich gegen alles stemmen – Tradition, Religion, gesellschaftliche Erwartungen – und bereit sind, ihr Leben zu riskieren. Und immer wieder wird er nach den Taliban gefragt und nach der Gefahr, die diese für ihn bedeuten. Eine falsche Frage, wie er findet. "Die Verächtlichkeit gegenüber Frauen ist keine Eigenschaft der Taliban, sie ist immanent. Wir müssen die Gesellschaft ändern, dann können auch die Taliban nichts ausrichten."

Wie verbreitet die Diskriminierung von Frauen ist, sieht Samar an den Todesdrohungen und Beschimpfungen, die den Sender über die sozialen Medien erreichen. Er lässt seine Mitarbeiterinnen mit einem Wagen von zu Hause abholen und heimbringen, damit sie nicht in der Dunkelheit allein auf den Straßen unterwegs sein müssen. "Ich hätte nicht gedacht, dass uns so viele hassen werden." Um nicht in die Mühlen der Politik, vor allem der Sittenwächter, zu geraten, muss ZAN TV auf einem schmalen Grat zwischen Auflehnung und Gehorsam balancieren. "Es gibt keinen investigativen Journalismus, und es gibt keine Überschreitung von religiösen Gefühlen. Wir provozieren, aber wir halten uns an das Gesetz. Auch an das islamische." So berichten die Reporterinnen zum Beispiel nur über Sexualität innerhalb der Ehe. Und wenn es um Frauenrechte geht, dann um ­solche, die zwar gegen die Ideologie der Taliban ver­stoßen, aber nicht gegen den Koran. 

Im Sender haben Frauen die Kontrolle

Die redaktionelle Leitung von ZAN TV hat Shogofa Sediqi, eine der ersten Journalistinnen des Senders. Sie ist gerade mal 26 Jahre alt und wirkt, als habe sie schon viele Jahrzehnte Leben hinter sich. Wie kann man so jung so viel Verantwortung übernehmen? Sie lacht. "Frauen in meinem Land lernen durch Leid, da wird man schneller weise." Sie erzählt, dass sie die erste und immer noch einzige Frau in ihrer Großfamilie ist, die studierte, und wie viel Kraft es sie kostete, das durchzusetzen. Wie auch Froogh erhielt Sediqi Unterstützung von ihrem Vater. "Hinter jeder erfolgreichen Frau in unserem Land steht ein kluger Vater, Onkel oder Bruder. Es braucht die Hilfe eines Mannes, um voranzukommen."

Es ist das eine, ZAN TV ein Loblied zu singen. Das Heldenhafte der Journalistinnen liegt auf der Hand. Aber kann ein solcher Sender bewirken, dass sich die Verhältnisse ändern? Und wenn ja, wie lange wird es ­dauern? Shogofa Sediqi nimmt sich Zeit, über diese Fragen nachzudenken. Dann erzählt sie, dass viele Familien ihren Töchtern die Freiheit aus Angst verwehren. "Wir leben in einer Gesellschaft, in der sexuelle Belästigung täglich und überall stattfindet. Wenn eine Frau arbeiten geht, denken viele Männer, sie ist leicht zu haben, schließlich hält sie sich nicht an die Traditionen. Dann fassen sie uns an, sie erpressen uns, Sex mit ihnen zu haben, sie vergewaltigen uns. Unsere Eltern wollen uns davor schützen."  

Schon deshalb sei ihr Sender eine wichtige Einrichtung. "In der Redaktion hat kein Mann die Macht. Frauen kontrollieren und bestimmen alles. Das ist wie ein Riss im Patriarchat." Und ja, allein die öffentliche Wahrnehmung des Senders, die Tatsache, dass sich viele junge Mädchen ein Beispiel an den Journalistinnen nehmen, die Freiheit, Tabus zu thematisieren, das alles sei bereits Veränderung. "Wir sind sichtbar. Wir haben eine Stimme. Das ist schon viel." 

Farahnaz Froogh hat bei ZAN inzwischen alles gelernt, was eine Journalistin können muss: auch, in den Gesichtern von Männern zu lesen, wenn sie mit ihrer Kamera und ­ihrem Mikro unterwegs ist. "Ich erkenne Hass und Wut sofort. Sie machen die Gesichter gleich so hässlich." Einen Grund, Angst zu ­haben, sieht sie nicht. "Meine Generation wuchs mit ­Bomben, Luftangriffen, Drohnen und jeder Form von Gewalt auf. Wie viel Furcht kann einem da denn noch bleiben. Ja, ich lebe gefährlich. Aber das ist das Leben, das ich ­gewählt habe."

Die Recherchen für diese Reportage wurden unterstützt durch ein Stipendium des Schweizer Medienfonds real21.

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